Darum bremsten Tour-MotorrÀder Pogacar aus
16.07.2023 - 07:22:01Der Teamchef von Tadej Pogacar hat das Ausbremsmanöver gegen seinen Star durch zwei MotorrÀder heruntergespielt.
«Das ist die Tour, so viele Leute ĂŒberall. Das Motorrad hĂ€tte nicht dort sein sollen, aber die Fotografen wollten auch nur ihren Job machen», sagte UAE-Chef Mauro Gianetti. An eine Beschwerde denkt der 59-JĂ€hrige nicht. DafĂŒr griff die Tour-Organisation ASO durch.
Der Vorfall
Pogacar attackierte Titelverteidiger Jonas Vingegaard etwa 500 Meter vor der Passhöhe des Col de Joux Plane, musste nur wenige Meter spĂ€ter in dem steilen Anstieg bremsen. Ein Fotografen- und ein TV-Motorrad fuhren nebeneinander und blockierten die StraĂe. Pogacar rĂ€umte im Ziel in Morzine ein, dass ihm dadurch im Sprint um die Bonussekunden am Gipfel die Kraft gefehlt habe. So holte Vingegaard drei Sekunden mehr als der Gesamtzweite.
Die Strafe
Die ASO agierte noch am Samstagabend. Sowohl die beiden Motorradfahrer als auch der Kameramann und der Fotograf dĂŒrfen nicht an der 15. Etappe am Sonntag nach Saint-Gervais am Mont Blanc teilnehmen. Zudem wurden beide Crews mit einer Geldstrafe von 500 Schweizer Franken (rund 515 Euro) belegt. Laut Reglement sind insbesondere Motorradfahrer angehalten, immer genĂŒgend Abstand zu den Fahrern zu halten.
Einen Tag nach dem Ausbremsmanöver entschuldigte sich der Motorrad-Fotograf. «Ich werde das Unhaltbare nicht verteidigen. Wir sollten nicht in dieser Situation sein. Ich hĂ€tte meinen Biker bitten sollen, mich schneller und frĂŒher zu distanzieren», sagte Bernard Papon, ein Mitarbeiter der französischen Sportzeitung «L'Ăquipe».
Die Auswirkungen
Noch ist man sich einig, dass die Bonussekunden am Ende keine Rolle spielen werden. «Ich glaube nicht, dass die Tour mit drei Sekunden in Paris gewonnen wird», sagte Rolf Aldag, Sportchef beim deutschen Team Bora-hansgrohe. FrĂŒher habe es solche Störungen auch gelegentlich gegeben, nur seien die Fahrer heute viel schneller. «Die haben eine Beschleunigung, das ist wie ein Sprintfinale. Bis der Motorradfahrer an seinem Gashahn dreht, ist der Rennfahrer schon bei ihm am Kofferraum.»
Das Ărgernis
Bora-Profi Nils Politt störte sich unabhĂ€ngig von dem Vorfall daran, dass es bei der Tour immer enger zugehe. «Das ist schon extrem teilweise», sagte der deutsche Zeitfahrmeister. «Irgendwie sollte man das schon einschrĂ€nken», die Fahrer mĂŒssten freie Fahrt haben. Am Ende des Joux Plane war allerdings genĂŒgend Platz, die Fans wurden von Polizisten und durch ein Seil zurĂŒckgehalten.


