Verstappen an seine Kritiker: «LautstÀrke runterdrehen»
26.07.2024 - 05:02:35 | dpa.de
FĂŒr die Debatte um seine AusflĂŒge in die Welt des Sim-Racing hat Max Verstappen kein VerstĂ€ndnis. Entschieden wies der dreimalige Formel-1-Weltmeister von Red Bull auch ein vom strauchelnden Rennstall in den Raum gestelltes Verbot des virtuellen Motorsports fĂŒr ihn zurĂŒck. «Es steht sowieso kein anderes Sim-Rennen mehr an, also braucht sich niemand Sorgen zu machen», sagte Verstappen vor dem Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps. «Ich habe kein Verbot. Ich selbst muss auch niemandem vorschreiben, was er in seiner Freizeit oder am Wochenende zu tun hat.»
Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko hatte sich zuvor in seiner Kolumne fĂŒr das Fachportal «Speedweek» zu Verstappens Teilnahme an Online-Rennen geĂ€uĂert. Zuletzt in Ungarn war der NiederlĂ€nder nach einer nĂ€chtlichen Session im Simulator beim anschlieĂenden Grand Prix nur FĂŒnfter geworden. «Max Verstappen war an diesem Wochenende eher dĂŒnnhĂ€utig, und klar hat es nicht lange gedauert, bis sich Kritik regte â kein Wunder, wo er doch die halbe Nacht lang Sim-Racing spielte», schrieb Marko.
Bis drei Uhr nachts wach? FĂŒr Verstappen kein Problem
Dazu mĂŒsse er aber festhalten: «In Imola ist er nach einem Sim-Racing-Einsatz auch erst um drei Uhr in der Nacht ins Bett â und hat dann den Grand Prix gewonnen. Max hat einen anderen Schlafrhythmus, und er hatte seine sieben Stunden Schlaf», erklĂ€rte Marko. Man habe vereinbart, dass er kĂŒnftig so spĂ€t keine Simulationen mehr fĂ€hrt.
Verstappen verwies wiederum darauf, dass es fĂŒr ihn nichts Neues sei, «bis drei Uhr morgens Rennen zu fahren», er mache das ja schon seit 2015. Es sei schlieĂlich auch «etwas sehr Wichtiges» in seinem Leben. «Wenn man das Rennen nicht gewinnt, schieben es die Leute immer auf: Er bleibt bis drei Uhr morgens auf oder er hat ein Kilo Ăbergewicht», meinte Verstappen und beschied: «Ich habe drei Weltmeisterschaften gewonnen. Ich weiĂ ziemlich gut, was ich kann und was nicht.»
Verstappens Empfehlung an Kritiker: «Nicht zuhören»
Verstappen, dem in Belgien wegen des regelwidrigen Einsatzes eines neuen Motors eine Startplatzstrafe bevorsteht, richtete sich auch an die Kritiker, die sein ĂŒber den Boxenfunk ĂŒbertragenes DauerstĂ€nkern wĂ€hrend des Ungarn-Rennens beanstandet hatten. «Menschen, die meine Sprache nicht mögen, sollten nicht zuhören, sondern die LautstĂ€rke runterdrehen. Ich bin sehr erfolgsorientiert, ich will immer alles optimieren», sagte Verstappen, der zuletzt in dieser Saison dreimal nacheinander keinen Sieg einfuhr, die letzten drei Rennen in Belgien aber gewonnen hat.
Bei Red Bull sei man immer «sehr offen, sehr kritisch zueinander, das hat fĂŒr uns sehr gut funktioniert», erlĂ€uterte Verstappen weiter. «Das ist unser Ansatz. Es ist wichtig, dass man kritisch sein kann, denn in dieser Welt, in der wir heute leben, können viele Leute Kritik nicht mehr so gut vertragen wie das frĂŒher war. Da will nicht enden.»
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