Kuss-Skandal: Spaniens Ex-Verbandschef Rubiales angeklagt
25.01.2024 - 13:22:43 | dpa.de
Spaniens frĂŒherer FuĂball-VerbandsprĂ€sident Luis Rubiales und drei weitere FunktionĂ€re sind im Kuss-Skandal offiziell angeklagt worden. Das habe der zustĂ€ndige Untersuchungsrichter am Staatsgerichtshof in Madrid, Francisco de Jorge, entschieden, teilte die Justizpressestelle auf Anfrage mit.
Die Ermittlungen und Anhörungen der Zeugen hÀtten ergeben, dass der umstrittene Kuss, den Rubiales Weltmeisterin Jennifer Hermoso bei der WM-Siegerehrung in Sydney am 20. August auf den Mund gegeben hatte, «ohne Einvernehmen» erfolgt sei, stand in einer schriftlichen Mitteilung des Gerichts.
Sollte die Anklage bei Gericht zugelassen und Rubiales verurteilt werden, mĂŒsste er laut Experten mit einer mehrjĂ€hrigen Haftstrafe rechnen. Wann die mĂŒndliche Verhandlung wegen sexueller Gewalt beginnen könnte, war zunĂ€chst unbekannt.
Nach der Mitteilung des Gerichts wird es im Strafprozess um eine rechtliche Beurteilung der Frage gehen, ob der Kuss einen erotischen Charakter hatte und inwiefern er im Zustand der Euphorie ĂŒber den Weltmeistertitel erfolgte. In diesem Fall weise vieles darauf hin, dass der Kuss auf die Lippen «den Bereich der IntimitĂ€t betrifft, der sexuellen Beziehungen vorbehalten ist, insbesondere im Kontext zweier Erwachsener», schrieb der Richter. Konkrete StraftatbestĂ€nde nannte de Jorge in diesem Stadion des Verfahrens jedoch nicht.
Der Richter erhob auch Anklage gegen Rubiales und drei FuĂballfunktionĂ€re wegen Nötigung Hermosos. Rubiales als damaliger PrĂ€sident des FuĂballverbandes RFEF sowie der Sportdirektor der Auswahl der MĂ€nner, Albert Luque, der damalige Trainer der Frauennationalmannschaft, Jorge Vilda, und der im RFEF fĂŒr Marketing zustĂ€ndige RubĂ©n Rivera hĂ€tten Druck auf Hermoso ausgeĂŒbt, in einem Video zu sagen, der Kuss sei mit ihrem EinverstĂ€ndnis erfolgt. Das hatte sie jedoch stets bestritten. Rubiales, der im Zuge des Skandals von der FIFA fĂŒr drei Jahre und vom spanischen Sportgerichtshof gesperrt wurde und als RFEF-Chef zurĂŒcktreten musste, beteuert, Hermoso habe dem Kuss zugestimmt. Â
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