WM, Iran

Irans Sportminister lehnt WM-Teilnahme ab

11.03.2026 - 11:38:29 | dpa.de

Trotz des Kriegs im Nahen Osten lĂ€dt Donald Trump den Iran zur WM ein. Dessen Sportminister schließt eine Teilnahme aus. Derweil gibt es dramatische Szenen um das Frauen-Team in Australien.

  • Donald Trump (l) und Gianni Infantino pflegen ein enges VerhĂ€ltnis. (Archivbild) - Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa
    Donald Trump (l) und Gianni Infantino pflegen ein enges VerhÀltnis. (Archivbild) - Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa
  • Sechs Iranerinnen haben Asyl in Australien bekommen, der Rest des Teams flog zurĂŒck in den Iran. - Foto: Dave Hunt/AAP/dpa
    Sechs Iranerinnen haben Asyl in Australien bekommen, der Rest des Teams flog zurĂŒck in den Iran. - Foto: Dave Hunt/AAP/dpa
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Irans Sportminister hat eine Teilnahme seines Landes an der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA angesichts des Krieges im Nahen Osten ausgeschlossen. Mit Blick auf die USA, die Ende Februar gemeinsam mit Israel den Iran angegriffen hatten, sagte Ahmad Donjamali in einem TV-Interview: «Da diese korrupte Regierung unseren FĂŒhrer ermordet hat, haben wir unter allen UmstĂ€nden keine Bedingungen, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen.»

Zuvor hatte US-PrĂ€sident Donald Trump noch FIFA-PrĂ€sident Gianni Infantino zugesichert, dass die iranische Nationalmannschaft bei der WM im Sommer in seinem Land antreten dĂŒrfe. «WĂ€hrend der GesprĂ€che bekrĂ€ftigte PrĂ€sident Trump, dass die iranische Mannschaft natĂŒrlich herzlich eingeladen sei, an dem Turnier in den Vereinigten Staaten teilzunehmen», sagte Infantino nach einem Treffen mit Trump.

Donjamali betonte derweil, dass «angesichts der bösartigen Maßnahmen, die gegen Iran durchgefĂŒhrt wurden», sein Land «definitiv keine Möglichkeit zu einer solchen Teilnahme» habe. Ob die Entscheidung des Ministers final ist und der Iran die Teilnahme wirklich boykottiert, blieb zunĂ€chst unklar. 

Iran hÀtte drei Gruppenspiele in den USA

Der Iran wĂŒrde bei dem am 11. Juni in den USA, Kanada und Mexiko beginnenden Turnier alle drei Gruppenspiele in den USA austragen. Die Vereinigten Staaten und Israel greifen den Iran seit Ende Februar an. Das Land fĂŒhrt GegenschlĂ€ge in der Region aus.

Zuvor hatte auch Mehdi Tadsch, der PrĂ€sident des iranischen Fußball-Verbandes (FFI), bei der Nachrichtenagentur Isna erneut einen Verzicht angedeutet: «Welcher vernĂŒnftige Mensch wĂŒrde seine Nationalmannschaft in die USA schicken, wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien.»

Dramatische Szenen in Australien 

Tadsch nahm Bezug auf das iranische Frauen-Team. FĂŒnf Spielerinnen hatten wĂ€hrend des Asien-Cups in Sydney humanitĂ€re Visa erhalten, nachdem sie von der australischen Polizei aus ihrem Hotel gebracht worden waren. Zwei weitere Teammitglieder erklĂ€rten spĂ€ter, auch nicht zurĂŒckkehren zu wollen. Eine der Frauen entschied sich laut Innenminister Tony Burke in letzter Minute aber doch fĂŒr die RĂŒckreise in den Iran. Somit sind sechs Iranerinnen in Australien geblieben. 

Burke betonte, allen Spielerinnen sei vor der Abreise Asyl angeboten worden. Viele hÀtten aus Sorge um ihre Familien im Iran darauf verzichtet. 

Beim Abflug weinten viele Spielerinnen, andere lagen sich lange in dem Armen, wie Journalisten der Zeitung «Sydney Morning Herald», die den Nachtflug von Sydney nach Kuala Lumpur begleiteten, berichteten. Beobachter befĂŒrchten, dass den Frauen und ihren Familien nach ihrer RĂŒckkehr Konsequenzen drohen. 

Nach der Landung am Morgen (Ortszeit) in Kuala Lumpur wartete Irans Botschafter in Malaysia bereits am Ausgang des Flugzeugstegs. WĂ€hrend einige Offizielle ihn begrĂŒĂŸten, wirkten viele Spielerinnen still und angespannt und starrten auf ihre Handys. Von Malaysia aus soll die Mannschaft ĂŒber die TĂŒrkei weiter in den Iran reisen.

Die «Löwinnen» hatten wegen ihres stillen Protests beim Asien-Cup fĂŒr internationales Aufsehen gesorgt. Beim ersten Gruppenspiel hatten die Spielerinnen wĂ€hrend der Nationalhymne geschwiegen – im Iran wurde das als Zeichen gegen die FĂŒhrung in Teheran gewertet. Staatsmedien bezeichneten sie spĂ€ter als «VerrĂ€terinnen», auch wenn sie bei den folgenden Partien wieder mitsangen.

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