DFB gibt Kontrolle ab - Frauen-Bundesliga wird ausgegliedert
31.05.2026 - 16:53:29 | dpa.deDie Frauen-Bundesliga wird ab kommendem Sommer nicht mehr vom Deutschen FuĂball-Bund organisiert. Der DFB hat sich mit dem Ligaverband FBL auf einen Grundlagenvertrag zur Ausgliederung der Liga verstĂ€ndigt. Wie beide Partner mitteilten, soll die Verantwortung fĂŒr die Bundesliga nach einer Ăbergangssaison 2026/27 zum 1. Juli 2027 vom DFB auf den FBL ĂŒbergehen. Das Modell orientiert sich an der Struktur der Deutschen FuĂball Liga (DFL) im MĂ€nnerfuĂball.
Mit der Einigung steht die von den 14 Erstligisten angestrebte Ausgliederung der Frauen-Bundesliga unmittelbar bevor. Der Grundlagenvertrag regelt die rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Beziehungen zwischen DFB und FBL zunĂ€chst fĂŒr sieben Jahre. Laut FBL sollen in dieser Zeit ĂŒber 20 Millionen Euro vom DFB an die FBL flieĂen. Vorgesehen ist auch ein Sitz der FBL-PrĂ€sidentin im DFB-PrĂ€sidium.
FBL-PrÀsidentin Kiel: «Historischer Schritt»
«Diese Einigung auf den Grundlagenvertrag ist ein historischer Schritt fĂŒr den professionellen FrauenfuĂball in Deutschland», sagte FBL-PrĂ€sidentin Katharina Kiel. «Wir werden die Zukunft der Liga kĂŒnftig aus eigener Kraft gestalten â mit klarer Verantwortung der Clubs, professionellen Strukturen und dem Anspruch, international wettbewerbsfĂ€higer zu werden.»
Vorgesehen sind unter anderem ein vom FBL zu zahlender Pachtzins sowie ab dem vierten Vertragsjahr finanzielle BeitrĂ€ge, unter anderem aus Ticketeinnahmen, an die LandesverbĂ€nde. Der DFB will zudem weiterhin die Abstellung von Nationalspielerinnen vergĂŒten und in die Professionalisierung des Schiedsrichterwesens sowie in zertifizierte Nachwuchsleistungszentren investieren.
DFB-PrÀsident Neuendorf sieht «tragfÀhigen Kompromiss»
DFB-PrĂ€sident Bernd Neuendorf sprach von einem «tragfĂ€higen Kompromiss». Der Verband werde seiner Verantwortung fĂŒr die Entwicklung des FrauenfuĂballs weiterhin gerecht und die Bundesliga insbesondere bei Schiedsrichterwesen und Nachwuchsförderung unterstĂŒtzen.
DFB-GeneralsekretĂ€r Holger Blask sagte, dass klare ZustĂ€ndigkeiten insbesondere fĂŒr die Vermarktung der Liga notwendig seien. Bereits im Herbst geht es um einen neuen Medienrechte-Vertrag, den bereits der FBL verhandeln soll. Der DFB wolle sich kĂŒnftig stĂ€rker auf die Frauen-Nationalmannschaften, den DFB-Pokal der Frauen sowie den Frauen- und MĂ€dchenfuĂball in den weiteren Spielklassen konzentrieren, betonte Blask.
Die endgĂŒltige Entscheidung ĂŒber die neuen Strukturen fĂ€llt auf einem vom DFB-PrĂ€sidium und Aufsichtsrat einberufenen auĂerordentlichen DFB-Bundestag. Die Zustimmung gilt als Formsache. Bereits im Juni will die FBL-Seite auf ihrer Mitgliederversammlung die BeschlĂŒsse absegnen lassen.
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