Jürgen Klopp, DFB-Team

Jürgen Klopp startet mit 1:1 in den Niederlanden

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 05:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Jürgen Klopp startet mit einem 1:1 in den Niederlanden in seine Amtszeit als Bundestrainer. Trotz des späten Ausgleichs sieht er im Auftritt wichtige Hinweise für die weitere Entwicklung der Nationalmannschaft.

  • Jürgen Klopp war die Leistung gegen die Niederlande wichtiger als das Ergebnis.  - Bild: Federico Gambarini/dpa
    Jürgen Klopp war die Leistung gegen die Niederlande wichtiger als das Ergebnis. - Bild: Federico Gambarini/dpa
  • Die Verletzungen von Kai Havertz und auch Jamal Musiala trübten den Abend. - Bild: Federico Gambarini/dpa
    Die Verletzungen von Kai Havertz und auch Jamal Musiala trübten den Abend. - Bild: Federico Gambarini/dpa
  • Marc-André ter Stegen hatte bei seinem Comeback richtig viel zu tun.  - Bild: Martin Meissner/AP/dpa
    Marc-André ter Stegen hatte bei seinem Comeback richtig viel zu tun. - Bild: Martin Meissner/AP/dpa
Jürgen Klopp war die Leistung gegen die Niederlande wichtiger als das Ergebnis.  - Bild: Federico Gambarini/dpa Die Verletzungen von Kai Havertz und auch Jamal Musiala trübten den Abend. - Bild: Federico Gambarini/dpa Marc-André ter Stegen hatte bei seinem Comeback richtig viel zu tun.  - Bild: Martin Meissner/AP/dpa

Jürgen Klopp ist mit einem 1:1 (1:0) der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in den Niederlanden in seine Amtszeit als Bundestrainer gestartet.

Führung verspielt, Erkenntnisse gewonnen

Felix Nmecha brachte die DFB-Auswahl in Amsterdam in Führung, doch Cody Gakpo glich spät aus. Kapitän Joshua Kimmich sprach danach von einer gefühlten Niederlage, Klopp wollte den Blick dagegen stärker auf die Entwicklung der Mannschaft richten.

„Die Intensität, die Bereitschaft, die Leidenschaft“ hätten ihm gefallen, sagte Klopp. Die Partie habe viele Informationen geliefert, die nun ausgewertet werden müssten.

Klopp sieht Fortschritte im Pressing

Nach nur zwei Tagen Vorbereitung habe die Mannschaft bei der neuen Taktik lediglich an der Oberfläche kratzen können. Dennoch habe er Gegenpressing-Situationen gesehen. Die Abläufe seien noch erlernt und müssten sich erst festigen.

Klopp verglich den Lernprozess mit dem Vokabellernen. Perfektion sei bei seinem ersten Spiel nicht zu erwarten gewesen; dass noch Luft nach oben bestehe, wertete er als Vorteil für die weitere Arbeit.

Lob für drei Debütanten

Besonders angetan zeigte sich der Bundestrainer von Philipp Treu. Der Freiburger spielte als rechter Außenverteidiger über 90 Minuten und könnte damit die Möglichkeit stärken, Kimmich im zentralen Mittelfeld einzusetzen.

Auch Yannick Engelhardt erhielt Lob. Angreifer Younes Ebnoutalib nutzte als Ersatz für Kai Havertz seine Chance und überzeugte Klopp ebenfalls.

Musiala und Havertz verletzt

Jamal Musiala fiel bereits vor dem Anpfiff aus, Kai Havertz musste nach 30 Minuten verletzt ausgewechselt werden. Eine MRT-Untersuchung soll Aufschluss über die Schwere der Verletzungen geben; weitere Einsätze in den drei noch ausstehenden Spielen gelten als unwahrscheinlich.

Jonathan Burkardt oder Nick Woltemade könnten Havertz ersetzen. Klopp sagte zugleich, Musiala könne die Rückkehr zu einer typischen Fußballerverletzung nach seinen jüngsten Zusammenbrüchen auch als ersehnte Normalität empfinden.

Ter Stegen überzeugt beim Comeback

Torwart Marc-André ter Stegen zeigte bei seinem Comeback eine starke Leistung. Spaniens Trainer Xavi sah ihn als Garant für den deutschen Punktgewinn; Klopp bestätigte, ter Stegen habe mehrfach entscheidend pariert.

Erster Sieg soll gegen Griechenland folgen

In der Nations-League-Gruppe 2 der A-Liga trifft Deutschland außerdem auf Griechenland und Serbien. Den Punkt in den Niederlanden bezeichnete Klopp als gefühlt verloren, betonte aber zugleich, dass die Mannschaft nicht dauerhaft unentschieden spielen dürfe.

Der erste Sieg seiner Amtszeit soll am Sonntag um 20.45 Uhr in Augsburg gegen Griechenland gelingen.

Ein Neustart unter Zeitdruck

Jürgen Klopp übernimmt die Nationalmannschaft in einer Phase hoher Erwartungen. Drei Monate nach dem WM-Debakel in Nordamerika soll die Mannschaft nicht nur wieder erfolgreicher spielen, sondern auch eine erkennbare sportliche Richtung entwickeln. Das 1:1 in Amsterdam liefert dafür erste Anhaltspunkte: Die DFB-Auswahl erzielte ein Tor, behauptete sich phasenweise im Pressing und brachte mehrere Debütanten zum Einsatz.

Gleichzeitig zeigte die Partie die Grenzen eines kurzfristigen Umbruchs. Klopp hatte nur zwei Tage Vorbereitung, sodass die neuen Abläufe noch nicht automatisiert sein konnten. Der späte Ausgleich durch Cody Gakpo macht zudem deutlich, dass eine bessere Spielidee nicht automatisch zu stabilen Ergebnissen führt. In der Nations-League-Gruppe bleibt deshalb neben der Entwicklung auch der unmittelbare Erfolgsdruck bestehen.

Verletzungen und neue Rollen

Besonders relevant für die kommenden Spiele sind die Verletzungen von Jamal Musiala und Kai Havertz. Ihre Ausfälle könnten anderen Offensivspielern Einsatzzeiten verschaffen und Klopps Suche nach einer verlässlichen Formation beschleunigen. Philipp Treus Debüt wiederum stärkt die Möglichkeit, Joshua Kimmich dauerhaft im Mittelfeld einzusetzen.

Für die Zuschauer bedeutet der Auftakt vor allem, dass der Umbau sichtbar begonnen hat, aber noch nicht abgeschlossen ist. Das nächste Gruppenspiel gegen Griechenland wird zeigen, ob die Mannschaft Klopps Vorgaben schneller umsetzt und aus dem positiven Auftritt auch den ersten Sieg der neuen Amtszeit macht.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

FOCUS online: „Debüt von Jürgen Klopp: DFB-Team verspielt kurz vor Schluss Sieg gegen Niederlande“ (24.09.2026)

Der Bericht beschreibe Klopps Debüt als wild und mitreißend, aber nicht durchgehend überzeugend. Er bestätige den späten Ausgleich und setze den Schwerpunkt auf den verpassten Prestigesieg in Amsterdam, während die dpa-Meldung stärker Klopps Lern- und Analyseansatz hervorhebe.

FOCUS online: „Kein Fairplay trotz Verletzung? Holland zürnt über Deutschland-Tor“ (24.09.2026)

Der Artikel berichte über die niederländische Kritik am Führungstor nach der Verletzung von Brian Brobbey und stelle die Fairplay-Debatte in den Mittelpunkt. Zugleich bestätige er den Spielverlauf und den Ausgleich durch Cody Gakpo; offen bleibe die unterschiedliche Bewertung der Szene.

Beide Berichte bestätigten das 1:1 und den späten niederländischen Ausgleich. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Schwerpunkt: Während der eine Beitrag die sportliche Bilanz des Debüts bewerte, konzentriere sich der andere auf die Kontroverse um das deutsche Führungstor.

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