Sinner, Wada

Fall Sinner: Wada behÀlt sich mögliche Berufung vor

21.08.2024 - 05:00:39

Die Welt-Anti-Doping-Agentur will sich - wie immer - die Entscheidung der zustÀndigen Tennis-Agentur genau anschauen. Was dann passiert, wird sich zeigen.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur will die Entscheidung im Fall des Tennis-Weltranglistenersten Jannik Sinner zunĂ€chst «sorgfĂ€ltig prĂŒfen». Das teilte die Wada auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Man behalte sich das Recht vor, gegebenenfalls Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne einzulegen, erklĂ€rte die Wada, die ihren Sitz im kanadischen MontrĂ©al hat.

Kollege Kyrgios fordert Sperre

Sinner wurde im MÀrz zweimal positiv auf das verbotene anabole Steroid Clostebol getestet. Eine Sperre bekam der 23-JÀhrige nicht. Nach Angaben der verantwortlichen Tennis-Agentur Itia wurde der Italiener am vergangenen Donnerstag von einem unabhÀngigen Gericht freigesprochen. Demnach habe der Australian-Open-Champion das verbotene Mittel nicht vorsÀtzlich verwendet.

Eine Reaktion der Italienischen Anti-Doping-Agentur stand zunÀchst noch aus, auch sie kann gegen die Itia-Entscheidung Berufung einlegen, wie Itia selbst in der Mitteilung erklÀrte. 

Der australische Tennisprofi Nick Kyrgios kritisierte via X, ehemals Twitter, die Entscheidung der Itia. «LĂ€cherlich - ob es zufĂ€llig oder geplant war. Du wirst zweimal mit einer verbotenen (Steroid) Substanz getestet... du solltest fĂŒr zwei Jahre raus sein», schrieb der 29-JĂ€hrige, der 2022 das Finale beim Rasen-Klassiker in Wimbledon erreicht hatte.

Sinner hatte in einem Statement, das er in den sozialen Netzwerken veröffentlichte, erklĂ€rt, dass die Substanz ĂŒber die HĂ€nde seines Physiotherapeuten in seinen Körper gelangt sei. Demnach habe der Betreuer ein in Italien rezeptfreies Clostebol-haltiges Spray benutzt, um einen Schnitt an seinem Finger zu behandeln.

Der Itia zufolge hielten wissenschaftliche SachverstĂ€ndige Sinners ErklĂ€rung fĂŒr glaubwĂŒrdig. Deshalb habe die Tennis-Agentur auch davon abgesehen, Sinner zumindest vorlĂ€ufig zu suspendieren. Nach einer weiteren Untersuchung durch die Agentur Ă€nderte sich in der Sache nichts.

Aufgrund der positiven Befunde wurden Sinner fĂŒr das ATP-Turnier in Indian Wells, wo er im MĂ€rz das Halbfinale erreicht hatte und der positive Befund festgestellt worden war, das Preisgeld und die Punkte aberkannt.

@ dpa.de