UCI WorldTour, Tour de Suisse

Tour de Suisse: Fortsetzung kontrovers diskutiert

18.06.2023 - 07:10:02

Nach dem Unfalltod von Gino MĂ€der geht es bei der Tour de Suisse weiter. Die Entscheidung, das Rennen nicht abzusagen, stĂ¶ĂŸt auch intern auf Kritik. Der Renndirektor verteidigt sie dennoch.

Renndirektor Olivier Senn kann Kritik am Fortsetzen der Tour de Suisse nach dem Unfalltod von Gino MÀder nachvollziehen. Auch intern sei die Entscheidung «kontrovers diskutiert» worden, berichtete Senn nach der siebten Etappe: «Es hat alle Meinungen gegeben. Das ist auch zu respektieren. Jeder geht anders damit um.» In dieser Situation gebe es aber seiner Meinung nach keine richtige und falsche Entscheidung. «Wir hoffen, dass es die weniger falsche ist.»

Der Entschluss, die Rundfahrt auch nach dem Tod des Schweizer Radprofis MĂ€der fortzusetzen, sei am Freitag erst kurz vor Mitternacht und unter Zustimmung der Familie des Gestorbenen gefallen, sagte Senn. «Sie sind froh, dass es weitergeht und dass es so weitergeht. FĂŒr sie wĂ€re es das Falsche gewesen, abzubrechen, und fĂŒr uns wĂ€re es auch falsch gewesen», erklĂ€rte er nach der RĂŒcksprache mit MĂ€ders Angehörigen. Es sei «eine der schwierigsten Entscheidungen, die wir an der Tour de Suisse treffen mussten».

Evenepoel widmet Etappensieg MĂ€der

Die vorletzte Etappe am Samstag zwischen TĂŒbach und Weinfelden hatte der Remco Evenepoel gewonnen, der belgische Radstar widmete den Erfolg hinterher MĂ€der: «Dieser Sieg geht natĂŒrlich an Gino und seine Familie. Das war die beste Art und Weise ihn zu ehren und seiner Familie Respekt zu zollen. FĂŒr mich war es ganz egal, dass ich keine Zeit gewinnen kann. Das war alleine fĂŒr Gino.» 

Der Schweizer Radrennstall Tudor Pro Cycling, das belgische Radsportteam Intermarché-Circus-Wanty und MÀders Team Bahrain-Victorious hatten ihre Teilnahme an der Tour zuvor abgebrochen. Zudem verzichteten 17 Fahrer aus weiteren Mannschaften. 

Am Donnerstag war der 26 Jahre alte MĂ€der auf der Abfahrt vom Albula-Pass zum Zielort La Punt auf den letzten Kilometern der fĂŒnften Etappe mit hohem Tempo in eine Schlucht gestĂŒrzt und musste reanimiert werden. Einen Tag spĂ€ter starb der schwer verletzte Schweizer im Krankenhaus. 

Die abschließende Zeitfahren soll am Sonntag in St. Gallen normal ausgefahren werden. «Dort kann jeder fĂŒr sich entscheiden, wie er fahren will, dort wird sich nichts Ă€ndern», sagte Renndirektor Senn. 

@ dpa.de