US-Abgeordneter befragt FIFA-Chef zu Kontakten mit Trump
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 04:48 Uhr | dpa.de
Das offenkundig enge VerhĂ€ltnis von FIFA-PrĂ€sident Gianni Infantino zu PrĂ€sident Donald Trump stöĂt auch im US-Kongress auf Argwohn. Der einflussreiche demokratische Abgeordnete Jamie Raskin forderte den FuĂball-Weltverband und Infantino auf, bis zum 9. August Informationen ĂŒber Kontakte zur US-Regierung vorzulegen. Zudem verlangte er von Infantino, fĂŒr eine Befragung im Justizausschuss des ReprĂ€sentantenhauses zu erscheinen, wenn er in den USA sei.
Raskin ist der ranghöchste Demokrat im Justizausschuss. Wenn die Demokraten Trumps Republikanern bei den Parlamentswahlen im November die Mehrheit abnehmen sollten, hat er gute Aussichten, den Vorsitz zu ĂŒbernehmen. Dann könnten seine Nachforschungen zu Kontakten zwischen Infantino und Trump mehr Gewicht bekommen. Aus dem Lager der Demokraten gab es ĂŒber eine anonyme Quelle in der «New York Times» die Warnung, aus heutigen Fragen könnte spĂ€ter förmliche Untersuchungen werden.
Infantino wird vorgeworfen, mit fragwĂŒrdigen GefĂ€lligkeiten das Wohlwollen des US-PrĂ€sidenten erworben zu haben. Unter der Ăgide des Schweizers hatte der Weltverband einen neu eingefĂŒhrten Friedenspreis an den Republikaner verliehen, nachdem dieser keinen Friedensnobelpreis bekommen hatte. WĂ€hrend der Weltmeisterschaft gab es Kritik daran, dass die Rotsperre des US-StĂŒrmers Folarin Balogun nach einem Anruf Trumps bei Infantino aufgehoben und damit ein Einsatz des Spielers im Achtelfinale ermöglicht wurde - ein Ă€uĂerst ungewöhnliches Vorgehen. Nach Darstellung der FIFA wurde die umstrittene Entscheidung von der formal unabhĂ€ngigen Disziplinarkommission getroffen.
FIFA zahlt Miete im Trump Tower
Raskin verwies in seinem Brief auch darauf, dass die FIFA eine BĂŒroflĂ€che im New Yorker Trump Tower angemietet hatte, die zu Marktpreisen um die 600.000 Dollar pro Jahr kosten könne. Zusammen mit dem «urkomisch unechten» Friedenspreis erwecke dies den Eindruck, dass die FIFA sich dadurch von Trump und dessen Regierung Entscheidungen zugunsten des Weltverbandes erhoffe, schrieb der Kongressabgeordnete.
Raskin forderte eine Liste an, der alle Geldtransfers und Geschenke an Trump, dessen Regierung sowie Familienmitglieder zu entnehmen sind. Zudem solle die FIFA jegliche Kommunikation mit der US-Regierung rund um Ticketpreise bei der diesjĂ€hrigen WM offenlegen, die vielfach als völlig ĂŒberzogen kritisiert wurden. Auch will er Besucherlisten aus den FIFA-BĂŒros in Miami und New York einsehen.
