WM-Qualifikation, Italien

Pfiffe nach Blamage: Italien blĂŒht nĂ€chstes WM-Quali-Debakel

17.11.2025 - 11:44:07 | dpa.de

Zweimal mussten die Italiener zuletzt bei Fußball-Weltmeisterschaften zuschauen. Folgt bald der nĂ€chste Schock? Coach Gattuso wird deutlich.

Norwegens Nationalmannschaft feiert Trainer Stale Solbakken nach dem 4:1 in Italien. - Foto: Luca Bruno/AP/dpa
Norwegens Nationalmannschaft feiert Trainer Stale Solbakken nach dem 4:1 in Italien. - Foto: Luca Bruno/AP/dpa

Vom gellenden Pfeifkonzert dĂŒrften Gennaro Gattuso noch die Ohren geklingelt haben, als er sichtlich geknickt um Verzeihung bat. «Ich möchte mich bei unseren Fans entschuldigen», sagte der Fußball-Nationaltrainer Italiens nach der 1:4-Heimblamage in der WM-Qualifikation gegen Norwegen. Die zweite Pleite gegen die Skandinavier besiegelte den Gang der Azzurri in die Quali-Playoffs - und diese Strafrunden waren zuletzt schon zweimal fatal.

«GedemĂŒtigtes Italien», schrieb die «Gazzetta dello Sport» am Tag nach der Pleite. Kurioserweise konnten sich Gattuso und seine Fußballer noch bei Jannik Sinner bedanken: Durch dessen Sieg bei den ATP Finals am Sonntagabend verdrĂ€ngte der jubelnde Tennis-Star auf den Fotos mitsamt dem silbernen Pokal die enttĂ€uschten Kicker etwas von den Titelseiten der drei wichtigsten SportblĂ€tter. Die ganz großen und vernichtenden Schlagzeilen fielen also vorerst aus.

Italien enttÀuscht schon seit mehreren Spielen

Das Publikum im Giuseppe-Meazza-Stadion von Mailand hatte da weniger RĂŒcksicht genommen und das eigene Team beim Schlusspfiff heftig ausgepfiffen und ausgebuht. «So einen Abend hat niemand verdient, vor allem nicht jene, die hier ins Stadion gekommen sind», rĂ€umte Gattuso ein.

Dabei war die direkte Qualifikation fĂŒr die WM 2026 bereits vor Spielbeginn quasi futsch: Die Italiener hĂ€tten mit neun Toren Unterschied gewinnen mĂŒssen, um Norwegen auf Rang eins noch abzufangen. Doch statt sich Mut zu holen fĂŒr die Playoffs im MĂ€rz setzte es einen Ă€hnlichen DĂ€mpfer wie zum Quali-Start beim 0:3 in Norwegen. Danach hatte Coach Luciano Spalletti gehen mĂŒssen.

Nachfolger Gattuso ist mit der Squadra Azzurra aber nicht viel weiter gekommen. Das 1:4 vom Sonntagabend reihte sich ein in eine Liste von schwachen Auftritten: Gegen Israel etwa mĂŒhte sich Italien im September zu einem 5:4 in der Nachspielzeit, auch das 2:0 vor wenigen Tagen beim Fußball-Zwerg in Moldau wurde erst durch zwei Treffer in der Schlussphase festgezurrt.

Heftiger Einbruch nach guter erster Halbzeit

So wird es auch in den Playoffs schwierig, das wissen die Italiener. Sie klammern sich an kleine Mutmacher. Vor der Pause gegen Norwegen etwa waren die Gastgeber dominant, gingen durch Francesco Pio Esposito in FĂŒhrung (11. Minute) und hĂ€tten noch weitere Treffer nachlegen können. «Wir mĂŒssen auf dieser ersten Halbzeit aufbauen», sagte Trainer Gattuso.

Und die zweiten 45 Minuten im Regen von Mailand am besten vergessen, hĂ€tte der Ex-Profi ergĂ€nzen können. Leipzigs Profi Antonio Nusa (63. Minute), zweimal Weltklasse-StĂŒrmer Erling Haaland (78./79.) und JĂžrgen Strand Larsen (90.+3) drehten das Match. Gattuso fand, sein Team sei «zu schwer bestraft worden».

Wiedersehen mit alten Schreckgespenstern?

Jetzt geht das Bangen wieder los in der stolzen Fußball-Nation. ZunĂ€chst wird am Donnerstag ausgelost, gegen wen man im MĂ€rz im ersten K.o.-Spiel ran muss. Dass dabei Schweden oder Nordmazedonien mögliche Gegner sind, also just jene Teams, gegen die Italien in den Playoffs die WM-Teilnahmen 2018 und 2022 vergeigt hatte, dĂŒrfte die Stimmung nicht wesentlich heben.

«Jetzt haben wir Zeit, uns bestmöglich vorzubereiten», kĂŒndigte Verteidiger Giovanni di Lorenzo an. «Wir werden die Wunden lecken», meinte Coach Gattuso und blickte auf MĂ€rz voraus: «Hoffentlich können wir unseren Fans dann doch noch eine Freude machen.» Überzeugt klang er dabei nicht.

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