Held Haaland trotzt Israel-Brisanz: Norwegen ist auf WM-Kurs
12.10.2025 - 12:34:47Vor dem Stadion lieferten sich Demonstranten Auseinandersetzungen mit der Polizei, drinnen bot Superstar Erling Haaland eine verrĂŒckte FuĂballshow. Nach dem 5:0 im brisanten Duell mit Israel ist Norwegen der ersten WM-Teilnahme seit 1998 ganz nah. «Einfach fantastisch», sagte Haaland beim Fernsehsender TV 2. «Wir nĂ€hern uns der Weltmeisterschaft.»
Der SuperstĂŒrmer von Manchester City war in der wichtigen Qualifikationspartie wieder einmal der Hauptdarsteller - diesmal auf besonders kuriose Art. ZunĂ€chst scheiterte Haaland bei gleich zwei Elfmetern an Israels Torwart Daniel Peretz vom Hamburger SV. Dann traf er dreimal. In 46 LĂ€nderspielen hat Haaland nun unglaubliche 51 Tore erzielt. Die aufgeladene AtmosphĂ€re konnte der frĂŒhere Dortmunder offenbar bestens ausblenden.
Pfiffe bei der Hymne und ein Mann auf dem Platz
Vor dem Hintergrund des militĂ€rischen Vorgehens Israels im Gazastreifen sorgt das Spiel seit Wochen fĂŒr Diskussionen. Die PrĂ€sidentin des norwegischen FuĂballverbands NFF, Lise Klaveness, hatte sich vor der Einigung auf wichtige Teile des von den USA vorgestellten Friedensplans fĂŒr einen Ausschluss Israels ausgesprochen. Das hatte beim israelischen Verband scharfe Kritik hervorgerufen.
Als die israelische Nationalhymne im Ullevaal-Stadion in Oslo erklang, gab es Pfiffe. Auf den RĂ€ngen wurde eine riesige PalĂ€stina-Flagge entrollt und ein Plakat mit der Aufschrift: «Let Children Live» (Lasst Kinder leben) gezeigt. Ein Mann, der ein T-Shirt mit der Aufschrift «Free Gaza» trug, lief wĂ€hrend der Partie auf den Platz und sorgte so fĂŒr eine Unterbrechung.
Demonstranten und Polizisten geraten aneinander
Schon auf der Fahrt zum Spiel war die Brisanz der Partie fĂŒr Spieler und FunktionĂ€re deutlich zu spĂŒren. «So viele Polizeiautos, Polizisten und Pferde. Und schwere Fahrzeuge und ScharfschĂŒtzen auf den DĂ€chern. Das ist doch eklig», sagt Norwegens Nationalcoach Stale Solbakken.
Vor dem Stadion protestierten Menschen zunÀchst friedlich. Die Stimmung wurde im Laufe des Abends jedoch immer aggressiver. Demonstranten versuchten, Absperrungen zu durchbrechen und warfen GegenstÀnde auf Polizisten. Diese reagierten mit dem Einsatz von TrÀnengas. Es gab mehrere Festnahmen. Auch eine israelische Flagge ging in Flammen auf.
Norwegens Mittelfeldspieler Patrick Berg sagte dem norwegischen Rundfunksender NRK, dass er sich Gedanken um seine Familie auf der TribĂŒne gemacht habe. Letztendlich hĂ€tten Polizei und Veranstalter jedoch fĂŒr die Sicherheit gesorgt. Der Verband hatte so viel Geld wie nie zuvor in entsprechende MaĂnahmen investiert.
Norwegen hat eine glÀnzende Ausgangslage
Auf dem Platz sorgten Berg und seine Teamkollegen frĂŒh fĂŒr klare VerhĂ€ltnisse. Schon zur Halbzeit stand es nach zwei Eigentoren und einem Haaland-Treffer 3:0. Nach dem Seitenwechsel legte der AusnahmestĂŒrmer und KapitĂ€n zwei weitere Tore nach.
Norwegen behauptete damit seinen Vorsprung von sechs Punkten vor den zweitplatzierten Italienern. Zudem haben die Skandinavier die um 19 Treffer bessere Tordifferenz als der gröĂte Konkurrent. Dass Haaland und seine Kollegen das noch verspielen, ist zwar nicht unmöglich, aber Ă€uĂerst unwahrscheinlich. Norwegen bestreitet noch zwei Spiele, Italien noch drei.Â
FĂŒr Israel haben sich die Aussichten, im nĂ€chsten Jahr zur XXL-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada zu fliegen, dagegen deutlich verschlechtert. Das Team von Coach Ran Ben Schimon liegt drei ZĂ€hler hinter Italien. Um noch eine realistische Chance auf die WM-Playoffs zu haben, muss Israel am Dienstag in Italien gewinnen. Bei einer Niederlage wĂ€re man definitiv raus.





