Novak Djokovic nach Medwedew-Disqualifikation im Finale von Peking
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 18:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNovak Djokovic steht nach der Disqualifikation von Daniil Medwedew im Finale des ATP-Turniers in Peking.
Ball trifft Zuschauer
Der Russe schlug gegen Ende des zweiten Satzes nach einem verlorenen Punkt einen Ball ins Publikum und traf einen Zuschauer im Gesicht. Der Besucher musste mit offensichtlichen Schmerzen von der Tribüne geführt werden.
Djokovic trifft de Minaur
Beim Stand von 7:5, 5:3, 15:15 wurde Djokovic nach knapp zweieinhalb Stunden zum Sieger erklärt. Im Endspiel an diesem Dienstag trifft der 39 Jahre alte Serbe auf den Australier Alex de Minaur.
Djokovic hat in Peking noch kein Spiel verloren und verließ nun zum 33. Mal als Sieger den Platz. Im Viertelfinale hatte er Alexander Zverev bezwungen.
Beide Spieler reagieren
Djokovic zeigte sich geschockt und äußerte die Hoffnung, der Zuschauer sei nicht verletzt. Zugleich sagte er, ihm tue Medwedew leid, weil er selbst bei den US Open 2020 disqualifiziert worden sei.
Medwedew zeigte Reue und erklärte, er wolle Kontakt zu dem Zuschauer aufnehmen, falls dieser das wünsche. Der Russe betonte, der Treffer sei nicht beabsichtigt gewesen und ein Unfall.
Hochklassiges Duell
Vor dem vorzeitigen Ende hatte sich ein enges Halbfinale entwickelt. Der erste Satz dauerte 1:19 Stunden und ging mit 7:5 an Djokovic.
Beiden Spielern waren die Anstrengungen anzumerken. Djokovic wirkte angeschlagen, während Medwedew seinen Gegner mehrfach imitierte. Nach einem Aufschlagverlust nahm auch der Russe eine Behandlungspause, schaffte das Re-Break, verlor danach aber erneut seinen Aufschlag und kurz darauf die Nerven.
Disqualifikation mit Vorgeschichte
Disqualifikationen wegen eines ins Publikum geschlagenen Balls gehören zu den seltenen, aber klar geregelten Eingriffen im Profitennis. Entscheidend ist nicht allein, ob ein Spieler den Zuschauer absichtlich treffen wollte. Auch ein als unabsichtlich beschriebener Schlag kann als gefährliches oder unsportliches Verhalten gewertet werden, wenn dadurch eine Person auf der Tribüne getroffen wird.
Für Djokovic erhält der Vorfall eine persönliche Dimension: Der Serbe war bei den US Open 2020 nach einem Balltreffer gegen eine Linienrichterin ebenfalls disqualifiziert worden. Sein damaliger Fall und das Halbfinale in Peking unterscheiden sich im Ablauf, zeigen aber, wie unmittelbar ein einzelner Schlag ein Spitzenmatch beenden kann.
Sportliche Bedeutung des Finales
Djokovic bleibt in Peking ungeschlagen und spielt am Dienstag gegen Alex de Minaur um seinen siebten Titel beim Turnier. Mit seinem 33. Sieg dort baut er eine außergewöhnliche Serie bei einem einzelnen Wettbewerb aus. Das Finale ist zugleich ein Härtetest nach einem Halbfinale, das fast zweieinhalb Stunden dauerte und von körperlichen Problemen auf beiden Seiten geprägt war.
Für Medwedew endet das Turnier trotz eines engen Duells mit einer Disqualifikation statt mit einer sportlichen Entscheidung. Neben der persönlichen Entschuldigung gegenüber dem Zuschauer steht deshalb auch die Frage im Raum, wie Spieler in emotionalen und körperlich belastenden Situationen den Ball nach einem Punktverlust kontrollieren. Für Zuschauer ist der Vorfall ein Hinweis darauf, dass die Sicherheitszone zwischen Spielfeld und Tribüne im Tennis trotz aller Schutzmaßnahmen nicht vollständig risikofrei ist.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
GMX: „Medwedew schießt Fan ab und wird disqualifiziert – Djokovic nach Eklat im Finale“ (05.10.2026)
Der Bericht bestätige die Disqualifikation nach dem Balltreffer und hebe hervor, Djokovic habe in Peking nun 33 Siege in Serie erreicht. Einen zusätzlichen Schwerpunkt lege der Artikel auf die Aussicht auf Djokovics siebten Titel und den möglichen 102. Turniererfolg; Medwedew habe den Treffer als Unfall bezeichnet.
