Iran-Krieg fordert Formel 1-Logistik â Melbourne-Boss ruhig
02.03.2026 - 11:59:30 | dpa.deDie Eskalation im Nahen Osten stellt die Formel 1 vor dem Saisonstart in Australien vor Herausforderungen. Die Veranstalter des Auftaktrennens am Sonntag (5.00 Uhr/Sky) rechnen aber nicht mit Auswirkungen auf den Grand Prix in Melbourne.
Aufgrund der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran und den GegenschlĂ€gen Teherans ist der Luftverkehr in groĂen Teilen des Nahen Ostens weitgehend zum Erliegen gekommen. Deshalb mussten auch Hunderte Mitarbeiter, die fĂŒr die Formel 1 selbst oder die RennstĂ€lle arbeiten, ihre ReiseplĂ€ne Ă€ndern.
Singapur oder Hongkong statt Dubai oder Doha
«Die Formel 1 als Organisation ist sehr gut darin, Menschen rund um die Welt zu bewegen. Das ist ihre Aufgabe. Und so konnten sie das auch umsetzen, sodass wir keine Auswirkungen auf unser Rennen erwarten», sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Grand Prix von Australien, Travis Auld. Er bezifferte die Zahl der Betroffenen auf etwa 1.000 Personen. Ihre FlĂŒge mussten demnach alle umgebucht werden.
Statt ĂŒber Dubai, Abu Dhabi oder Doha (Katar) nach Australien anzureisen, wichen viele auf Singapur oder Hongkong aus. Auld versicherte: «Die Fahrer werden hier sein. Die Ingenieure werden hier sein. Die Teamchefs werden hier sein. Sie sind diejenigen, denen Vorrang eingerĂ€umt wurde.» Zudem seien auch die Autos in Containern lĂ€ngst an der Strecke.
Seit Samstag greifen die USA und Israel Ziele im Iran an. Teheran reagiert mit GegenschlĂ€gen auf Israel und US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte in der Region. «Es gibt immer Dinge, mit denen man umgehen muss, auch PlĂ€ne Ă€ndern und flexibel reagieren. Das ist genau das, was das Team gewohnt ist», sagte Auld ĂŒber die Veranstaltung in Melbourne.
Was wird mit Bahrain und Saudi-Arabien?
Fragezeichen stehen aktuell hinter dem fĂŒr den 12. April angesetzten vierten Saisonrennen in Bahrain, wo erst am Wochenende die Formel-1-Reifentests abgebrochen wurden, und eine Woche darauf in Saudi-Arabien. «Wie immer beobachten wir solche Situationen aufmerksam und arbeiten eng mit den zustĂ€ndigen Behörden zusammen», zitierten Medien einen Sprecher der Formel 1.
So Ă€uĂerte sich auch der Motorsport-Weltverband Fia. «Wir beobachten weiterhin die Entwicklungen vor Ort, Sicherheit und Wohlergehen werden unsere Entscheidungen bei allen bevorstehenden Veranstaltungen leiten», teilte Fia-PrĂ€sident Mohammed ben Sulayem mit und drĂŒckte seine Anteilnahme aus: «Unsere Gedanken sind bei allen, die von den jĂŒngsten Ereignissen im Nahen Osten betroffen sind.»
Am 15. MĂ€rz rast die Motorsport-Königsklasse in Shanghai, zwei Wochen danach ist der Grand Prix von Japan angesetzt. Die letzten beiden Saisonrennen finden dann wieder im Nahen Osten statt. Katar am 29. November und traditionell als Schlusspunkt Abu Dhabi am 6. Dezember sollen das Formel-1-Jahr beschlieĂen.
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