Ryder Cup, Italien

Party in Rom: Europas Golfstars triumphieren beim Ryder Cup

01.10.2023 - 17:34:32

Europas Golf-Fans feiern ihre Ryder-Cup-Helden. Rory McIlroy und Co. entthronen in Rom die Titelverteidiger aus den USA. Der Wirbel um den Kappen-Ärger im US-Team hĂ€lt an.

Tommy Fleetwood startete die große Party von Europas Golf-Eilte. Unter ohrenbetĂ€ubenden Jubel zehntausender frenetischer Fans holte der EnglĂ€nder am Sonntag den entscheidenden Punkt zum Triumph des europĂ€ischen Teams beim 44. Ryder Cup vor den Toren Roms.

Durch den Erfolg gegen Rickie Fowler gingen die Herausforderer beim prestigetrĂ€chtigen Kontinentalvergleich uneinholbar mit 15 Punkten in FĂŒhrung und eroberten die kleine, goldene TrophĂ€e von den im Vorfeld favorisierten Titelverteidigern aus den USA zurĂŒck. 

Schmach von Whistling Straits wett gemacht

Am Ende hieß es 16,5:11,5, damit machten Rory McIlroy und Co. die Schmach von Whistling Straits wieder wett. Vor zwei Jahren hatten die EuropĂ€er im US-Bundesstaat Wisconsin die Rekordniederlage von 9:19-Punkten hinnehmen mĂŒssen.

Die 60.000 Fans auf der edlen Golfanlage rund 20 Kilometer östlich vom Petersplatz feierten bei strahlendem Sonnenschein ĂŒberschwĂ€nglich den Triumph ihrer Helden. Immer wieder schallten die lauten «Europe, Europe»-Rufe ĂŒber den Marco Simone Golf & Country Club. Nach dieser Niederlage warten die US-Amerikaner beim wichtigsten Team-Wettbewerb im Golfsport seit nunmehr 30 Jahren auf einen Erfolg auf europĂ€ischem Boden.

Europas KapitĂ€n Luke Donald setzte am Finaltag seine stĂ€rksten Spieler gleich zu Beginn der zwölf Einzel ein, um möglichst schnell die vier fehlenden Punkte einzusammeln. Allerdings machten die EuropĂ€er es noch einmal spannend. Erst in der vorletzten Partie sorgte Fleetwood fĂŒr die Entscheidung.

Spieler-Auswahl passt

KapitÀn Donald bewies mit diesem Erfolg, dass er beim Ryder Cup in Rom alles richtig gemacht hat. Seine Spieler-Auswahl passte. Das Team um die Stars McIlroy, Jon Rahm und Viktor Hovland sowie den Neulingen Ludvig Aberg, Nicolai Höjgaard, Sepp Straka und Robert MacIntyre harmonierte prÀchtig. Zudem schaffte es Donald, den so viel beschworenen Teamgeist bei den EuropÀern zu entfachen.  

Dagegen ging der Wirbel um den Kappen-Ärger im US-Team auch am Finaltag weiter. Aus SolidaritĂ€t mit Patrick Cantlay trugen einige der zwölf US-Spieler ebenfalls keine Team-Kappe. Am Vortag hatte Cantlay einen Medienbericht dementiert, wonach er fĂŒr eine Spaltung des US-Teams gesorgt haben soll.

In dem Bericht wurde behauptet, Cantlay sei verĂ€rgert darĂŒber, dass die Spieler fĂŒr den Einsatz im Ryder Cup kein Geld bekommen. Aus diesem Grund soll der 31-JĂ€hrige aus Protest keine Kappe getragen haben. Am Samstagnachmittag hatten die europĂ€ischen Fans ihre Kappen in Cantlays Richtung geschwenkt und «Hut ab fĂŒr dein Bankkonto» skandiert.

Kappen-Streit geht weiter

Auch der Olympiasieger von Tokio, Xander Schauffele, verzichtete am Finaltag auf die Team-Kappe der USA. Xanders Vater, Stefan Schauffele, erklĂ€rte im TV-Sender Sky, dass es eine SolidaritĂ€tsbekundung fĂŒr Cantlay sei. Der Medienbericht sei indes nicht zutreffend. Allerdings gab Schauffele Senior auch zu, dass das Thema Ryder Cup und die Nicht-Bezahlung der Spieler schon seit Jahren im US-Team schwelt. Schauffele sagte, dass die PGA of America mit dem Ryder Cup Profit mache und die Spieler nicht daran beteilige.

Europas KapitĂ€n hat eine klare Meinung, ob die Spieler fĂŒr den Einsatz im Ryder Cup bezahlt werden sollten: «Absolut nicht», sagte Donald. «Der Ryder Cup steht fĂŒr echten Sport. Es geht um Stolz. Es geht darum, sein Land zu reprĂ€sentieren.»

@ dpa.de