DFB-Frauen verlieren zum Auftakt der Nations League
22.09.2023 - 19:55:17Die deutschen FuĂball-Nationalspielerinnen haben den Auftakt in die Nations League und den Kampf um die Olympia-Tickets verpatzt. In Abwesenheit der erkrankten Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg unterlag das DFB-Team in Viborg 0:2 (0:1) gegen DĂ€nemark. Vor 4210 Fans erzielte Amalie Vangsgaard beide Tore fĂŒr die Gastgeberinnen (23./64. Minute).
Die von Co-Trainerin Britta Carlson betreute DFB-Elf prĂ€sentierte sich im ersten LĂ€nderspiel nach dem WM-Vorrundenaus ĂŒber weite Strecken des Spiels schwach. Nur als Sieger der Vierergruppe besteht weiter die Chance auf die Qualifikation fĂŒr Olympia 2024 in Paris.
Gleich zehn Spielerinnen, die vor gut sieben Wochen das blamable Scheitern bei der Weltmeisterschaft mitzuverantworten hatten, durften in DĂ€nemark beginnen. Einzig Rechtsverteidigerin Sarai Linder hatte nicht im Kader fĂŒr die missglĂŒckte Australien-Reise gestanden. FĂŒr die Hoffenheimerin war aber bereits nach der Halbzeit Schluss, fĂŒr sie kam Bayerns Giulia Gwinn zu ihrem ersten LĂ€nderspieleinsatz nach langer Verletzungspause.
DFB-Frauen zu unprÀzise in der Offensive
Sich Â«ĂŒber AggressivitĂ€t» ins Spiel reinarbeiten, hatte Carlson direkt vor dem Spiel bei der ARD von ihrer Elf gefordert. ZweikĂ€mpfe blieben auch nicht aus, ins Spiel fand die DFB-Elf aber kaum. Ein in der Anfangsphase von Lena Oberdorf fein ausgefĂŒhrter Zidane-Trick in der eigenen HĂ€lfte blieb aus deutscher Sicht fĂŒr lange Zeit der einzige Höhepunkt.
Viel zu schleppend und unprĂ€zise spielten die Vize-Europameisterinnen nach vorn, den nominellen OffensivkrĂ€ften Nicole Anyomi, Klara BĂŒhl und StoĂstĂŒrmerin Alexandra Popp fehlte die UnterstĂŒtzung. Hinzu kamen teils eklatante technische MĂ€ngel. Nach 45 Minuten schlich das DFB-Team in die Kabinen, ohne eine echte Torchance kreiert zu haben.
Besser machten es die DĂ€ninnen, bei denen KapitĂ€nin Pernille Harder mit teils klugen PĂ€ssen Regie fĂŒhrte. Die seit dieser Saison fĂŒr den FC Bayern spielende Harder war auch maĂgeblich am 1:0 beteiligt. Mit einem langen Ball ins Zentrum hebelte die 30-JĂ€hrige die deutsche Abwehr aus, anschlieĂend setzte sich Vangsgaard im Zweikampf gegen die schwach verteidigende Felicitas Rauch durch - gegen den platzierten Flachschuss war TorhĂŒterin Merle Frohms anschlieĂend machtlos.
Brand und Gwinn sorgen nach der Pause fĂŒr Schwung
Nach dem Seitenwechsel kamen nicht nur Jule Brand und Gwinn fĂŒr Nicole Anyomi und Linder ins Spiel, sondern auch der dringend benötigte Schwung. ZunĂ€chst vergab Sydney Lohmann per Kopf nach Popps Flanke die groĂe Möglichkeit zum Ausgleich, kurz darauf zielte Popp selbst vorbei.
Das Tor fiel dann doch noch - allerdings auf der anderen Seite. Wieder war Vangsgaard erfolgreich, die einen von Gwinn schlampig gespielten RĂŒckpass erlief und zusĂ€tzlich von der mangelnden Absprache zwischen TorhĂŒterin Frohms und Abwehrchefin Marina Hegering profitierte. Die Deutschen mĂŒhten sich in der Folge um den Anschluss, doch DĂ€nemark verteidigte bis zum Schlusspfiff kompakt.
Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt Carlson nicht, bereits am Dienstag (18.15 Uhr/ZDF) geht es in Bochum gegen Island weiter. Weiterer Gegner in der Gruppe 3 der Liga A ist Wales. Nur die Gruppenersten kommen in die Endrunde, wo die beiden einzigen europĂ€ischen Olympia-PlĂ€tze fĂŒr Paris 2024 ausgespielt werden. Die beiden nĂ€chsten Spiele in dem neuen Wettbewerb finden am 27. Oktober in Sinsheim gegen Wales und am 31. Oktober in Island statt.


