Rekord-Sieger: Pogacar ist der König von Flandern
05.04.2026 - 16:53:29 | dpa.deTadej Pogacar richtete sich nach einer kurzen Verschnaufpause auf und nahm die Glückwünsche seines größten Rivalen erleichtert entgegen. Erneut hatte der Ausnahme-Radprofi Mathieu van der Poel bei der Flandern-Rundfahrt geschlagen, erneut mit einer Attacke am vorletzten der 16 ruppigen Anstiege. Was diesmal anders war: Mit seinem dritten Triumph nach 2023 und 2025 stieg Pogacar in den Kreis der Rekord-Sieger auf - zu dem van der Poel und sechs weitere Fahrer bereits gehörten.
«Es war ein verrücktes Rennen. Es war sehr früh schon sehr hart», sagte Pogacar und bedankte sich bei van der Poel für die Zusammenarbeit: «Ich wollte unbedingt vermeiden, dass Remco zurückkommt.» Für Pogacar war es der dritte Sieg im dritten Rennen in diesem Jahr: «Ich bestreite nicht mehr so viele Rennen. Für mich läuft es bisher perfekt.»
Pogacar wiederholte das Schauspiel seiner ersten beiden Siege an Belgiens inoffiziellem Nationalfeiertag. Bei der letzten Querung des 2,2 Kilometer langen Oude Kwaremont distanzierte er in van der Poel seinen letzten verbliebenen Verfolger. Gut 18 Kilometer vor dem Ziel war das Rennen entschieden, am Ende lagen 34 Sekunden zwischen den beiden großen Rivalen. Nach 278,2 Kilometern belegte Belgiens Olympiasieger Remco Evenepoel bei seiner Flandern-Premiere Platz drei.
Katz-und-Maus-Spiel
Nach der zweiten Querung des Paterbergs waren Pogacar und van der Poel bereits gut 50 Kilometer vor dem Ziel unter sich. Von hinten versuchte Evenepoel bei seiner Flandern-Premiere alles, um zu dem Duo aufzuschließen. Am Fuße des bis zu 22 Prozent steilen Koppenberg war der Olympiasieger bis auf vier Sekunden herangefahren, ehe die beiden Favoriten am Anstieg den Vorsprung erneut vergrößerten.
Es entstand eine Art Katz-und-Maus-Spiel, bei dem Evenepoel immer mal wieder an der Beute schnupperte - sie aber nie erreichte. Schließlich verließen den 26-Jährigen auf den letzten 20 Kilometern die Kräfte und die Lücke ging immer weiter auf. Letztlich rettete der Red-Bull-Star sich als Dritter ins Ziel und dürfte den Ausflug auf das ruppige Pflaster durchaus als Erfolg verbuchen. «Es ist ein großer Kampf», sagte Teamchef Ralph Denk, der sich auf den Paterberg, den letzten Anstieg, gestellt hatte.
Die Bahn stoppt das Feld
An der Startlinie im bisweilen stürmischen Antwerpen standen die vermeintlichen Protagonisten des Tages noch ruhig nebeneinander. Pogacar hielt einen Plausch mit Wout van Aert. Mads Pedersen und Evenepoel tauschten sich ebenfalls, während van der Poel sich sein langes Trikot zurechtzupfte. Nach etwa 30 Kilometern hatte sich die Gruppe des Tages gefunden, Pogacars Team UAE kontrollierte von da an das Rennen.
Erstmals die Nase vorn hatte der zweimalige Weltmeister dann ganz ohne Absicht. Nach rund 70 Kilometern trennte eine Bahnschranke das Peloton, Pogacar und einige Teamkollegen schafften es noch über die Schienen. Entsprechend den Regeln verlangsamte die Rennleitung das Tempo, so dass der Rest des Feldes schnell wieder aufschließen konnte.
Am Molenberg erfolgte schließlich rund 100 Kilometer vor dem Ziel die erste Selektion. Pogacars Edelhelfer Nils Politt führte das Feld in den kurzen, aber ruppigen Anstieg. Danach fand sich eine 16 Fahrer große Gruppe mit allen Favoriten. Bei der zweiten Überquerung des Oude Kwaremont brachte Pogacar erstmals richtig Watt auf die Pedale - und das Finale war 55 Kilometer vor dem Ziel eingeläutet.
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