Verbands-ChefanklĂ€ger fordert heftigen Punktabzug fĂŒr Juve
22.05.2023 - 13:26:36Wegen Finanzvergehen soll Juventus Turin nun doch mit einem heftigen Punktabzug in der laufenden Saison bestraft werden. Der ChefanklĂ€ger des italienischen FuĂball-Verbandes FIGC, Giuseppe ChinĂš, forderte, dem Rekordmeister elf ZĂ€hler zu streichen.
Damit wĂŒrden die derzeit zweitplatzierten Turiner in der Serie-A-Tabelle aus den ersten vier RĂ€ngen rutschen, die zur Teilnahme an der Champions League berechtigen. Nach dem AnklĂ€ger waren vor dem obersten FIGC-Gericht die Juve-Verteidiger mit ihren ErklĂ€rungen an der Reihe. Medienberichten zufolge könnte noch am Abend ein Urteil gefĂ€llt werden.
Marktwerte verfÀlscht?
In der Causa geht es um den Vorwurf, dass Juventus jahrelang die Marktwerte seiner Spieler verfĂ€lscht und somit bei Transfers oder TauschgeschĂ€ften mit anderen Vereinen ĂŒberhöhte Summen verbucht haben soll. Das Verbandsgericht verurteilte die Turiner deswegen bereits Anfang des Jahres zu einer 15-Punkte-Strafe. Dagegen ging der Club vor dem höchsten italienischen Sportgericht vor und hatte zunĂ€chst Erfolg - dieses hob die Strafe nĂ€mlich auf, gab den Fall aber fĂŒr ein neues Urteil wieder zurĂŒck an die FIGC-Kammer.
Interessant ist, dass ChinĂš im ersten Verfahren nur neun ZĂ€hler Abzug gefordert hatte - das Gericht das StrafmaĂ aber eigenstĂ€ndig auf 15 Punkte erhöhte. FĂŒr ebenfalls angeklagte frĂŒhere Juve-Manager wie den Ex-Profi Pavel Nedved forderte die Anklage nun eine Sperre von acht Monaten. Just wegen der ersten Urteile gegen jene Manager hatte das oberste italienische Sportgericht den Fall an das FIGC-Gericht zurĂŒckgegeben. Nun blieb ChinĂš bei seinen Forderungen unter den ursprĂŒnglich verhĂ€ngten Strafen.
Juventus, das am Montagabend (20.45 Uhr) beim FC Empoli sportlich um Punkte und damit die Qualifikation fĂŒr den Europapokal kĂ€mpfen wollte, muss sich nicht nur wegen dieser Causa vor einem Sportgericht verantworten. In der vorigen Woche hatte AnklĂ€ger ChinĂš den Verein angezeigt, weil dieser Gehaltszahlungen in Millionenhöhe unrechtmĂ€Ăig verbucht und verschleiert haben soll.


