Eishockey-WM 2027, IIHF

Eishockey-WM 2027: IIHF prüft Teilnahme Russlands

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 13:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die IIHF sucht nach dem CAS-Urteil einen Weg zwischen der möglichen Rückkehr russischer Teams und den angekündigten Boykotten mehrerer Nationen. Auch Sponsoren setzen den Weltverband und die deutschen WM-Ausrichter unter Druck.

Russlands Rückkehr bleibt offen

  • Die IIHF will Gespräche mit allen betroffenen Verbänden einschließlich Russland aufnehmen.
  • Die Männer-Auswahl und die U20 von Belarus bleiben bei den kommenden WM-Turnieren ausgeschlossen.
  • Die Bundesregierung unterstützt diplomatische Verhandlungen über die Austragung der WM 2027.
Um Russlands Rückkehr zur Eishockey-WM wird weiter gerungen. (Archivbild) - Bild: Matt Slocum/AP/dpa

IIHF prüft Optionen für WM mit Russland

Die IIHF will nach dem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs Cas zur Wiederzulassung russischer Eishockeyteams alle verfügbaren Optionen prüfen. Mehrere Nationen um Weltmeister Finnland drohen mit einem Boykott, während Sponsoren für diesen Fall ihren Rückzug angekündigt haben.

Weltverband sucht Ausweg

Der Weltverband bekräftigte seine Ablehnung der Gerichtsentscheidung und erklärte, er müsse die geforderten Schritte für eine Rückkehr Russlands einleiten. Gleichzeitig müsse die finanzielle Stabilität und die langfristige Zukunft des internationalen Eishockeys gesichert werden.

Geplant sind Gespräche mit allen betroffenen Verbänden, darunter auch dem russischen. Die IIHF erklärte, sie wolle einen konstruktiven Weg finden, der den Interessen des weltweiten Eishockeys dient.

Deutscher Verband gerät unter Druck

Besonders betroffen ist der Deutsche Eishockey-Bund als Ausrichter der Männer-Weltmeisterschaft 2027. Neben Finnland kündigten auch weitere Nationen an, nicht gegen Russland anzutreten.

Eine Reihe von Sponsoren drohte, bei einer Teilnahme Russlands Zahlungen an die IIHF und die WM-Ausrichter einzustellen. Die Bundesregierung sagte der IIHF und dem DEB Unterstützung bei den diplomatischen Gesprächen zu.

Belarus bleibt ausgeschlossen

Die WM in Deutschland solle stattfinden, erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Zugleich sagte er, dies wäre angesichts der Boykotte bei einer Zulassung Russlands faktisch nicht möglich, und kündigte weitere Gespräche an.

Für Belarus traf die IIHF bereits eine Entscheidung. Die Männer-Auswahl und die U20 des Landes dürfen nicht an den kommenden WM-Turnieren teilnehmen, weil der Disziplinarausschuss keine rechtliche Grundlage für eine sofortige Wiederaufnahme sieht.

Das CAS-Urteil stellt die IIHF vor ein organisatorisches und politisches Dilemma. Der Verband muss die vom Sportgericht verlangten Schritte für eine Rückkehr russischer Nationalteams einleiten, will zugleich aber den internationalen Spielbetrieb und die wirtschaftliche Grundlage seiner Turniere sichern.

Für die Männer-Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland verschärft sich die Lage, weil ein Boykott mehrerer wichtiger Eishockeynationen den sportlichen Wert und die Durchführung des Turniers beeinträchtigen könnte. Hinzu kommt der Druck von Sponsoren, deren Zahlungen für die Finanzierung des Weltverbands und der Ausrichter eine wesentliche Rolle spielen.

Folgen für die WM 2027

Die Bundesregierung unterstützt nach der dpa-Meldung diplomatische Gespräche und hält an dem Ziel fest, die WM in Deutschland auszurichten. Praktisch hängt die weitere Planung davon ab, ob IIHF, nationale Verbände und Russland einen Modus finden, der rechtlichen Vorgaben genügt und die angekündigten Boykotte verhindert.

Die Entscheidung zu Belarus zeigt zugleich, dass der Weltverband die Fälle getrennt behandelt. Belarus bleibt bei den kommenden Männer- und U20-Weltmeisterschaften ausgeschlossen, während die russische Teilnahme Gegenstand weiterer Beratungen und Gespräche ist.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Eishockey-WM 2027 - Mehrere Nationen und Sponsoren drohen bei Teilnahme Russlands mit Boykott“ (05.11.2026)

Der Beitrag habe berichtet, dass neben Weltmeister Finnland auch Schweden, Dänemark, Norwegen und Lettland einen Start gegen Russland ausgeschlossen hätten. Damit bestätige er den zentralen Konflikt der dpa-Meldung und setze den Schwerpunkt auf die Breite der Boykottandrohungen.

ZDFheute: „Russland bei Eishockey-WM? Bundesregierung positioniert sich“ (06.11.2026)

Der Artikel habe die Aufhebung der Suspendierung russischer Teams durch das CAS und die Reaktion der Bundesregierung eingeordnet. Anders als der Deutschlandfunk habe er stärker die deutsche Austragung und die politische Positionierung in den Mittelpunkt gestellt.

Einigkeit bestehe über den Konflikt zwischen CAS-Entscheidung, IIHF und boykottbereiten Verbänden. Offen bleibe, wie der Weltverband die rechtlichen Vorgaben und die angekündigten sportlichen sowie finanziellen Konsequenzen zusammenführen wolle.

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