Tadej Pogacar entdeckt weitere WirbelbrĂŒche nach Sturz
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 16:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWSPogacars Genesung nach dem Spanien-Sturz
- Der 28-jÀhrige Slowene berichtete von einer psychisch und körperlich sehr belastenden ersten Phase.
- Eine weitere CT-Untersuchung in Slowenien entdeckte zwei zusÀtzliche gebrochene Wirbel neben der C7-Fraktur.
- Pogacar trainiert wieder mit Radfahren, Joggen und Schwimmen, soll aber weiterhin keine schweren GegenstÀnde heben.
Pogacar schildert schwere Folgen des Sturzes
Rund zwei Monate nach seinem schweren Sturz bei der Spanien-Rundfahrt hat Tadej Pogacar ĂŒber seine Leidenszeit gesprochen. Der slowenische Radstar berichtete, dass bei ihm neben einem gebrochenen SchlĂŒsselbein und einer GehirnerschĂŒtterung spĂ€ter zwei weitere gebrochene Wirbel festgestellt wurden.
Alltag zunÀchst kaum möglich
In den ersten zwei Wochen sei es ihm psychisch sehr schlecht gegangen, sagte der 28-JĂ€hrige in einem Interview des Sportportals âThe Athleticâ. Zeitweise habe er selbst beim Duschen Hilfe benötigt, weil ihm beim Aufstehen oder beim Neigen des Kopfes schwindelig geworden sei.
Bei der Spanien-Rundfahrt war Pogacar schwer gestĂŒrzt. Als erste Diagnose waren ein gebrochenes linkes SchlĂŒsselbein und eine GehirnerschĂŒtterung festgestellt worden.
Weitere Verletzungen erst spÀter entdeckt
Wochen nach dem Unfall unterzog sich Pogacar in Slowenien einer weiteren CT-Untersuchung. Dabei wurden zusÀtzlich zu der bereits bekannten C7-Fraktur zwei weitere gebrochene Wirbel entdeckt.
Eine C7-Fraktur betrifft den siebten Halswirbel. Pogacar sagte, er sei froh, noch am Leben zu sein und ĂŒberhaupt stehen zu können. Je mehr er ĂŒber die Verletzungen erfahren habe, desto beĂ€ngstigender sei ihm deren AusmaĂ erschienen.
Training wieder möglich
Inzwischen hat sich sein Zustand deutlich verbessert. Pogacar sagte, er habe keine Beschwerden mehr und halte sich mit Radfahren, Joggen und Schwimmen fit.
Beim Heben schwerer GegenstĂ€nde mĂŒsse er weiterhin vorsichtig sein. Der Slowene hatte im Sommer zum fĂŒnften Mal die Tour de France gewonnen; bei der Spanien-Rundfahrt war ihm bislang noch kein Gesamtsieg gelungen.
Kritik an Strecken und Zielbereichen
Pogacar kritisierte zugleich die Sicherheitsbedingungen im Radsport. Nach seiner EinschÀtzung hÀuften sich schwere UnfÀlle.
Er forderte Veranstalter auf, gefĂ€hrliche StraĂenabschnitte und Hindernisse insbesondere auf den letzten 500 Metern vor dem Ziel zu vermeiden. Dazu zĂ€hlte er schlechte Fahrbahnen, Kurven, Schlaglöcher, Bremsschwellen und Kreisverkehre.
Der Sturz bei der Spanien-Rundfahrt zeigt, wie stark die Folgen eines Rennunfalls unterschĂ€tzt werden können. Bei Tadej Pogacar wurde zunĂ€chst ein gebrochenes SchlĂŒsselbein zusammen mit einer GehirnerschĂŒtterung festgestellt. Erst eine spĂ€tere CT-Untersuchung machte zusĂ€tzlich zwei weitere WirbelbrĂŒche sichtbar.
Die Verletzung des siebten Halswirbels liegt im besonders empfindlichen Bereich der WirbelsÀule. Dass Pogacar nach eigenen Angaben zeitweise nicht selbst duschen konnte und beim Aufstehen unter Schwindel litt, verdeutlicht die Belastung der ersten Genesungsphase. Zugleich beschreibt sein inzwischen beschwerdefreier Zustand, wie weit die körperliche Erholung fortgeschritten ist.
Sicherheitsdebatte im Radsport
Pogacars Kritik richtet sich vor allem auf die letzten Rennkilometer. Dort treffen hohe Geschwindigkeiten, Erschöpfung und eine dichte Fahrergruppe auf Kurven, schlechte OberflĂ€chen und Hindernisse. Veranstalter mĂŒssen deshalb StreckenfĂŒhrung und Zielbereiche besonders sorgfĂ€ltig absichern.
FĂŒr den Profiradsport hat die Debatte eine grundsĂ€tzliche Bedeutung: StĂŒrze lassen sich nicht vollstĂ€ndig vermeiden, ihr Risiko und ihre Folgen aber durch bessere Streckenplanung, SchutzmaĂnahmen und klare Sicherheitsstandards begrenzen. Pogacars Fall lenkt den Blick zudem auf die medizinische Nachsorge. Wenn Verletzungen erst Wochen spĂ€ter vollstĂ€ndig erkannt werden, wird die Bedeutung wiederholter Untersuchungen nach schweren StĂŒrzen sichtbar.
