WM, USA

Zu nah an Trump? Organisation mit Beschwerde gegen Infantino

09.12.2025 - 16:46:16 | dpa.de

FIFA-PrĂ€sident Infantino steht wegen seiner NĂ€he zum US-PrĂ€sidenten Trump in der Kritik. Eine Menschenrechtsorganisation sieht darin einen Bruch der Regeln des Fußball-Weltverbands.

FIFA-PrÀsident Gianni Infantino (l-r) macht ein Selfie mit US-PrÀsident Donald Trump, der mexikanischen PrÀsidentin Claudia Sheinbaum und dem kanadischen Premierminister Mark Carney. - Bild: Evan Vucci/AP/dpa
FIFA-PrÀsident Gianni Infantino (l-r) macht ein Selfie mit US-PrÀsident Donald Trump, der mexikanischen PrÀsidentin Claudia Sheinbaum und dem kanadischen Premierminister Mark Carney. - Bild: Evan Vucci/AP/dpa

Eine britische Menschenrechtsorganisation wirft dem FIFA-PrĂ€sidenten Gianni Infantino wegen dessen VerhĂ€ltnis zu US-PrĂ€sident Donald Trump VerstĂ¶ĂŸe gegen den Ethikkodex des Fußball-Weltverbands vor. Die Organisation FairSquare schickte nach der vielfach kritisierten Verleihung des neuen FIFA-Friedenspreises an Trump bei der Auslosung fĂŒr die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr am Montag einen Beschwerdebrief an die Ethikkommission der FIFA. 

Konkret wirft die Organisation, die sich unter anderem mit Sportpolitik und Rechten von Arbeitern befasst, dem Schweizer Infantino eine Verletzung der politischen NeutralitĂ€t vor. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bestĂ€tigte FairSquare die eingereichte Beschwerde und bezog sich auf «vier BrĂŒche» der FIFA-Regeln durch Infantino in den vergangenen Monaten. Zuvor hatten mehrere Medien ĂŒber die Beschwerde berichtet.

Unter anderem bezieht sich FairSquare auf einen Instagram-Beitrag von Infantino am 9. Oktober, in dem der 55-JĂ€hrige im Zuge des Israel-Konflikts schrieb: «PrĂ€sident Donald J. Trump verdient fĂŒr sein entschlossenes Handeln zweifellos den Friedensnobelpreis».

Vielfache Kritik an Friedenspreis-Verleihung

Die Organisation beruft sich auf den vierten Artikel der FIFA-Statuten, in denen es heißt, dass der Weltverband politisch neutral bleiben mĂŒsse. «Ausnahmen können in Angelegenheiten gemacht werden, die die satzungsmĂ€ĂŸigen Ziele der FIFA betreffen», steht dort weiter. 

Die FIFA war fĂŒr eine Reaktion zu der Beschwerde angefragt. Nachdem die Verleihung des Friedenspreises und die NĂ€he zwischen Trump und Infantino weltweit auf massive Kritik gestoßen war, hatte der Weltverband zuletzt erklĂ€rt: «Um eine Veranstaltung von der GrĂ¶ĂŸenordnung der FIFA-Weltmeisterschaft auszurichten, ist es absolut unerlĂ€sslich, eine kooperative Beziehung zu den Regierungsbehörden der GastgeberlĂ€nder aufzubauen», teilte der Weltverband auf eine dpa-Anfrage am Sonntag mit. Zuerst hatte die «Bild» ĂŒber diese Reaktion berichtet.

FIFA: Infantino muss gute Beziehungen zu Staatschefs haben

Seit der Vergabe pflege Infantino «enge Beziehungen» zu Trump sowie zu den Staats- und Regierungschefs der Mitveranstalter Kanada und Mexiko, hieß es von der FIFA. GemĂ€ĂŸ den Statuten bemĂŒhe sich der FIFA-PrĂ€sident «um die Pflege und den Ausbau guter Beziehungen zwischen der FIFA, den Konföderationen, den MitgliedsverbĂ€nden, politischen Gremien und internationalen Organisationen». Infantino mĂŒsse als PrĂ€sident «gute Beziehungen» zu den Staatschefs der GastgeberlĂ€nder haben, um eine erfolgreiche Veranstaltung zu gewĂ€hrleisten.

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