WM-Viertelfinale, DHB-Frauen

WM-Viertelfinale nah: DHB-Frauen gewinnen gegen RumÀnien

07.12.2023 - 19:35:13

Deutschlands Handballerinnen sind bei der WM nicht zu stoppen. Beim Sieg gegen RumĂ€nien trumpft TorhĂŒtern Filter auf. Das DHB-Team ist seinem Minimalziel ganz nah.

Deutschlands Handballerinnen tanzten nach dem Zittersieg gegen RumĂ€nien ausgelassen im Jubelkreis ĂŒber das Parkett. Mit dem hart erkĂ€mpften 24:22 (9:12) zum Start in die Hauptrunde hat das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch seinen beeindruckenden Erfolgslauf bei der WM in Skandinavien fortgesetzt und einen großen Schritt in Richtung Viertelfinale gemacht.

«Das war eine geile mentale Leistung. Kompliment an die MĂ€dels», lobte Gaugisch nach dem Abpfiff und ergĂ€nzte mit Blick auf die kommenden Aufgaben: «Das gibt natĂŒrlich weiter Selbstbewusstsein und hilft uns, den eigenen Glauben zu entwickeln.»

Mit einem Sieg am Samstag ĂŒber Serbien kann die DHB-Auswahl um die ĂŒberragende Torfrau Katharina Filter bereits den Einzug in die Runde der besten Acht perfekt machen. «Wir haben jetzt den ersten Matchball, unser Mindestziel zu erreichen», sagte Co-KapitĂ€nin Emily Bölk. Zum Abschluss der Hauptrunde geht es am kommenden Montag gegen TitelanwĂ€rter und Co-Gastgeber DĂ€nemark. Die beiden Gruppenbesten qualifizieren sich fĂŒrs Viertelfinale.

Bölk «mega happy», Gaugisch erleichtert

Beim starken Auftritt von Filter, die 16 WĂŒrfe der RumĂ€ninnen parierte, waren Antje Döll und Annika Lott an ihrem 24. Geburtstag mit jeweils vier Treffern beste Werferinnen im deutschen Team. «Ich bin mega happy. Wir haben gezeigt, dass wir auch enge Spiele fĂŒr uns entscheiden können», frohlockte Bölk.

Auch der Bundestrainer war nach dem vierten Sieg im vierten Spiel erleichtert, sah es zunÀchst doch nicht danach aus. «Wir sind schwer in die erste Halbzeit gekommen, sind aber ruhig geblieben. In der zweiten Halbzeit haben wir endlich unser Tempospiel gespielt, uns gut auf dem Feld positioniert und sind vor allem in der Deckung voll in die ZweikÀmpfe gegangen», analysierte Gaugisch.

Gaugisch hatte die Partie als «Knackpunkt-Spiel» bezeichnet. «Wenn RumĂ€nien dieses Spiel verliert, sind sie im Normalfall weg. Und wenn wir RumĂ€nien abschĂŒtteln, haben wir gute Chancen, unter die besten zwei zu kommen», sagte der 49-JĂ€hrige vor dem Anpfiff. Zugleich warnte er vor «der gefĂ€hrlichen Achse» um die viermalige Welthandballerin Cristina Neagu im RĂŒckraum sowie KreislĂ€uferin Crina Pintea - wie sich herausstellen sollte, zurecht.

Anfangsphase von Unachtsamkeiten geprÀgt

Rund 2500 Zuschauer in Herning sahen von Beginn an den «absoluten Kampf», den Bölk prognostiziert hatte. Die SouverĂ€nitĂ€t vom Gala-Spiel gegen Polen (33:17) fehlte der deutschen Auswahl. Unachtsamkeiten prĂ€gten die Anfangsphase, in der das DHB-Team schnell einem Drei-Tore-RĂŒckstand hinterherlief.

RumĂ€nien spielte alles andere als ĂŒberragend, profitierte aber vom fehleranfĂ€lligen deutschen Spiel. Xenia Smits und Geburtstagskind Annika Lott verpassten freistehend den Ausgleich. Alina Grijseels vergab gegen RumĂ€niens starke Torfrau gleich zwei Siebenmeter in der ersten HĂ€lfte - und Trainer Gaugisch forderte an der Seitenlinie vergeblich «mehr Bewegung» in der Offensive.

Filter lÀuft nach der Pause zur Hochform auf

Nach der Pause brachte WM-DebĂŒtantin Viola Leuchter mehr Schwung ins Angriffsspiel und sorgte mit zwei frĂŒhen Treffern fĂŒr Jubel auf der deutschen Bank. Wieder hatte das DHB-Team mehrere Chancen auf den Ausgleich - wieder leistete es sich haarstrĂ€ubende Fehler. Und trotzdem gelang in der 42. Minute erstmals seit dem 1:0 wieder die FĂŒhrung (16:15).

Filter lief zwischen den Pfosten nun zur Hochform auf und hielt einen Wurf nach dem anderen. In der rumĂ€nischen Defensive ergaben sich erstmals grĂ¶ĂŸere LĂŒcken. Zehn Minuten vor Spielende fĂŒhrte der DHB-Kader plötzlich mit fĂŒnf Toren (22:17). Hinten stand Deutschland nun kompakter und brachte den wichtigen Sieg ĂŒber die Zeit.

@ dpa.de