Amsterdam, Israelische

Stadt Amsterdam: Israelische Fußballfans gezielt angegriffen

08.11.2024 - 12:49:29

PropalÀstinensische Jugendliche attackieren AnhÀnger von Maccabi Tel Aviv. Mehrere Menschen werden verletzt. Israel und Niederlande sind geschockt.

PropalĂ€stinensische Jugendliche haben nach Angaben von Behörden aktiv Jagd auf israelische Fußballfans in Amsterdam gemacht. Mehrere Menschen seien bei den gewalttĂ€tigen Angriffen nach dem Fußballspiel von Ajax Amsterdam gegen Maccabi Tel Aviv verletzt worden, teilten Stadt und Polizei in einer gemeinsamen ErklĂ€rung mit. FĂŒnf Menschen mussten nach Angaben der Polizei in KrankenhĂ€usern behandelt werden. Die Unruhestifter seien «aktiv auf die Suche gegangen nach israelischen Fans, um sie anzugreifen und zu misshandeln», heißt es in der ErklĂ€rung. 

«An mehreren Stellen in der Stadt wurden Fans belagert, misshandelt und mit Feuerwerkkörpern beworfen», erklĂ€rte BĂŒrgermeisterin Femke Halsema. Sie verurteilte dieses «antisemitische Verhalten». Stadt und Justiz untersuchen nun die VorfĂ€lle. Die Behörden rufen alle Opfer auf, sich bei der Polizei zu melden und Anzeige zu erstatten. 

«Verfolgt, geschlagen und getreten»

Nach dem Fußballspiel in der Europa League von Ajax Amsterdam gegen Maccabi Tel Aviv hatten propalĂ€stinensische Jugendliche nach Angaben von israelischen Zeugen Fans angegriffen, als diese aus dem Stadion ins Zentrum der Stadt zurĂŒckkamen. Menschen berichteten von beĂ€ngstigenden Momenten. Sie seien von maskierten jungen MĂ€nnern verfolgt geschlagen und getreten worden. 

Die Polizei hatte zunĂ€chst von kleinen Konfrontationen gesprochen und sich sehr zurĂŒckhaltend geĂ€ußert. 62 Menschen wurden den Angaben zufolge vorlĂ€ufig festgenommen. Die Polizei hatte die Israelis nachts in ihre Hotels gebracht. Diese wĂŒrden nun extra geschĂŒtzt, hieß es. 

Politiker empört 

Die Gewalt hatte in Israel empörte Reaktionen ausgelöst. Politiker sprachen von einer Jagd auf Juden. Die israelische Regierung wollte zwei Flugzeuge schicken, um Maccabi-AnhÀnger abzuholen. Auch niederlÀndische Politiker waren entsetzt. 

MinisterprĂ€sident Dick Schoof verurteilte auf X diese «unakzeptablen antisemitischen Angriffe auf Israelis». Er habe inzwischen mit MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu telefoniert. Er sagte dem Land alle UnterstĂŒtzung zu. 

Auch aus Deutschland gab es Reaktionen. So verurteilte Außenministerin Annalena Baerbock die VorfĂ€lle in Amsterdam auf X als zutiefst beschĂ€mend. «Der Ausbruch solcher Gewalt gegenĂŒber Juden ĂŒberschreitet alle Grenzen. DafĂŒr gibt es keine Rechtfertigung.»

Polizei schĂŒtzt Israelis und begleitet sie in Hotels

Nach Darstellung der Amsterdamer Polizei hatten die propalĂ€stinensischen Jugendlichen gezielt auf die Israelis am Bahnhof gewartet. Reporter des Amsterdamer TV-Senders AT5 berichteten, propalĂ€stinensische Demonstranten hĂ€tten Maccabi-Fans mit StĂŒhlen beworfen, als diese vom Stadion am spĂ€ten Donnerstagabend ins Zentrum zurĂŒckkehrten. Mobile EinsatzkrĂ€fte der Polizei hĂ€tten die Israelis abgeschirmt und mit Bussen in ihre Hotels begleitet. 

Mehrere israelische Politiker sprachen von bestĂŒrzenden Gewaltszenen, bei denen propalĂ€stinensische TĂ€ter regelrecht Jagd auf Juden gemacht hĂ€tten. 

Der radikal-rechte Populist Geert Wilders schrieb auf X: «Ein Pogrom in den Straßen von Amsterdam. (...) Muslime mit palĂ€stinensischen Flaggen jagen Juden.» 

Bereits vor dem Spiel ZusammenstĂ¶ĂŸe

Bereits vor dem Spiel gab es im Zentrum der Stadt ZusammenstĂ¶ĂŸe von israelischen Fußballfans und SicherheitskrĂ€ften. Dabei wurden laut Polizei etwa zehn Personen festgenommen wegen Störung der öffentlichen Ordnung und des verbotenen Besitzes von Feuerwerkskörpern. 

Israelische Fans sollen sich auch provozierend verhalten haben, berichteten Zeugen. Auf Videos im Internet ist zu sehen, dass sie palÀstinensische Flaggen von HÀusern zerren und beleidigende Parolen rufen. 

Vor dem Spiel war es auch in der NĂ€he des Stadions im SĂŒdosten der Stadt zu Auseinandersetzungen gekommen. Etwa 200 Demonstranten versuchten nach Angaben der Polizei, zu der SpielstĂ€tte zu gelangen. Zuvor hatte die Stadtverwaltung eine Demonstration direkt vor der Johan Cruijff Arena verboten und einen anderen Ort in der NĂ€he fĂŒr die Kundgebung bestimmt. Die Sicherheitsvorkehrungen waren vor der Partie deutlich verschĂ€rft worden.

@ dpa.de