Ferrari-Zoff in Mexiko: Hamilton kritisiert Leclerc scharf
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 06:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFerrari verliert Punkte im Teamduell
- Lewis Hamilton kritisierte Charles Leclerc nach dessen Attacke beim Großen Preis von Mexiko-Stadt scharf.
- Leclerc erhielt für das Abkürzen und Zurückkehren vor Hamilton eine Fünf-Sekunden-Strafe.
- Hamilton wurde Zweiter hinter Max Verstappen, während Leclerc als Vierter das Podium verpasste.
Hamilton kritisiert Leclerc nach Ferrari-Duell in Mexiko
Lewis Hamilton hat nach dem Großen Preis von Mexiko-Stadt seinen Ferrari-Teamkollegen Charles Leclerc scharf kritisiert. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister warf ihm nach einer Attacke vor, gegen ihn gearbeitet zu haben, und forderte ein besseres Arbeitsklima.
Leclerc erhält Fünf-Sekunden-Strafe
Hamilton war von der Pole Position gestartet, seiner 105. in der Formel-1-Karriere. Leclerc setzte sich bei einem aggressiven Manöver vor ihn, kürzte dabei ab und kehrte vor Hamilton auf die Strecke zurück.
Die Rennkommissare belegten Leclerc mit einer Fünf-Sekunden-Strafe. Hamilton beruhigte das nicht: Er sagte, Ferrari habe dadurch wertvolle Punkte verloren und hätte seiner Einschätzung nach einen Doppelsieg erreichen können.
Hamilton landet auf Rang zwei
Im Ziel wurde Hamilton Zweiter hinter Max Verstappen von Red Bull. Leclerc kam als Vierter ins Ziel und verpasste damit das Podium.
Fahrer kündigen Gespräch an
Hamilton kündigte ein Vier-Augen-Gespräch mit Leclerc an. Er sagte, Ferrari habe keine Regeln für die Zusammenarbeit der beiden Fahrer und es müsse sich etwas ändern.
Leclerc verwies seinerseits darauf, dass Hamilton ihn in Kurve eins von der Strecke gedrängt habe. Für ihn gehöre ein solches Duell zum Rennsport, wenn beide Fahrer um den Sieg kämpften.
Vasseur spricht von Respekt
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur bezeichnete den Vorfall als frustrierend für das gesamte Projekt. Es gehe auch um eine Frage des Respekts gegenüber den rund 2.000 Menschen, die daran arbeiteten.
Hamilton war zur Saison 2025 von Mercedes zu Ferrari gewechselt. Bereits zuvor hatte er Unzufriedenheit mit Strategien und Verhaltensweisen innerhalb der Scuderia geäußert.
Der Streit zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc trifft Ferrari in einer Phase, in der der Rennstall sportlich konkurrenzfähig ist. Hamilton hatte in Mexiko die Pole Position geholt und lag damit in einer aussichtsreichen Ausgangslage für einen Ferrari-Doppelsieg. Der Zwischenfall in den ersten Rennphasen machte jedoch sichtbar, wie schnell der interne Wettbewerb die gemeinsamen Ziele überlagern kann.
Teaminterne Duelle gehören zur Formel 1, werden bei Ferrari aber besonders aufmerksam verfolgt. Der Rennstall trägt eine große sportliche und wirtschaftliche Erwartungslast; rund 2.000 Menschen arbeiten nach den Worten von Teamchef Fred Vasseur an dem Projekt. Für die Fahrer zählt zugleich jede Position in der Weltmeisterschaft, sodass strategische Vorgaben und klare Regeln an Bedeutung gewinnen.
Regeln für die Zusammenarbeit fehlen
Hamiltons Forderung nach einem besseren Arbeitsklima verweist auf ein strukturelles Problem: Ferrari hat nach seiner Aussage keine festgelegten Regeln für die Zusammenarbeit der beiden Fahrer. Solche Vereinbarungen sollen normalerweise klären, wie Teamkollegen bei Starts, Überholmanövern und taktischen Entscheidungen miteinander umgehen.
Leclerc bewertete die Szene anders und verwies auf Hamiltons Verhalten in der ersten Kurve. Damit stehen sich zwei Rennsportperspektiven gegenüber: Hamilton betont den verlorenen möglichen Doppelsieg, Leclerc die Härte des direkten Zweikampfs. Das angekündigte Vier-Augen-Gespräch soll nun klären, ob Ferrari gemeinsame Leitlinien für künftige Duelle braucht.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Focus: „'Wir haben große Probleme', droht Hamilton seinem Team“ (01.11.2026)
Der Artikel beschreibt den Konflikt als bereits länger schwelenden Machtkampf und hebt Hamiltons Funkreaktionen sowie seine Kritik an der Strafe gegen Leclerc hervor. Anders als die dpa-Meldung legt der Beitrag einen stärkeren Schwerpunkt auf frühere Berührungspunkte in der Saison und die fehlende Geschlossenheit bei Ferrari.
