MatthÀus, Experten

MatthÀus: «Experten haben das Recht, ihre Meinung kundzutun»

15.11.2023 - 06:57:02

Lothar MatthÀus ist der bekannteste TV-Experte in Deutschland. Seine Meinung gefÀllt nicht jedem. Zuletzt regte sich Bayern-Trainer Thomas Tuchel auf. MatthÀus möchte seinen Stil nicht Àndern.

Nach dem Streit mit Bayern MĂŒnchens Trainer Thomas Tuchel hat Rekord-Nationalspieler Lothar MatthĂ€us seinen Stil als Fußball-Experte verteidigt.

«Experten haben das Recht, ihre Meinung kundzutun. Deswegen sind sie da», sagte der 62-JĂ€hrige der Deutschen Presse-Agentur. «Wenn ich auf die letzten zehn Jahre zurĂŒckschaue, kann jeder sagen, dass ich mit bestimmten Dingen kritisch umgehe. Ich spreche die Sachen an, die ich sehe, und spreche nichts an, was ich nicht sehe oder fĂŒhle.»

Das sei halt die Arbeit eines TV-Experten. «Die ist nicht weit auseinander von der eines Journalisten», sagte er. «Im Endeffekt beurteilen wir das, was wir sehen. Und dass wir nicht alles gleich sehen, ist ja auch völlig normal.»

Tuchel hatte sich vor und nach dem Bundesliga-Topspiel der MĂŒnchner am 4. November bei Borussia Dortmund (4:0) mit beißender Ironie zu den Sky-Experten MatthĂ€us und Dietmar Hamann geĂ€ußert, die ihn zuvor kritisiert hatten. Der Bayern-Trainer brach das Interview nach dem Spiel ab. 

Seit ĂŒber zehn Jahren Bundesliga-Experte bei Sky

MatthĂ€us ist seit mehr als zehn Jahren Bundesliga-Experte bei Sky. Seit 2019 arbeitet er auch fĂŒr RTL, etwa am Samstag beim LĂ€nderspiel. Als seine Aufgabe sieht er, die Zuschauer auf das Spiel vorzubereiten.

«Ich erörtere die StĂ€rken und die SchwĂ€chen der Mannschaften, der einzelnen Spieler. So dass man in Endeffekt beim VorgeplĂ€nkel das Wichtigste fĂŒr das Spiel rĂŒberbringt», sagte der Ex-Profi: «Um was geht es heute? Was steht auf dem Spiel, auf welchen Spieler muss man besonders achten? Wer hat seine StĂ€rken wo? Und dann nicht nur etwas sagen, sondern, wenn es möglich ist, dies auch durch Bilder zu untermauern.»

Von Statistiken hÀlt er nicht so viel. «Davon bin ich nicht unbedingt ein Freund. Das ist schon mehr der amerikanische Stil. Da bin ich ein bisschen mehr old-fashioned», sagte MatthÀus. «Ich komme zu meinen EinschÀtzungen, indem ich mir Spiele anschaue und mich in den Medien, in Fachzeitschriften informiere.» Er habe auch die direkten Kontakte. «Da spricht man mal noch mal kurz vor dem Spiel.» 

@ dpa.de