DOSB-Chef Fricke drängt Merz auf schnelle Besetzung der Sport-Staatsministerstelle
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 19:10 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Deutsche Olympische Sportbund erhöht den Druck auf Kanzler Friedrich Merz wegen der weiter offenen Nachfolge auf der Sport-Topstelle im Kanzleramt. Mehr als einen Monat nach der Entlassung der bisherigen Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein ist die Position weiterhin unbesetzt.
DOSB warnt vor Folgen für Haushaltsberatungen
DOSB-Vorstandschef Otto Fricke kritisierte, ohne Staatsministerin oder Staatsminister für Sport und Ehrenamt in die kommende Woche und damit in die erste Lesung des Bundeshaushalts zu gehen, berge die Gefahr, beim Thema Finanzen ins Hintertreffen zu geraten. Hier sei der Kanzler gefordert, erklärte Fricke.
Suche nach prominenter Nachfolge stockt
Dem Vernehmen nach strebt Merz für die Neubesetzung der Stelle eine Person mit größerer öffentlicher Bekanntheit an. Als Favoritin galt demnach die frühere Weltfußballerin Nadine Keßler, die heute für den Europäischen Fußballverband Uefa arbeitet. Sie soll dem Kanzler jedoch abgesagt haben.
DOSB setzt Kanzler Frist bis Olympia-Entscheidung
Fricke drängt auf eine rasche Entscheidung und fordert ein Ende der von ihm kritisierten Hängepartie. Spätestens am 26. September, wenn über den nächsten deutschen Bewerber für die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele entschieden werden soll, müsse die Personalfrage aus seiner Sicht geklärt sein. Er gehe davon aus, dass diese Entscheidung unter Anwesenheit einer neuen Staatsministerin oder eines neuen Staatsministers für Sport und Ehrenamt getroffen werde.
Die Kritik des DOSB-Vorstandschefs Otto Fricke trifft auf eine Phase, in der sportpolitische Fragen eng mit der Haushaltsdebatte und strategischen Weichenstellungen für den Leistungssport verknüpft sind. Die Rolle einer Staatsministerin oder eines Staatsministers für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt ist dabei von zentraler Bedeutung, weil dort wichtige Koordinations- und Schnittstellenfunktionen zwischen Bundesregierung, Sportverbänden und Zivilgesellschaft gebündelt werden.
Sportpolitik, Haushalt und Olympia-Perspektive
Wenn Fricke vor einem möglichen Rückfall „bei den Finanzen“ warnt, zielt er auf die anstehenden Beratungen über den Bundeshaushalt und die Frage, wie Sportförderung, Leistungssportstrukturen und Ehrenamt finanziell abgesichert werden. In die gleiche Zeit fällt die Entscheidung über den nächsten deutschen Bewerber für Olympische und Paralympische Spiele, die für den DOSB und die beteiligten Städte beziehungsweise Regionen eine langfristige strategische Bedeutung hat. Eine Vakanz auf der sportpolitischen Spitzenposition im Kanzleramt kann nach dieser Lesart die Durchsetzungsfähigkeit sportbezogener Anliegen innerhalb der Regierung schwächen.
Signalwirkung für Verbände und Ehrenamt
Die von Fricke kritisierte Hängepartie hat nicht nur organisatorische, sondern auch symbolische Wirkung. Sportverbände und Ehrenamtsorganisationen erwarten, dass ihre Belange in der Regierungszentrale sichtbar vertreten werden. Dass ein prominenter Name für die Nachfolge Christiane Schenderleins gehandelt wird und offenbar bereits eine Absage erteilt hat, zeigt zugleich den Anspruch, die Rolle in der Öffentlichkeit stärker zu profilieren. Für den DOSB ist es vor diesem Hintergrund wichtig, bis zur entscheidenden Sitzung Ende September Klarheit über die sportpolitische Zuständigkeit im Kanzleramt zu erhalten, um Planungssicherheit für Bewerbungen, Förderprogramme und die Kommunikation mit der Bundesregierung zu haben.
