Super-League-Macher: Clubs drĂŒcken Daumen «unter dem Tisch»
19.12.2023 - 04:49:24
Die Super-League-Macher zeigen sich vor dem wegweisenden Urteil des EuropĂ€ischen Gerichtshofs im Streit mit der EuropĂ€ischen FuĂball-Union zuversichtlich. Vom EU-Gericht wird am Donnerstag unter anderem eine Antwort erwartet, ob die UEFA bei der Ausrichtung seine Monopolstellung ausnutzt - oder ob auch eine andere Organisation europĂ€ische Wettbewerbe ausrichten darf.
«Wir sind grundsĂ€tzlich optimistisch und haben groĂes Vertrauen in das europĂ€ische Rechtssystem», sagte Bernd Reichart, der als Chef des Sportprojektentwicklers A22 die Super-League-PlĂ€ne vorantreibt, der Deutschen Presse-Agentur. «Es ist ein wichtiger Meilenstein, weil wir dann erfahren, ob der Markt geöffnet wird. Wenn der EuGH es möglich macht, dass die Clubs SouverĂ€nitĂ€t ĂŒber ihren eigenen Wettbewerb erlangen, werden sie auch Hand anlegen. Davon bin ich ĂŒberzeugt.»
Im April 2021 hatten zwölf europĂ€ische Topclubs ohne deutsche Beteiligung ihren ursprĂŒnglichen Plan fĂŒr eine Super League mit fester Mitgliedschaft als Konkurrenz fĂŒr die bestehende Champions League der UEFA vorgestellt. Dieser wurde nach starken Protesten von Ligen, VerbĂ€nden und Fans zunĂ€chst schnell wieder verworfen. Nun wollen die Macher einen offenen Wettbewerb mit 60 bis 80 Mannschaften in mehreren Spielklassen schaffen.
«Der Konsens ist sehr groĂ, dass es momentan ein Problem gibt und dass wir uns alle auf die Suche nach Lösungen machen sollten. Auch in Deutschland nehmen die Leute wahr, dass die Champions League dazu beitrĂ€gt, dass viele LĂ€nder in Europa den immer gleichen Meister haben. Die Champions League im jetzigen Format mit der jĂ€hrlichen Qualifikation treibt die Polarisierung innerhalb der nationalen Ligen voran, da ist Deutschland nur ein Beispiel von ganz vielen», sagte Reichart (49). «Es gibt Clubs, die sagen, dass dies die einzige Chance fĂŒr grundlegende Reformen ist. Sie sagen: Wir drĂŒcken euch die Daumen, aber unter dem Tisch.»

