Jürgen Klopp startet gegen die Niederlande als Bundestrainer
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 15:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWSJürgen Klopp startet am Donnerstag in Amsterdam gegen die Niederlande in seine Amtszeit als deutscher Bundestrainer und erwartet im Nations-League-Duell einen unmittelbaren Härtetest.
Klopp setzt auf Energie und Entschlossenheit
87 Tage nach dem enttäuschenden WM-Auftritt gegen Paraguay soll die Nationalmannschaft ein neues Signal setzen. „Die Jungs haben alle Lust, also dementsprechend empfinden wir Aufbruch“, sagte Klopp vor dem Abflug nach Amsterdam.
Der 59-Jährige sprach von einem Gegner, gegen den es „direkt zur Sache“ gehe, und bezeichnete die Niederlande als „brettstarken Gegner“ mit einem neuen Trainer. Klopp tritt dabei erstmals nach mehr als zwei Jahren wieder in einem Pflichtspiel an der Seitenlinie auf.
„Spaß unter Druck“ als erste Lektion
Als erstes Lernziel für seine Mannschaft formulierte Klopp, unter Druck Spaß zu haben. Die Spieler sollten sich nicht vor der Bedeutung des Spiels fürchten, sondern sich fokussieren, zupacken und mit Leidenschaft auftreten.
Nur zwei Trainingseinheiten blieben dem neuen Bundestrainer mit seinem ersten 24 Spieler umfassenden Kader. Klopp kündigte deshalb an, dass es zu Beginn auch „wild“ zugehen könne. Entscheidend sei, dass die Mannschaft lebendig bleibe.
Kimmich soll die Achse stabilisieren
Für die Startformation wird eine Orientierung an der Weltmeisterschaft erwartet. Marc-André ter Stegen soll ins Tor zurückkehren, Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck die Innenverteidigung bilden. Kapitän Joshua Kimmich ist wieder im zentralen Mittelfeld vorgesehen.
Als weitere WM-Fahrer gelten Felix Nmecha, Jamal Musiala und Kai Havertz als Kandidaten für die Anfangself. Klopp setzt um diese erfahrene Achse auf neue Impulse: Der Freiburger Philipp Treu und Nathaniel Brown könnten die Außenverteidigung besetzen, Kevin Schade und Karim Adeyemi für Tempo sorgen.
Defensive als Grundlage
Klopps erster taktischer Leitsatz lautet Stabilität gegen den Ball. Fußballerische Qualität werde sichtbar, wenn eine Mannschaft defensiv gefestigt sei, erklärte der neue Bundestrainer.
Das Duell in der Johan-Cruyff-Arena ist der Auftakt zu vier Partien innerhalb von elf Tagen. Es ist zugleich die Kraftprobe zweier Mannschaften, die bei der Weltmeisterschaft enttäuscht haben, und zweier neuer Trainer: Klopp trifft auf den niederländischen Bondscoach Xavi Hernández.
Kimmich spricht von Anfangseuphorie
Joshua Kimmich verwies auf die besondere Situation nach dem Trainerwechsel. Die Mannschaft komme aus einer schwierigen Phase und müsse ihre eigene DNA und Identität wiederfinden.
Klopp versprach, für seine Spieler einzustehen. Wenn sie alles gäben, sei er ohne Wenn und Aber für Niederlagen verantwortlich, sagte er vor seinem Debüt.
Wettbewerb statt Schonfrist
Jürgen Klopps Debüt fällt in eine Nations-League-Gruppenphase mit echtem sportlichem Druck. Der Wettbewerb bietet Deutschland nicht nur die Chance, sich früh mit starken europäischen Teams zu messen, sondern kann auch für die Qualifikation zur Europameisterschaft 2028 relevant werden. Ein Platz unter den beiden Erstplatzierten führt in die Viertelfinal-Playoffs im März; über weitere Wege kann die Nations League einen zusätzlichen Zugang zu den EM-Playoffs eröffnen.
Für die deutsche Mannschaft ist der Auftakt deshalb mehr als ein prestigeträchtiges Nachbarschaftsduell. Nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Weltmeisterschaft soll Klopp zunächst defensive Stabilität herstellen und zugleich eine Mannschaft entwickeln, die unter hohem Druck mutig und geschlossen auftritt. Die kurze Vorbereitungszeit begrenzt dabei die Möglichkeit, komplexe Abläufe einzuüben.
Neue Rollen, bekannte Achse
Die geplante Rückkehr von Joshua Kimmich ins zentrale Mittelfeld steht beispielhaft für Klopps Ansatz: Er will eine erfahrene Achse stabilisieren und darum herum neue Kräfte einbauen. Spieler wie Philipp Treu und Nathaniel Brown stehen für die personelle Erneuerung, während Marc-André ter Stegen, Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck, Jamal Musiala und Kai Havertz für Kontinuität sorgen sollen.
Für Leser bedeutet der Auftakt damit einen frühen Test zweier Entwicklungen: Kann Klopp seine Energie und seinen kommunikativen Ansatz in kurzer Zeit auf dem Platz sichtbar machen, und trägt die Mischung aus etablierten Nationalspielern und Debütanten gegen einen starken Rivalen? Die Antwort wird auch den Ton für die drei folgenden Nations-League-Partien prägen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ntv: „Warum die Nations League so wichtig für Jürgen Klopp ist“ (22.09.2026)
Der Bericht hebe hervor, dass Klopp mit dem Auftakt unmittelbar in einen Wettbewerb mit sportlichen und möglichen Qualifikationsfolgen starte. Anders als die dpa-Meldung, die vor allem Stimmung, Spielidee und Aufstellung betone, erläutere der Artikel den Modus, die Bedeutung der Tabellenplätze und den möglichen Weg zum Final Four; offen bleibe, wie Deutschland sportlich abschneiden werde.
Tagesspiegel: „Fußball-Nationalmannschaft: Klopps Botschaft an die Welt und das „Feuer“ der Neulinge“ (23.09.2026)
Der Bericht bestätige Klopps aufbruchorientierte Ansprache und setze einen stärkeren Schwerpunkt auf die Wirkung des neuen Trainers auf Debütanten wie Philipp Treu und Younes Ebnoutalib. Zugleich schreibe das Medium, die kurze Vorbereitung lasse taktisch nur begrenzten Spielraum und die konkrete Startformation bleibe eine offene Frage.
Medienübergreifend werde der Amsterdam-Auftritt als sportlich bedeutender Neustart mit hoher Erwartung beschrieben. Unterschiede bestünden vor allem beim Schwerpunkt: Während der dpa-Bericht die unmittelbare Spielidee und die personelle Achse beleuchte, rücke ntv die Wettbewerbsfolgen und der Tagesspiegel die Wirkung auf das Team und die Neulinge in den Mittelpunkt.
