Freiburg, Wolfsburger

0:1 gegen Freiburg: Wolfsburger Krise hÀlt an

09.12.2023 - 17:29:28

Beim VfL Wolfsburg lÀuft nichts mehr zusammen. Vier Tage nach dem bitteren Pokal-Aus in Mönchengladbach gibt es ein 0:1 gegen Freiburg. Die Bilder Àhneln sich.

Die sportliche Krise des VfL Wolfsburg spitzt sich zu. Trotz bester Chancen verlor der ambitionierte Volkswagen-Club mit 0:1 (0:0) gegen einen harmlosen SC Freiburg.

Michael Gregoritsch nutzte in der 74. Minute eine von nur zwei Freiburger Chancen in dieser Partie. Was den Spielverlauf, die Chancenverwertung und die ergebnislose Dominanz angeht, erinnerte dieser nĂ€chste RĂŒckschlag aus Wolfsburger Sicht an das Pokal-Aus bei Borussia Mönchengladbach am Dienstagabend. 

Dort schieden die Wolfsburger im Achtelfinale durch ein Tor in der Nachspielzeit der VerlĂ€ngerung aus. In der Fußball-Bundesliga hat der VfL nur eines der vergangenen acht Spiele gewonnen. Das erklĂ€rte Saisonziel Europapokal-Qualifikation ist somit in einem Wettbewerb schon gar nicht mehr zu erreichen und in der Liga bereits sieben Punkte entfernt. Bislang hat sich die ClubfĂŒhrung jedoch hinter den umstrittenen Trainer Niko Kovac gestellt. 

Vor 20.146 Zuschauern machten die Wolfsburger gegen Freiburg genauso weiter, wie sie vier Tage zuvor in Mönchengladbach aufgehört hatten: Sie ließen selbst solche Gelegenheiten aus, bei denen es scheinbar schwerer ist, das Tor zu verfehlen, als es zu treffen.

In der 4. Minute jagte Mattias Svanberg den Ball nach einem schönen Doppelpass mit Jona Wind nur an die Latte. 20 Minuten spĂ€ter schoss Lovro Majer aus sechs Metern völlig unbedrĂ€ngt ĂŒber das Tor (24.).

Der 25 Jahre alte Kroate war vor der Saison fĂŒr rund 25 Millionen Euro von Stade Rennes in Frankreich gekommen. Und zu den AngriffsflĂ€chen, die Trainer Niko Kovac vielen Fans und offenbar auch Teilen der Mannschaft bietet, zĂ€hlt auch: Die komplett fehlende spielerische Entwicklung des VfL, obwohl der Kader im Sommer mit mehreren talentierten OffensivkrĂ€ften wie Vaclav Cerny, Tiago Tomas und ganz besonders Majer verstĂ€rkt wurde.

Einen Kritikpunkt hat Kovac dafĂŒr angenommen. Denn der stĂ€ndige und teils wilde Wechsel von Taktik und Personal ist erst einmal vorbei. Auch gegen Freiburg ließ der frĂŒhere Bayern-Coach seine Mannschaft in einem 3-4-2-1-System auflaufen. KapitĂ€n Maximilian Arnold war in seinem 400. Pflichtspiel fĂŒr den VfL wieder als StĂŒtze im zentralen Mittelfeld dabei.

Und so spielte Wolfsburg lange Zeit auch nicht wie eine Mannschaft, die einen vermeintlich unliebsamen Trainer am liebsten wieder los wĂ€re. Hinten ließ der VfL bis auf das 0:1 und einen sehenswerten Drehschuss von Matthias Ginter (18.) nichts zu. Und nach vorne spielte er zumindest eine Stunde lang so, wie Kovac es gern sieht: schnörkellos, laufintensiv und möglichst immer den Ball in die Tiefe spielend.

Das große Manko war die Chancenverwertung und mit zunehmender Spieldauer auch die Kreation von Chancen ĂŒberhaupt. In der 54. Minute traf der Schwede Svanberg nach Vorarbeit von Ridle Baku nur das Außennetz (54.). Danach zog sich Freiburg immer weiter zurĂŒck. Der VfL fand gegen diesen Abwehrriegel kein Durchkommen mehr.

SC-Trainer Christian Streich hatte vor dem Spiel noch vor den Wolfsburgern gewarnt. «Wenn Druck auf dem Kessel ist, dampft es. Und dann musst du schauen, dass du dich nicht verbrennst, wenn du den Deckel abhebst», sagte er. TatsÀchlich aber kocht die Krise des VfL weiter hoch.

@ dpa.de