DEB, WM

Offensive, QualitÀt und IdentitÀt: Das lÀuft beim DEB falsch

19.05.2026 - 10:51:48 | dpa.de

Ganze zwei Tore in drei Spielen, ratlose Gesichter auf der Bank und fehlende FĂŒhrung – warum die Eishockey-WM fĂŒr das DEB-Team zum Alptraum werden könnte. Und das ein Jahr vor der Heim-WM.

  • Im eigenen Überzahlspiel ein Gegentor: Deutschland hat viele Probleme bei der WM in der Schweiz. - Foto: Claudio Thoma/KEYSTONE/dpa
    Im eigenen Überzahlspiel ein Gegentor: Deutschland hat viele Probleme bei der WM in der Schweiz. - Foto: Claudio Thoma/KEYSTONE/dpa
  • Wieder ein Gegentor: Schweiz trifft gegen Deutschland nach Belieben. - Foto: Andreas Becker/KEYSTONE/dpa
    Wieder ein Gegentor: Schweiz trifft gegen Deutschland nach Belieben. - Foto: Andreas Becker/KEYSTONE/dpa
  • Bislang jubelt nur der Gegner: Deutschland droht bei der Eishockey-WM die nĂ€chste herbe EnttĂ€uschung. - Foto: Andreas Becker/KEYSTONE/dpa
    Bislang jubelt nur der Gegner: Deutschland droht bei der Eishockey-WM die nÀchste herbe EnttÀuschung. - Foto: Andreas Becker/KEYSTONE/dpa
  • Bundestrainer Harold Kreis und seine Mannschaft enttĂ€uschen bislang bei der WM in der Schweiz. - Foto: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa
    Bundestrainer Harold Kreis und seine Mannschaft enttÀuschen bislang bei der WM in der Schweiz. - Foto: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa
Im eigenen Überzahlspiel ein Gegentor: Deutschland hat viele Probleme bei der WM in der Schweiz. - Foto: Claudio Thoma/KEYSTONE/dpa Wieder ein Gegentor: Schweiz trifft gegen Deutschland nach Belieben. - Foto: Andreas Becker/KEYSTONE/dpa Bislang jubelt nur der Gegner: Deutschland droht bei der Eishockey-WM die nĂ€chste herbe EnttĂ€uschung. - Foto: Andreas Becker/KEYSTONE/dpa Bundestrainer Harold Kreis und seine Mannschaft enttĂ€uschen bislang bei der WM in der Schweiz. - Foto: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa

Es droht die dritte deutsche Turnier-EnttĂ€uschung in Serie: Die Eishockey-Nationalmannschaft steht bei der WM in der Schweiz schon frĂŒh vor dem K.o. Noch 2023 wurde das Team von Bundestrainer Harold Kreis ĂŒberraschend Vize-Weltmeister. Danach gab es fast nur noch RĂŒckschritte. Ein Jahr vor der Heim-WM steht der Deutsche Eishockey-Bund vor zahlreichen Problemen. FĂŒnf GrĂŒnde fĂŒr das bislang schwache Abschneiden in ZĂŒrich.

Keine Torgefahr

Zwei Treffer aus drei Partien sind eigentlich Zahlen eines möglichen Absteigers. «Es ist frustrierend», sagte Coach Kreis. «Bitter ist auch ein Begriff, den man nutzen kann. Aber es ist frustrierend.» NatĂŒrlich fehlen in Superstar Leon Draisaitl (Edmonton Oilers), Tim StĂŒtzle (Ottawa Senators) oder auch JJ Peterka (Utah Mammoth) Spieler auf höchstem Niveau, doch die Auftritte im Powerplay sind teilweise unwĂŒrdig. Zahlreiche Gelegenheiten mit einem Spieler mehr auf dem Eis blieben ungenutzt. Kurios: In Dominik Bokk (Kölner Haie) und Augsburgs Alexander Blank waren zwei StĂŒrmer im vorlĂ€ufigen WM-Kader, die in der DEL-Saison in den Playoffs (Bokk/6 Tore) oder der regulĂ€ren Spielzeit (Blank/19) treffsicher waren. Beide wurde vom Bundestrainer gestrichen. 

Fehlende QualitÀt

Die Absageflut der NHL-Stars um Draisaitl und Co. kann durch Profis aus der Deutschen Eishockey Liga natĂŒrlich nicht aufgefangen werden - im Gegenteil. Offiziell sind die meisten Spieler, die abgesagt haben, verletzt. Doch nach dem verkorksten Olympia-Turnier war auch der Frust der Stars ĂŒber Coaching und die Organisation in Mailand groß. 

Bis auf KapitĂ€n Moritz Seider (Detroit Red Wings), TorhĂŒter Philipp Grubauer (Seattle Kraken) und die Sturmreihe um Frederik Tiffels (EisbĂ€ren Berlin), Joshua Samanski (Edmonton Oilers) und Lukas Reichel (Boston Bruins) gibt es höchstens WM-Mittelmaß. Und selbst diese Formation steuerte erst ein Törchen bei. An das Viertelfinale ist daher kaum zu denken. «Die Mannschaft macht alles, um erfolgreich Eishockey zu spielen», betonte Kreis. Es reicht nicht fĂŒr höhere Aufgaben.

IdentitÀtsproblem

Ohne Moritz MĂŒller, der nach Olympia lieber bei MagentaSport als Experte auftritt oder auch den erneut nicht berĂŒcksichtigten Marcel Noebels fehlen zwei Leader der vergangenen Jahre. Ihre Rollen in der Kabine haben das Team etwa zur Vize-Weltmeisterschaft 2023 gefĂŒhrt. Bereits im vergangenen Jahr in DĂ€nemark blickten dagegen die Spieler auf die NHL-Stars um Seider und StĂŒtzle. Die Nordamerika-Profis sind zwar sportlich ĂŒberragend, wollten aber alles allein lösen. Vor allem bei Olympia 2026 herrschte deswegen eine große Diskrepanz: Alle anderen Profis blickten auf Draisaitl und Co., nach dem Motto: Die machen das schon. Ein Team-Gedanke kam nicht zustande. Das 2:6-Debakel des besten deutschen Kaders im Viertelfinale gegen die Slowakei beendete mögliche MedaillentrĂ€ume.

Wenig Impulse von der Trainerbank

Beim 1:6 am Montag zerlegte die Schweiz innerhalb von 35 Sekunden mit zwei Toren zum 3:0 die deutsche Mannschaft und entschied damit die Partie. In einem solchen Rausch des Gegners nehmen viele Trainer eine Auszeit, um die Mannschaft neu einzustellen. Kreis beließ es dagegen bei GesprĂ€chen in den sogenannten TV-Timeouts. «Wir haben dann diese Pausen genutzt, um etwas durchzuatmen», erklĂ€rte der 67-JĂ€hrige. Kreis und sein Trainerteam griffen auch nicht ein, als Keeper Grubauer beim WM-Auftakt gegen Finnland (1:3) vor dem ersten Gegentor im Torraum berĂŒhrt wurde. «Grubi moniert das sofort. Das hĂ€tte man challengen können», sagte MagentaSport-Experte MĂŒller. Kreis und Co. haben die Szene gesehen, entschieden sich jedoch auf eine PrĂŒfung zu verzichten. Ähnliche Szenen gab es bereits bei Olympia. 

Kopfproblem

«Nein», sagte Coach Kreis, ein Problem mit dem Kopf gebe es nicht. KapitĂ€n Seider allerdings betonte nach dem 1:6-Debakel gegen die Schweiz: «Nach unserem Pfostenschuss haben wir direkt das erste Tor kassiert. Danach noch das Zweite und dann ging das Kopfkino los. Dann fangen die Köpfe an zu hĂ€ngen. Das Rad fĂ€ngt an zu rollen. Das geht einfach nicht.» Auch Sportvorstand KĂŒnast gestand: «Wenn eine kleine Sache nicht passt, bricht bei uns direkt ein Kartenhaus zusammen.»

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