Tour de France, Frankreich

Mohoric gewinnt Etappe im Fotofinish - Politt mit Kettenriss

Veröffentlicht: 21.07.2023 um 17:46 Uhr, dpa.de

Die Tour geht ihrem Ende entgegen. Einen deutschen Etappensieg gibt es weiter nicht, auf der 19. Etappe gewinnt der Slowene Matej Mohoric. Nils Politt erlebt einen Tag zum Vergessen.

Der Slowene Matej Mohoric (r) überquert die Ziellinie knapp vor Kasper Asgreen aus Dänemark. - Bild: Thibault Camus/AP/dpa
Der Slowene Matej Mohoric (r) überquert die Ziellinie knapp vor Kasper Asgreen aus Dänemark. - Bild: Thibault Camus/AP/dpa

Matej Mohoric feierte einen emotionalen Fotofinish-Sieg, Nils Politt wütete unterwegs über einen ärgerlichen Kettenriss. Auf der 19. Etappe der 110. Tour de France erlebte der Kölner Radprofi einen bitteren Tag.

Nach dem Defekt etwa 90 Kilometer vor dem Ziel verlor er den Platz in einer Spitzengruppe. Politt erhielt von einem neutralen Fahrzeug drei Ersatzräder, die allerdings alle nicht passten. So verlor er wertvolle Zeit und den Anschluss.

Der Slowene Mohoric siegte auf der langen Schlussgeraden der 172,8 Kilometer nach Poligny in einem Fotofinish hauchdünn vor dem Dänen Kasper Asgreen. Der Australier Ben O`Connor holte den dritten Platz. Zunächst wusste Mohoric nicht, ob er oder sein Kontrahent gewonnen hat. Umso ergriffener feierte das Ergebnis bei der Verkündung. Für ihn war es insgesamt der dritte Etappensieg bei einer Frankreich-Rundfahrt.

Verfolger um Zimmermann lassen Spitzengruppe ziehen

Georg Zimmermann wurde Elfter. Der Augsburger, der zum Schluss die dreiköpfige Spitzengruppe verfolgte, war auf der zehnten Etappe als Zweiter hauchdünn am Sieg gescheitert. Politt hatte zuletzt 2021 für einen deutschen Tagessieg gesorgt.

Der Fahrer vom deutschen Team Bora-hansgrohe erlebte einen bitteren Tag. Nachdem er jeweils Ersatzrad um Ersatzrad bekommen hatte, setzte der 29-Jährige zum Fahren an, und brach wieder ab. Nach dem dritten ausprobierten Rad lehnte er den Ersatz wütend an einen Wagen und wartete auf Ersatz seines Rennstalls, den er dann nach kurzer Zeit bekam.

Politt hatte vor dem Etappenstart motiviert erklärt, dass er angreifen wolle. «Es wird hoffentlich eine Ausreißergruppe und dafür werde ich kämpfen.» Der Plan ging auch zunächst für den Kölner au. Etwa 125 Kilometer vor dem Ziel schloss sich Politt gemeinsam mit Zimmermann einer Ausreißergruppe mit sieben anderen Fahrern an. Hinten im Peloton drosselten Team-Kollegen der Fluchtgruppe an der Spitze des Hauptfelds das Tempo. So fuhr die Spitzengruppe ein Polster von etwas mehr als einer Minute heraus, wurde allerdings etwa 67 Kilometer vor dem Zielstrich eingeholt.

Harte Vogese-Etappe wartet zum Abschluss

An der Spitze der Gesamtwertung änderte sich wie erwartet nichts. Der dänische Titelverteidiger Jonas Vingegaard liegt weiter 7:35 Minuten vor seinem Rivalen Tadej Pogacar. Der Tour-Sieg ist Vingegaard bei zwei verbleibenden Etappen bis Paris wohl nur noch durch einen Sturz zu nehmen.

Von den sieben deutschen Profis waren nur noch fünf im Rennen. Am Mittwoch hatte Phil Bauhaus aufgegeben, einen Tag später beendete der gesundheitlich angeschlagenen Simon Geschke die Tour. Auch der Belgier Wout van Aert zog sich zu seiner schwangeren Frau Sarah zurück. Am Freitag verkündete er die Geburt seines Sohns Jerome.

Vor dem Schlussakt in Paris erwartet die Fahrer noch einmal eine harte letzte Gebirgsetappe. Auf der Fahrt durch die Vogesen müssen sechs Anstiege bezwungen werden, die beiden anspruchsvollsten am Ende. Nach 133,5 Kilometern und fast 3500 Höhenmetern wird dann am Samstagabend im Skigebiet Le Markstein nahe der deutschen Grenze der Tour-Sieger feststehen. Aufgrund der Lage im Klassement könnte Spitzenreiter Jonas Vingegaard Ausreißern einen großzügigen Vorsprung gewähren.

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