Union, Leverkusen

1:0 bei Union: Leverkusen eilt Meistertitel entgegen

06.04.2024 - 17:39:54

Leverkusen nutzt den Patzer der Bayern und steht dicht vor dem Titelgewinn. Mit dem Sieg in Berlin egalisiert die Werkself einen Bundesliga-Rekord. Union muss wieder zittern.

Die Unschlagbaren von Bayer Leverkusen haben ihre Super-Serie ausgebaut und auf dem Weg zum ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte den nÀchsten Meilenstein gesetzt.

Die Mannschaft von Trainer Xabi Alonso blieb auch im 41. Pflichtspiel der Saison ohne Niederlage und gewann beim 1. FC Union Berlin mit 1:0 (1:0). Bei noch sechs ausstehenden Spieltagen ist Leverkusens Vorsprung nahezu uneinholbar fĂŒr den abgehĂ€ngten Verfolger FC Bayern, der in Heidenheim 2:3 verlor. Schon am nĂ€chsten Wochenende kann sich Bayer als Champion feststehen. 

Vor 22.012 Zuschauern im Stadion an der Alten Försterei traf Florian Wirtz (45. Minute + 8/Handelfmeter) fĂŒr die Mannschaft vom Rhein, die nach einem Platzverweis fĂŒr Unions Robin Gosens (45.+3) lange in Überzahl spielte. Union verpasste einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt, besitzt aber weiter ein kleines Polster auf die AbstiegsrĂ€nge.

Mit dem Erfolg in Köpenick egalisierte die Werkself zudem einen Bundesliga-Rekord, denn mehr als 28 Partien in Folge blieb innerhalb einer Spielzeit noch nie ein Team unbesiegt. Diese Serien schafften bislang die Bayern 2013/14 mit Trainer Pep Guardiola und der BVB 2011/12 unter JĂŒrgen Klopp.

Wilde Nachspielzeit

Meisterlich trat die Werkself zwar nicht auf, sie bestimmte aber das Spiel und drĂ€ngte Union tief in die eigene HĂ€lfte. Doch egal, ob es Alejandro Grimaldo per direktem Freistoß versuchte oder Borja Iglesias per Kopf: Unions TorhĂŒter Frederik Rönnow war zunĂ€chst zur Stelle. Beim nĂ€chsten Flachschuss von Grimaldo (28.) wĂ€re der DĂ€ne dann chancenlos gewesen, doch der Mittelfeldspieler legte den Ball neben den Pfosten. 

Die Hausherren bekamen kaum Verschnaufpausen, waren aber dennoch der erwartet eklige Gegner, der selbstbewusst in die ZweikÀmpfe ging und hinten kompakt stand. Nur das Spiel nach vorn funktionierte erneut kaum. Die erste und in der ersten Halbzeit einzige Chance hatte Gosens (36.) nach einer Ecke. 

Vor dem Pausenpfiff ĂŒberschlugen sich dann die Ereignisse. Erst sah Gosens nach seinem zweiten Foulspiel die Gelb-Rote-Karte. Dann landete der Ball nach wildem Gestocher im Tor der Berliner. Schiedsrichter Benjamin Brand entschied zunĂ€chst auf Abseits - und nach einem Blick auf den Bildschirm auf Handelfmeter. Union-KapitĂ€n Christopher Trimmel hatte einen Schuss im Strafraum mit dem Arm abgelenkt. Wirtz verwandelte sicher, Trimmel sah fĂŒr sein Vergehen keine Karte.

Union gibt nicht auf

Obwohl sich die KrĂ€fteverhĂ€ltnisse verschoben hatten, setzten dezimierte Unioner nun mehr Offensivakzente als vor der Pause. Wirklich gefĂ€hrlich waren die Angriffe aber nicht. Außenspieler Josip Juranovic wurde zwar mit langen BĂ€llen ein ums andere Mal nach vorn geschickt, dort fehlte aber eine Anspielstation.

Dass die Partie spannend blieb, lag zum einen daran, dass den GĂ€sten vor dem Tor Genauigkeit und Konsequenz fehlten und Union die RĂ€ume zumachte. Außerdem erwischte Rönnow im Berliner Tor wieder einen starken Tag. Die Berliner BemĂŒhungen wurden am Ende nicht belohnt. Die Hausherren mĂŒssen im Abstiegskampf wieder zittern. In Leverkusen können die Vorbereitungen fĂŒr die Meisterparty beginnen.

@ dpa.de