FIFA, Ifab

WM-Änderung: Rot fĂŒr Spieler mit Hand vor Mund in Konflikt

28.04.2026 - 21:24:04 | dpa.de

Indem sie ihren Mund verdecken, wollen Fußballer hĂ€ufig verschleiern, was sie sagen. Sollten sie dies bei einer Auseinandersetzung wĂ€hrend der WM machen, droht nun eine empfindliche Strafe.

  • Gianni Infantino ist ein Freund der neuen Regel. (Archivbild) - Foto: Chris Carlson/AP/dpa
    Gianni Infantino ist ein Freund der neuen Regel. (Archivbild) - Foto: Chris Carlson/AP/dpa
  • Auslöser der Debatte: Gianluca Prestianni (M) hĂ€lt sich in der Auseinandersetzung mit Vinicius Junior (l) das Trikot vor den Mund. (Archivbild) - Foto: Miguel Lemos/ZUMA Press Wire/dpa
    Auslöser der Debatte: Gianluca Prestianni (M) hÀlt sich in der Auseinandersetzung mit Vinicius Junior (l) das Trikot vor den Mund. (Archivbild) - Foto: Miguel Lemos/ZUMA Press Wire/dpa
Gianni Infantino ist ein Freund der neuen Regel. (Archivbild) - Foto: Chris Carlson/AP/dpa Auslöser der Debatte: Gianluca Prestianni (M) hÀlt sich in der Auseinandersetzung mit Vinicius Junior (l) das Trikot vor den Mund. (Archivbild) - Foto: Miguel Lemos/ZUMA Press Wire/dpa

Nach einer Forderung von FIFA-PrĂ€sident Gianni Infantino können Spieler, die in einer Konfrontation mit dem Gegner ihre Hand vor den Mund halten, bei der Fußball-WM mit der Roten Karte bestraft werden. Diese Änderung beschlossen die internationalen RegelhĂŒter des International Football Association Board (Ifab) bei einer Sondersitzung in Vancouver. Damit solle diskriminierendes Verhalten verhindert werden, teilte das Ifab weiter mit.

Ob die Regel auch in anderen Wettbewerben wie beispielsweise der Bundesliga oder der Champions League zur Geltung kommt, ist zunĂ€chst den Organisatoren ĂŒberlassen. Es sei aber möglich, dass dies langfristig verpflichtender Bestandteil der Regeln werde, teilte das Ifab auf dpa-Anfrage mit.

«Wenn ein Spieler seinen Mund bedeckt und etwas sagt und dies rassistische Folgen hat, dann muss er natĂŒrlich vom Platz gestellt werden», hatte Infantino bei Sky vor knapp zwei Monaten gesagt. Mit der Hand vor dem Mund wollen Spieler auf dem Platz hĂ€ufig fĂŒr die Öffentlichkeit verschleiern, was sie sagen.

Infantino: «Warum muss ein Spieler seinen Mund zudecken?»

«Das ist etwas, das ich ohnehin nicht verstehe: Warum muss ein Spieler seinen Mund zudecken, wenn er etwas zu einem anderen Spieler sagt?», so Infantino. Man mĂŒsse in so einem Fall davon ausgehen, dass der Spieler auf dem Fußballplatz etwas gesagt hat, was er nicht gesagt haben sollte. «Wenn man nichts zu verbergen hat, hĂ€lt man sich beim Sprechen nicht den Mund zu. So einfach ist das», sagte Infantino.

Die Debatte war nach einem Vorfall im Champions-League-Spiel zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon entbrannt. Lissabons Profi Gianluca Prestianni hatte sich in einer Auseinandersetzung mit Real-Star VinĂ­cius JĂșnior das Trikot vor den Mund gezogen. Prestianni stand im Verdacht, sich rassistisch geĂ€ußert zu haben. Dies bestritt er. Die EuropĂ€ische Fußball-Union UEFA sperrte den Argentinier wegen einer homophoben Äußerung fĂŒr sechs Spiele, davon drei zur BewĂ€hrung.

Weitere Regel verschÀrft

Auch in einem anderen Punkt wurden die Regeln fĂŒr die WM verschĂ€rft. Spieler, die den Platz aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung verlassen, können die Rote Karte sehen. Dies gilt auch fĂŒr Offizielle, die Spieler auffordern, dies zu tun. Wenn ein Team so einen Spielabbruch verursacht, wird die Partie grundsĂ€tzlich fĂŒr den Gegner gewertet. Auch diese Regel gilt bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko, die am 11. Juni beginnt.

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