Melbourne, Zverev

Melbourne wirkt nach: Zverev außer Form

27.02.2025 - 11:58:34 | dpa.de

Alexander Zverev sucht seine Form. Im Achtelfinale von Acapulco unterliegt die Nummer zwei der Tenniswelt einem US-Teenager klar. Dabei könnte Zverev gerade jetzt Boden gutmachen.

Feierte den bisher grĂ¶ĂŸten Sieg seiner Karriere: Learner Tien aus den USA. - Foto: Eduardo Verdugo/AP/dpa
Feierte den bisher grĂ¶ĂŸten Sieg seiner Karriere: Learner Tien aus den USA. - Foto: Eduardo Verdugo/AP/dpa

Das verlorene Australian-Open-Finale wirkt bei Alexander Zverev auch einen Monat spÀter noch nach. Anstatt in Abwesenheit des wegen Dopings gesperrten Jannik Sinner im Kampf um Platz eins Boden gutzumachen, reihte Zverev auf seiner Lateinamerika-Tour eine Niederlage an die nÀchste.

Nach den beiden Viertelfinal-Niederlagen in Buenos Aires und Rio de Janeiro war fĂŒr Zverev im mexikanischen Acapulco sogar bereits im Achtelfinale Schluss. Beim 3:6, 4:6 gegen den 19 Jahre alten US-Qualifikanten Learner Tien zeigte der Melbourne-Finalist eine enttĂ€uschende Vorstellung und wirkte eine Woche vor dem Masters-1000-Event in Indian Wells nicht richtig fit.

Damit war Zverev jedoch nicht allein. Außer dem Topgesetzten schieden auch die anderen drei Favoriten aus: Der Norweger Casper Ruud und der US-Amerikaner Tommy Paul traten zu ihren Achtelfinal-Partien wegen Magenproblemen nicht an. Der DĂ€ne Holger Rune gab gegen Brandon Nakashima aus den USA beim Stand von 0:3 im ersten Satz auf.

Chance auf Platz eins

Zverev könnte in den kommenden Monaten Sinner an der Spitze der Weltrangliste ablösen. Der Italiener, der Zverev im Endspiel von Melbourne in drei SĂ€tzen besiegt und damit den Traum des Deutschen vom ersten Grand-Slam-Titel wieder einmal zerstört hatte, ist nach seinem Deal mit der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada erst einmal außen vor und kehrt erst im Mai beim Masters-1000-Turnier in Rom zurĂŒck.

«NatĂŒrlich ist das in meinem Kopf, aber ich versuche, nicht daran zu denken», hatte Zverev nach seinem bereits mĂŒhsamen Auftaktsieg in Acapulco gegen den Italiener Matteo Arnaldi gesagt. «Ich muss dafĂŒr gutes Tennis spielen und einige Turniere gewinnen.» Aktuell liegt der Weltranglistenzweite noch mehr als 3000 Punkte hinter Sinner zurĂŒck.

EnttÀuschende Leistungen

Doch in der Verfassung der vergangenen Wochen hat Zverev sowieso keinen Anspruch auf den Tennis-Thron. Schon in Argentinien und Brasilien quĂ€lte sich der 27-JĂ€hrige mehr durch die Turniere, fand nie zu seinem ĂŒberzeugenden Tennis, mit dem er beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres das Endspiel erreicht hatte.

Und nun der nĂ€chste Tiefschlag in Acapulco. Einem fĂŒr Zverev eh schon ambivalenten Ort. 2021 gewann der gebĂŒrtige Hamburger das Turnier, ließ sich mit Sombrero auf dem Kopf im Konfettiregen feiern. Ein Jahr spĂ€ter verlor er nach einer eigentlich bedeutungslosen Doppel-Niederlage völlig die Fassung und wurde nach einer SchlĂ€ger-Attacke auf den Stuhl des Schiedsrichters disqualifiziert.

Indian Wells als nÀchste Chance

FĂŒr Zverev geht es jetzt in Kalifornien weiter. Beim vom Tommy Haas organisierten Hartplatz-Turnier tat sich der Olympiasieger von 2021 bislang immer schwer, kam noch nie ĂŒber das Viertelfinale heraus. Keine guten Voraussetzungen also eigentlich, um nach den RĂŒckschlĂ€gen der vergangenen Wochen wieder in Schwung zu kommen.

Bevor es in Indian Wells ernst wird, steht fĂŒr Zverev aber zunĂ€chst noch ein bisschen Abwechslung auf dem Programm. Beim Charity-Event Desert Smash geht es um gute Laune und Geld fĂŒr den guten Zweck. Vielleicht tut es Zverev nach den Misserfolgen der vergangenen Wochen einmal ganz gut, ohne Druck auf den Tennisplatz zu gehen.

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