CHIO, Springen

Doppel-Sieg fĂŒr deutsche Teams beim CHIO

01.07.2023 - 18:12:45

Die deutschen Vielseitigkeits- und Dressur-Mannschaften sind gut drauf in Aachen. Binnen kurzer Zeit holen sie am vorletzten CHIO-Tag jeweils den Nationenpreis.

Zwei Wettbewerbe, zwei Heimsiege: Die Vielseitigkeits- und die Dressur-Mannschaft glĂ€nzten beim CHIO in Aachen am Samstag innerhalb weniger Stunden mit Siegen in den Nationenpreisen. Zwei Tage nach dem enttĂ€uschenden fĂŒnften Platz der Springreiter durften die Fans beim grĂ¶ĂŸten Reitturnier der Welt die heimischen Reiter feiern.

Den Auftakt machte am Morgen des vorletzten CHIO-Tages das Vielseitigkeit-Team. Das Quartett um den dreimaligen Olympiasieger Michael Jung setzte sich nach Dressur, Springen und GelĂ€nderitt gegen Mittag knapp vor der US-Mannschaft und Großbritannien durch. In der Einzelwertung gewann die britische Weltmeisterin Yasmin Ingham mit Banzai vor Jung mit Chipmunk, dessen Pferd auf der Strecke ein Hufeisen verloren hatte.

Rutschige Strecke

Das Handicap kostete Jung den Sieg. «Ich habe das Eisen schon frĂŒh verloren», berichtete Jung: «Das macht schnelles Reiten schwierig, da muss man aufpassen.» Zumal es regnete und die leicht hĂŒgelige GelĂ€ndestrecke in der Aachener Soers rutschig war. «Am Ende waren das vielleicht zehn Sekunden», die ihn das verlorene Hufeisen gekostet hĂ€tten, erklĂ€rte der Reiter aus Horb. WĂ€re er tatsĂ€chlich so viel schneller gewesen, hĂ€tte er auch die Einzelwertung gewonnen.

Stark prĂ€sentierte sich auch Christoph Wahler. Der Mannschafts-Weltmeister aus Bad Bevensen ritt mit Carjatan auf Platz vier im Einzel und dĂŒrfte wie Jung seinen Platz im EM-Team sicher haben. Zum deutschen Siegerteam in Aachen gehörten zudem Malin Hansen-Hotopp mit Carlitos Quidditch und Sandra Auffarth mit Viamant.

Bevor der erste deutsche Vielseitigkeitsreiter auf die 3935 Meter lange Strecke ritt, war schon der erste Dressurreiter am Start. Der im Grand Prix enttÀuschende Sönke Rothenberger wollte nach den vielen Fehlern am Donnerstag eine bessere Vorstellung mit seinem erst neunjÀhrigen Fendi im Special liefern - und das gelang dem 28-JÀhrigen aus Bad Homburg eindrucksvoll. «Er hat das toll gemacht», kommentierte Bundestrainerin Monica Theodorescu: «Das war eine ruhige Runde, das hat dem Pferd Vertrauen gegeben.

Auch der Reiter war erleichtert. «Am ersten Tag hatte ich die Situation falsch eingeschÀtzt», erklÀrte Rothenberger. Fendi hatte sich bei seinem ersten Auftritt in dem Stadion mit 10.000 PlÀtzen verschreckt gezeigt, ehe er beim zweiten ruhig blieb. «Ich bin froh, dass er wieder Vertrauen gefunden hat», sagte der Reiter. Er habe versucht, «keinen Druck zu machen».

Trotz Fehlern reicht es zum Sieg

Die drei weiteren Paare des Gastgeber-Teams waren mehr als vier Stunden spĂ€ter am Start und brachten die FĂŒhrung aus dem Grand Prix im Special nach Hause - obwohl Isabell Werth aus Rheinberg mit Quantaz und Frederic Wandres aus Hagen am Teutoburger Wald mit Bluetooth nicht fehlerfrei ritten und sich einige Fehler leisteten. FĂŒr den Sieg vor DĂ€nemark und Großbritannien reichte es dennoch. Vor allem, weil Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera trotz eines kleinen Patzers wieder einmal die beste Leistung zeigte.

Die Doppel-Olympiasiegerin aus Tuntenhausen gewann nach dem Grand Prix auch die Einzelwertung des Special. Auf den PlĂ€tzen zwei und drei folgten die Britin Charlotte Dujardin mit Imhotep und die DĂ€nin Nanna Skodborg Merrald mit Zepter. «Ich bin total dankbar», kommentierte die Siegerin, die sich nur kurz ĂŒber «den kleinen Fehler Ă€rgerte». Ihr Fazit: «Der Nationenpreis-Sieg ist sensationell!»

@ dpa.de