French Open: Altmaier-Aus nach «Gewitter» von Tsitsipas
29.05.2024 - 15:30:20Vor dem Regen war Daniel Altmaier auf dem ĂŒberdachten Court Suzanne Lenglen zwar geschĂŒtzt, nicht aber vor dem stĂŒrmischen Spiel seines Gegners Stefanos Tsitsipas. «Es war ein ziemliches Gewitter», sagte der deutsche Tennisprofi ĂŒber den Klassen-Unterschied zu Beginn seines Zweitrunden-Matches bei den French Open gegen den an Nummer neun gesetzten Griechen.
Altmaier fand zwar noch seinen Rhythmus wieder und konnte den Favoriten ein wenig Ă€rgern, doch nach 2:43 Stunden stand sein Aus beim Grand-Slam-Turnier auf Sand in Paris durch ein 3:6, 2:6, 7:6 (7:2), 4:6 fest. «Ich bereue gar nichts», sagte der 25-jĂ€hrige Altmaier hinterher: «Es war fĂŒr mich eine gute Lektion.»
Im Vorjahr war dem Profi aus Kempen in der zweiten Runde gegen Italiens Tennisstar Jannik Sinner ebenfalls auf dem Court Suzanne Lenglen noch ein Ăberraschungscoup in fĂŒnf SĂ€tzen gelungen. Diesmal sah es anfangs eher nach einer Lehrstunde aus. Drei Tage nach seinem FĂŒnf-Stunden-Match zum Auftakt gegen den Serben Laslo Djere fehlte Altmaier zunĂ€chst fast alles, um Tsitsipas zu gefĂ€hrden. Der French-Open-Finalist von 2021 dominierte mit prĂ€zisen GrundschlĂ€gen und viel Spielwitz.
Altmaier ab dem dritten Satz besser im Spiel
Nach einer kleinen Pause kam Altmaier im dritten Satz wie verwandelt zurĂŒck auf den Platz, er spielte mit deutlich mehr Druck und Risiko - und wurde mit dem Satzgewinn im Tiebreak belohnt. Auch im vierten Satz agierte er auf Augenhöhe mit Tsitsipas, der nach einer kurzen Liebespause wieder mit der spanischen Tennisspielerin Paula Badosa liiert ist.
Wie schon in den vergangenen Tagen bereitete der Regen den Veranstaltern erneut groĂe Sorgen. Die Matches auf den nicht ĂŒberdachten PlĂ€tzen im Stade Roland Garros wurden frĂŒh unterbrochen, am frĂŒhen Abend folgte die Absage aller dort angesetzten Matches. Das betraf auch die Zweitrundenspiele der Deutschen Maximilian Marterer gegen den Belgier Zizou Bergs und Henri Squire gegen den Kanadier Felix Auger-Aliassime.
Auf dem ĂŒberdachten Court Philippe Chatrier konnte Carlos Alcaraz als erster groĂer Turnier-Favorit mit etwas MĂŒhe die dritte Runde perfekt machen. Der 21-JĂ€hrige gewann gegen den niederlĂ€ndischen Qualifikanten Jesper de Jong mit 6:3, 6:4, 2:6, 6:2.
Zverev trifft am Donnerstag auf Goffin
Am Donnerstag schlĂ€gt auch Turnier-Mitfavorit Alexander Zverev wieder auf. Drei Tage nach seinem emotionalen Auftakterfolg gegen den spanischen Rekordchampion Rafael Nadal steht fĂŒr den Hamburger ein deutlich weniger spektakulĂ€res, aber nicht minder gefĂ€hrliches Match an. Mit Zweitrunden-Gegner David Goffin habe er «im Laufe der Jahre meine Schwierigkeiten» gehabt, gab Zverev zu. Der Belgier sei «ein weiterer groĂartiger Spieler. NatĂŒrlich ganz anders als Rafa», sagte der Weltranglisten-Vierte, der quasi vor einem Neustart steht. Das Highlight gegen Nadal sei er «wie ein Finale» angegangen, «jetzt habe ich das GefĂŒhl, ein neues Turnier fĂ€ngt an».
Neben Zverev hat auch Jan-Lennard Struff realistische Chancen, die zweite Turnierwoche zu erreichen. Der 34-JĂ€hrige konnte bei seinem problemlosen Auftaktsieg am Dienstag gegen den argentinischen Qualifikanten RomĂĄn AndrĂ©s Burruchaga KrĂ€fte schonen, die er gegen seinen nĂ€chsten Gegner wohl auch brauchen wird: Der an Nummer 19 gesetzte Kasache Alexander Bublik sei ein «sehr spezieller Spieler», der sich zuletzt «unglaublich verbessert» habe, meinte Struff. Der Warsteiner betonte aber auch: «Ich weiĂ, dass ich mit meinem Spiel einigen Leuten gefĂ€hrlich werden kann.»


