Tennis, Davis Cup

Davis Cup Halle: Zverev siegt, deutsches Team muss um Finalrunde bangen

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 19:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Alexander Zverev gewinnt sein Einzel im Davis Cup in Halle souverän, dennoch muss das deutsche Team weiterhin um den Einzug in die Finalrunde kämpfen. Nach Altmaiers Niederlage gegen Kroatiens Nummer eins fällt die Entscheidung am Sonntag.

  • Alexander Zverev hat Deutschland gegen Kroatien in Führung gebracht. - Bild: Friso Gentsch/dpa
    Alexander Zverev hat Deutschland gegen Kroatien in Führung gebracht. - Bild: Friso Gentsch/dpa
  • Alexander Zverev zeigte im Davis Cup eine solide Leistung. - Bild: Friso Gentsch/dpa
    Alexander Zverev zeigte im Davis Cup eine solide Leistung. - Bild: Friso Gentsch/dpa
  • Daniel Almaier enttäuschte gegen den Kroaten Dino Prizmic - Bild: Friso Gentsch/dpa
    Daniel Almaier enttäuschte gegen den Kroaten Dino Prizmic - Bild: Friso Gentsch/dpa
  • Alexander Zverev wurde für seinen Titel bei den US Open geehrt. - Bild: Friso Gentsch/dpa
    Alexander Zverev wurde für seinen Titel bei den US Open geehrt. - Bild: Friso Gentsch/dpa
Alexander Zverev hat Deutschland gegen Kroatien in Führung gebracht. - Bild: Friso Gentsch/dpa Alexander Zverev zeigte im Davis Cup eine solide Leistung. - Bild: Friso Gentsch/dpa Daniel Almaier enttäuschte gegen den Kroaten Dino Prizmic - Bild: Friso Gentsch/dpa Alexander Zverev wurde für seinen Titel bei den US Open geehrt. - Bild: Friso Gentsch/dpa

Alexander Zverev hat Deutschland im Davis Cup in Halle in Führung gebracht, doch nach einer Niederlage von Daniel Altmaier ist der Einzug in die Finalrunde weiter offen.

Zverev siegt, Altmaier patzt

Der zweifache Grand-Slam-Sieger gewann sein erstes Einzel gegen den Kroaten Matej Dodig, Nummer 171 der Weltrangliste, mit 6:4, 7:6 (7:3) und erfüllte damit seine Rolle als Spitzenspieler souverän. Altmaier verlor anschließend gegen Kroatiens Topspieler Dino Prizmic mit 4:6, 3:6, sodass es nach dem ersten Tag der Qualifikationsrunde 1:1 steht. Damit bleibt die Entscheidung über das Weiterkommen bis zum zweiten Spieltag vertagt.

Entscheidung fällt am Sonntag

Am Sonntag starten ab 12.00 Uhr zunächst Kevin Krawietz und Tim Pütz im Doppel. Danach trifft Zverev im zweiten Einzel auf Prizmic, ehe Altmaier gegen Dodig vorgesehen ist. Teamchef Michael Kohlmann kann die Aufstellung jedoch noch ändern und etwa Yannick Hanfmann für Altmaier nominieren. Zum Einzug in die Finalrunde benötigt Deutschland insgesamt drei Siege aus den maximal fünf Partien.

Blick auf die Finalrunde in Bologna

Im vergangenen Jahr hatte das deutsche Team die Finalrunde erreicht und war dort im Halbfinale an Spanien gescheitert. Die diesjährige Endrunde ist für den Zeitraum vom 24. bis 29. November im italienischen Bologna terminiert. Ein erneutes Erreichen dieser Runde wäre ein wichtiger Erfolg für das deutsche Herrentennis.

Zverev nach US-Open-Triumph gefordert

Nur eine Woche nach seinem US-Open-Sieg in New York wirkte Zverev in Halle noch etwas müde. Nach einem konzentrierten ersten Satz leistete er sich im zweiten Durchgang einige Nachlässigkeiten, die der mutig spielende Dodig nutzte und den Deutschen in den Tiebreak zwang. Dort steigerte sich die aktuelle Nummer zwei der Weltrangliste wieder und sicherte den Sieg vor den Augen seiner Tochter Mayla, seiner Mutter Irina und seiner Freundin Sophia Thomalla. Zverev lobte anschließend die starke Leistung seines Gegners und zeigte sich erleichtert über den Erfolg.

Ehrung in Halle für Grand-Slam-Titel

Am Abend wurde Zverev in Halle vom neuen Sportminister Ronald Rauhe und vom Präsidenten des Deutschen Tennis Bundes, Dietloff von Arnim, für seinen US-Open-Titel geehrt. Rauhe betonte, Zverev habe gezeigt, dass es sich lohne, groß zu träumen, und dankte ihm dafür, dass er als Vorbild in Deutschland wirke. Bereits im Juni war Zverev nach seinem ersten Grand-Slam-Titel in Paris in Halle ausgezeichnet worden, was der Tennisprofi mit humorvollen Worten kommentierte.

Zverev setzt klaren Fokus auf Davis Cup

Zverev hatte überraschend seine Zusage für den Davis Cup gegeben, obwohl viele nach seinem Triumph in New York mit einer Pause gerechnet hatten, bevor er beim Laver Cup in London erneut antritt. Der 29-Jährige betonte, er wolle den Davis Cup unbedingt einmal gewinnen und sehe in diesem Jahr sowie in den kommenden zwei bis drei Jahren gute Chancen für die deutsche Mannschaft. Nach seinem Sieg gegen Dodig erklärte er, er sei lieber auf dem Tennisplatz als zu Hause untätig.

Nervöser Auftritt von Altmaier

Im zweiten Einzel konnte Altmaier nicht an Zverevs Leistung anknüpfen. Der 28-Jährige spielte fehleranfällig, gab im ersten Satz nach einer 4:3-Führung drei Spiele in Serie ab und verlor den Durchgang. Danach agierte er sichtbar nervös und hatte gegen die kroatische Nummer eins kaum noch Möglichkeiten, das Match zu drehen. Dadurch bleibt das deutsche Team vor dem entscheidenden zweiten Tag im Duell mit Kroatien unter Zugzwang.

Sportliche Bedeutung des Davis-Cup-Duells

Das Aufeinandertreffen zwischen Deutschland und Kroatien in Halle ist für das deutsche Tennis von großer strategischer Bedeutung. Beide Teams kämpfen um einen der begrenzten Plätze in der Finalrunde des traditionsreichen Davis Cups, die Ende November in Bologna ausgetragen wird. Für Deutschland geht es nicht nur um das sportliche Weiterkommen, sondern auch darum, die aktuelle Erfolgswelle im Profitennis in ein starkes Mannschaftsergebnis zu überführen.

Zverevs Rolle als Leitfigur im deutschen Tennis

Alexander Zverev hat mit seinen Grand-Slam-Titeln in Paris und New York die Aufmerksamkeit wieder verstärkt auf das deutsche Herrentennis gelenkt. Seine kurzfristige Zusage für den Davis Cup ist vor diesem Hintergrund ein Signal, dass er die Verantwortung als Leitfigur annimmt und die Teamwettbewerbe ernst nimmt. Die sichtbare Müdigkeit nach den Strapazen der US Open zeigt die Belastung eines Topspielers, unterstreicht aber zugleich, dass er trotz eines dicht gefüllten Terminplans bereit ist, für das Nationalteam aufzulaufen.

Druck auf das Team und Blick nach vorn

Die Ausgangslage nach dem ersten Tag – nur ein 1:1 trotz klarer Favoritenrolle Zverevs – erhöht den Druck auf das gesamte deutsche Team. Insbesondere die schwache Vorstellung von Daniel Altmaier macht deutlich, wie schmal die Basis im deutschen Herrentennis im Vergleich zu anderen Nationen momentan ist. Für die Leserinnen und Leser in Deutschland steht viel Prestige auf dem Spiel: Ein erneuter Einzug in die Finalrunde würde den positiven Trend im Tennis bestätigen und die Sichtbarkeit der Sportart im Winter deutlich steigern. Zugleich wird sich zeigen, ob die aktuelle Generation um Zverev, Altmaier, Hanfmann sowie die Doppelspezialisten Krawietz und Pütz diese Chancen nutzen und Deutschland wieder dauerhaft im Kreis der führenden Tennisnationen etablieren kann.

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