Belenki, EM-Debakel

Belenki nach EM-Debakel der deutschen Turner: «Pech»

24.04.2024 - 21:55:54

Das haben weder Bundestrainer Valeri Belenki noch seine Turner erwartet: Am ZittergerÀt Pauschenpferd vergibt die Riege das Team-Finale. Auch alle anderen EM-EndkÀmpfe finden ohne Deutsche statt.

Geknickt und ratlos standen die deutschen Turner nach ihrem Debakel am Pauschenpferd und dem vorzeitigen EM-Aus in den GĂ€ngen der Messe von Rimini.

Gleich vier AbgĂ€nge am ZittergerĂ€t zum Abschluss der Qualifikation kosteten der ersatzgeschwĂ€chten Riege des Deutschen Turner-Bundes (DTB) bei den Europameisterschaften den Einzug ins Mannschafts-Finale. Zudem finden alle GerĂ€te-EndkĂ€mpfe ohne deutsche Beteiligung statt. «FĂŒr mich war das Pech», sagte Bundestrainer Valeri Belenki.

Ohne den erkrankten Barren-Weltmeister Lukas Dauser aus Unterhaching vergab die DTB-Riege mit zu vielen Fehlern am Pauschenpferd den Einzug ins Finale der besten Acht. 245,095 Punkte reichten nur zu Platz neun mit 0,1 ZĂ€hlern Abstand hinter Zypern.

Andreas Toba (Hannover), Pascal Brendel (Wetzlar), Milan Hosseini (Böckingen), Nils Dunkel (Halle/Saale) und Neuling Carlo Hörr (Schmiden) sowie Einzelstarter Gabriel Eichhorn (Stuttgart) verpassten auch die Einzel-Finals. Vage Hoffnungen kann sich nur Dunkel machen, der als Qualifikations-Zehnter zweiter NachrĂŒcker am Barren ist.

Den ersten Titel der EM sicherte sich Marios Georgiou aus Zypern, der mit 84,265 Punkten erstmals Mehrkampf-Europameister wurde. Bester Deutscher war Brendel als 18. mit 80,699 ZĂ€hlern unmittelbar vor Dunkel (80,431). Beste Mannschaft der Ausscheidung die Ukraine mit 253,661 Punkten.

«Es ist bitter, das braucht man gar nicht schönzureden»

WĂ€hrend der Zypriote Georgiou mit einem breiten LĂ€cheln Siegerinterviews gab, versuchten Toba und seine Mitstreiter das EM-Aus zu erklĂ€ren. «Vier StĂŒrze am Pferd - mehr ist nicht hinzuzufĂŒgen», sagte der 33-JĂ€hrige: «Ein Sturz weniger, dann wĂ€ren wir im Team-Finale gewesen, zwei StĂŒrze weniger, wĂ€ren wir noch weiter vorn gewesen. Es ist bitter, das braucht man gar nicht schönzureden.» Der EM-Zweite am Reck, der vor seinen vierten Olympischen Spielen steht, bewertete den kollektiven Blackout am letzten GerĂ€t als einmalig: «Ich kann mich an keinen Wettkampf erinnern, bei dem vier Turner vom Pferd runtergefallen sind.»

Die deutschen Turner waren im Vorfeld der TitelkÀmpfe vom Pech verfolgt worden. Erst erlitt Lucas Kochan (Cottbus), Sieger der internen Qualifikation, einen Kreuzbandriss im linken Knie. Dann musste auch noch Dauser wegen einer Viruserkrankung kurzfristig passen.

@ dpa.de