FIFA, UEFA

Offener Brief: VerbÀnde werfen Infantino «TÀuschung» vor

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 11:10 Uhr | dpa.de

Drei DachverbÀnde zeigen gegen Gianni Infantino Zusammenhalt. Europa, Asien sowie Nord- und Mittelamerika erneuern ihre Kritik am Weltverband. Sie werfen Infantino Verantwortungslosigkeit vor.

  • Gianni Infantino steht in der Dauerkritik. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Gianni Infantino steht in der Dauerkritik. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Aleksander Ceferin fĂŒhrt den Aufstand gegen Gianni Infantino an. (Archivbild) - Bild: Darko Vojinovic/AP/dpa
    Aleksander Ceferin fĂŒhrt den Aufstand gegen Gianni Infantino an. (Archivbild) - Bild: Darko Vojinovic/AP/dpa
Gianni Infantino steht in der Dauerkritik. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa Aleksander Ceferin fĂŒhrt den Aufstand gegen Gianni Infantino an. (Archivbild) - Bild: Darko Vojinovic/AP/dpa

Die Gegner von Gianni Infantino wollen den Druck auf den angezĂ€hlten FIFA-PrĂ€sidenten hochhalten. In einem offenen Brief wendeten sich die DachverbĂ€nde von Europa (UEFA), Asien (AFC), Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik (Concacaf) gemeinsam an die Öffentlichkeit. Die KontinentalverbĂ€nde bekrĂ€ftigen ihre Kritik an Infantino und fordern weiter einen Neuanfang an der Spitze des Weltverbandes.

«FĂŒhrung im Fußball ist kein Besitz. Es geht nicht darum, Macht zu haben - oder ihre AusĂŒbung einzufordern. Sie ist eine Verpflichtung zum Dienst an der Fußball-Familie, die einem ihr Vertrauen schenkt», heißt es in dem Schreiben, das von UEFA-PrĂ€sident Aleksander Ceferin, AFC-Boss Salman bin Ibrahim al-Chalifa und Concacaf-Chef Victor Montagliani unterzeichnet ist.

Infantinos gescheiterte InvestorenplÀne

«Wenn dieses Vertrauen durch TĂ€uschung gebrochen wird, wenn sich jemand ĂŒber das Kollektiv stellt, das ihn mit Verantwortung betraut hat, wurde diese Verpflichtung aufgegeben», kritisieren die drei DachverbĂ€nde.

Infantino steht massiv in der Kritik bis hin zu RĂŒcktrittsforderungen. Der FIFA-Boss wollte Rechte an den Turnieren des Weltverbandes an private Investoren verkaufen. Nach riesiger Empörung musste Infantino sein Vorhaben wieder begraben. Seitdem tobt ein Machtkampf im Fußball.

In dem Brief wurde der Alleingang Infantinos bei seinen PlĂ€nen scharf kritisiert. «Ein Vorschlag, der in einem stark verkĂŒrzten Zeitrahmen vorangetrieben, ohne ernsthafte Konsultation erarbeitet und bis zu einer Frist angeschoben wurde, noch bevor die MitgliedsverbĂ€nde die Bedingungen angemessen prĂŒfen konnten, ist nicht das Ergebnis eines Versehens – sondern Ausdruck eines bewussten Vorgehens, um eine ÜberprĂŒfung einzuschrĂ€nken», heißt es.

VerbÀnde: Kein Verfahrensfehler, sondern Vertrauensbruch

Ceferin & Co. bezogen sich dabei auf ein Schreiben der FIFA, in dem Fehler bei den InvestorenplĂ€nen eingerĂ€umt wurden. «Es wurde nicht anerkannt, dass der Vorschlag an sich grundlegend falsch war. Nach wie vor fehlt jede Einsicht, dass der Versuch, eine Beteiligung an der FIFA-Weltmeisterschaft zu verkaufen, ein gravierendes Fehlurteil war – nicht nur ein Verfahrensfehler, sondern ein grundlegender Vertrauensbruch gegenĂŒber genau den Institutionen, denen die FIFA zu dienen verpflichtet ist», schreiben die DachverbĂ€nde.

Die drei Verbandschefs um Ceferin schlossen ihren Brief mit einem Appell an die so genannte Fußball-Familie: «Die StĂ€rke des Fußballs lag stets in seiner Einheit. Wir rufen dazu auf, diese Einheit nun zu wahren - und fĂŒr eine FĂŒhrung einzustehen, die dem Fußball dient, statt ihn beherrschen zu wollen.»

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