Kanada, U20-Eishockey-WM

Kanada: Russland fehlt bei U20-Eishockey-WM 2027

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 06:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Kanadas Premierminister Mark Carney will russische und belarussische Athleten wegen des Kriegs gegen die Ukraine nicht bei internationalen Wettbewerben im Land antreten lassen. Die Entscheidung erhöht den Druck auf den Eishockey-Weltverband und auf Deutschland als Gastgeber der Männer-WM 2027.

Kanadas Entscheidung zur U20-WM

  • Premierminister Mark Carney schließt eine Teilnahme russischer Athleten an der Junioren-WM in Kanada aus.
  • Das Turnier findet vom 26. Dezember bis 5. Januar in Edmonton und Red Deer statt.
  • Die deutsche U20-Auswahl gehört zu den zehn genannten Teilnehmern, Russland nicht.
  • Zuletzt war Russland bei Olympia 2022 auf internationaler Bühne dabei. (Archivbild) - Bild: Matt Slocum/AP/dpa
  • Schließt eine Teilnahme von Russland an der Eishockey-Junioren-WM aus: Kanadas Premier Mark Carney. - Bild: Christopher Katsarov/The Canadian Press/AP/dpa
Zuletzt war Russland bei Olympia 2022 auf internationaler Bühne dabei. (Archivbild) - Bild: Matt Slocum/AP/dpa Schließt eine Teilnahme von Russland an der Eishockey-Junioren-WM aus: Kanadas Premier Mark Carney. - Bild: Christopher Katsarov/The Canadian Press/AP/dpa

Kanada schließt russische Auswahl von Junioren-WM aus

Kanadas Premierminister Mark Carney hat ausgeschlossen, dass eine russische Eishockey-Auswahl an der U20-Weltmeisterschaft am Jahresende in Kanada teilnimmt. Er begründete dies mit der Unterstützung Russlands und seines Verbündeten Belarus für den Krieg gegen die Ukraine und stellte sich damit gegen das CAS-Urteil zur Wiederzulassung russischer Eishockey-Teams.

Visa könnten Teilnahme verhindern

Solange Russland und Belarus den Krieg fortsetzten, würden keine ihrer Athleten für ihre Länder in Kanada antreten, sagte Carney am Dienstag am Rande des Commonwealth-Gipfels. Auf die Junioren-WM angesprochen, erklärte er, die Russen würden dort nicht sein.

Praktisch könnte Kanada die Teilnahme durch die Verweigerung von Visa verhindern. Der kanadische Eishockey-Verband begrüßte die Haltung der Regierung und erklärte, sie halte Sportler und Offizielle aus Russland und Belarus von Auftritten unter ihren nationalen Symbolen in Kanada ab.

Mehrere Länder kündigen Widerstand an

Die Junioren-WM wird vom 26. Dezember bis zum 5. Januar 2027 in Edmonton und Red Deer in Alberta ausgetragen. Zu den zehn genannten Teilnehmern zählt die deutsche U20-Auswahl, Russland ist nicht aufgeführt.

Nach Finnland kündigten auch Schweden, Dänemark, Norwegen und Lettland an, nicht gegen Russland antreten zu wollen. Der tschechische Verbandspräsident befürwortete ebenfalls einen Boykott. Turku stellte in Aussicht, die für den Jahreswechsel 2027/2028 geplante U20-WM nicht mit auszurichten, falls Russland teilnehmen sollte.

Russland für Männer-WM 2027 zugelassen

Die nächste Männer-Weltmeisterschaft soll vom 14. bis 30. Mai 2027 in Düsseldorf und Mannheim stattfinden. Nach dem CAS-Urteil wäre Russland dort grundsätzlich spielberechtigt.

Der Deutsche Eishockey-Bund prüft, ob er die Weltmeisterschaft ausrichten kann, und befasst sich auch mit der Möglichkeit einer Rückgabe. Die Bundesregierung will sich mit dem DEB über mögliche Folgen des Urteils austauschen.

Russland war seit Ende Februar 2022 wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine von internationalen Turnieren und Weltmeisterschaften ausgeschlossen. Wenige Tage vor Kriegsbeginn verlor die russische Auswahl das Olympia-Finale in Peking mit 1:2 gegen Finnland.

Die kanadische Entscheidung verschärft den Streit über die Rückkehr russischer Mannschaften in den internationalen Eishockeysport. Das CAS-Urteil eröffnet dem russischen Verband zwar grundsätzlich wieder die Teilnahme an IIHF-Wettbewerben, setzt die Gastgeberstaaten aber nicht automatisch dazu in die Lage, eine Delegation einreisen zu lassen.

Visa als entscheidender Hebel

Kanada kann die Teilnahme der russischen Auswahl praktisch über Einreisegenehmigungen verhindern. Damit verlagert sich der Konflikt vom Sportrecht in die staatliche Außen- und Sicherheitspolitik. Für internationale Turniere entsteht ein Spannungsfeld zwischen der Entscheidung eines Sportgerichts, den Zulassungsregeln des Weltverbands und nationalen Sanktions- oder Visavorschriften.

Die U20-WM ist besonders konfliktträchtig, weil sie traditionell zu den wichtigsten Nachwuchsturnieren des Eishockeys zählt und mehrere Spiele gegen Russland vorgesehen wären, falls das Team zugelassen würde. Finnland, Schweden, Dänemark, Norwegen und Lettland haben bereits Widerstand angekündigt; auch der Rückzug Turku­s als Mitgastgeber steht im Raum. Ein Boykott mehrerer Verbände könnte die sportliche Durchführung und die Vermarktung des Wettbewerbs belasten.

Folgen für die WM in Deutschland

Für Deutschland reicht der Streit über das Juniorenturnier hinaus. Bei der Männer-WM 2027 in Düsseldorf und Mannheim wäre Russland nach dem CAS-Urteil grundsätzlich spielberechtigt. Der DEB muss daher zwischen der Umsetzung internationaler Sportregeln, möglichen politischen Vorgaben und der Verantwortung als Gastgeber abwägen.

Für Zuschauer, Veranstalter und beteiligte Verbände bleibt entscheidend, ob Russland tatsächlich Visa erhält und ob andere Teams ihre Boykottankündigungen umsetzen. Die kanadische Position erhöht den politischen Druck auf die deutschen Behörden und den DEB, bevor die Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft weiter voranschreiten.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ZDFheute: „Weltsport uneins: Wie umgehen mit Rückkehr russischer Sportler?“ (02.11.2026)

Der Beitrag ordnet Kanadas angekündigte Einreiseverweigerung in den größeren Streit über die Rückkehr russischer Sportler ein. Einen Schwerpunkt setzt er auf die möglichen Folgen für die WM 2027 in Deutschland und die Option einer Rückgabe durch den DEB.

Deutschlandfunk: „Mehrere Nationen drohen mit Russland-Boykott“ (03.11.2026)

Der Beitrag beschreibt den wachsenden Widerstand gegen Russlands Teilnahme an der Eishockey-WM in Deutschland. Während der Kanada-Fall die Einreisefrage betrifft, richtet sich der Schwerpunkt hier auf die Boykottandrohungen mehrerer Nationen.

Einigkeit besteht über den wachsenden politischen Konflikt nach dem CAS-Urteil. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: Kanada steht für den Visahebel, während die deutsche Debatte die mögliche Austragung der Männer-WM betrifft.

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