Olympiasieger, Scholz

«Leistung zÀhlt nicht»: Olympiasieger kritisieren Scholz

09.08.2024 - 20:54:27 | dpa.de

Bundeskanzler Olaf Scholz besucht bei den Sommerspielen in Paris die Kanu-Wettbewerbe. Von zwei Olympiasiegern muss er heftige Kritik einstecken.

Kanu-Olympiasieger Tom Liebscher-Lucz (r) im GesprÀch mit Bundeskanzler Olaf Scholz. - Foto: Lindsey Wasson/AP/dpa
Kanu-Olympiasieger Tom Liebscher-Lucz (r) im GesprÀch mit Bundeskanzler Olaf Scholz. - Foto: Lindsey Wasson/AP/dpa

Die beiden Kajak-Olympiasieger Max Rendschmidt und Tom Liebscher-Lucz haben Bundeskanzler Olaf Scholz bei dessen Besuch bei den Olympischen Spielen scharf kritisiert. «Wichtig ist nicht, dass Politiker nur fĂŒrs nĂ€chste Wahlergebnis hier sind, sondern dass Familie und Freunde da sitzen», sagte Rendschmidt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. «Er soll lieber Entscheidungen fĂŒr den Sport treffen. Die Liebe zum Sport wird immer dann entdeckt, wenn es Medaillen gibt.»

Sein Teamkollege aus dem Gold-Vierer, Liebscher-Lucz, redete bei Scholz' Besuch im Stade nautique in Vaires-sur-Marne minutenlang auf den Kanzler ein. «Ich wĂŒrde ihn gern nicht nur bei Olympia, sondern auch mal bei einer WM oder DM sehen. Stattdessen wird uns das Geld weiter gekĂŒrzt, wenn wir Erfolge feiern», sagte Liebscher-Lucz. Der Dresdner hatte mit Rendschmidt und den Potsdamern Jacob Schopf und Max Lemke Gold im Vierer gewonnen. Im Zweier wurden sie beim Sieg von Schopf/Lemke am Freitag FĂŒnfte.

Finanziell lÀsst sich der verpasste zweite Olympiasieg von Paris verschmerzen. «Es gibt ja auch nur einmal die Gold-PrÀmie. Nur die höchste Medaille zÀhlt. Doppelte Leistung zÀhlt in Deutschland nicht», sagte Rendschmidt. 20.000 Euro gibt es als Gold-PrÀmie.

Anwesenheit von Scholz «egal»

Scholz hatte die Kanuwettbewerbe mit seiner Frau Britta Ernst besucht. Dass der Kanzler auf der TribĂŒne saß, sei ihm «egal» gewesen, sagte Rendschmidt. Mit vier Olympiasiegen ist der Essener der erfolgreichste deutsche Kanute bei Sommerspielen.

Dass er sein fĂŒnftes Gold verpasste, nahm Rendschmidt gelassen hin. «Man kann nicht immer gewinnen, man muss auch mal akzeptieren, dass die anderen besser sind», sagte der 30-JĂ€hrige. Der Dank ging vor allem an Bundestrainer Arndt Hanisch, der «in den letzten Jahren sehr viel Schweiß, Blut geopfert und wahrscheinlich auch schlaflose NĂ€chte gehabt habe».

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