WM, Kolumbien

Gruppensieg verpasst: Portugal enttÀuscht gegen Kolumbien

28.06.2026 - 03:28:42 | dpa.de

In dieser Form ist Portugal kein WM-Favorit. Nach dem 0:0 gegen Kolumbien schließen Ronaldo und Co. Die Gruppe K nur als Zweiter ab. Der Superstar selbst fĂ€llt nur durch eine Statistik auf.

  • Kaum zu stoppen: Kolumbiens StĂŒrmer Jhon CĂłrdoba im WĂŒrgegriff von Renato Veiga. - Bild: Lynne Sladky/AP/dpa
    Kaum zu stoppen: Kolumbiens StĂŒrmer Jhon CĂłrdoba im WĂŒrgegriff von Renato Veiga. - Bild: Lynne Sladky/AP/dpa
  • Portgals Verteidiger Renato Veiga und sein Torwart Diogo Costa behindern sich gegenseitig. - Bild: Lynne Sladky/AP/dpa
    Portgals Verteidiger Renato Veiga und sein Torwart Diogo Costa behindern sich gegenseitig. - Bild: Lynne Sladky/AP/dpa
  • Portugals Ruben Neves klĂ€rt den Ball kurz vor der Torlinie. - Bild: Marta Lavandier/AP/dpa
    Portugals Ruben Neves klÀrt den Ball kurz vor der Torlinie. - Bild: Marta Lavandier/AP/dpa
  • Nicht sein Tag: Cristiano Ronaldo liegt beim Spiel gegen Kolumbien mit Schmerzen am Boden. - Bild: Rebecca Blackwell/AP/dpa
    Nicht sein Tag: Cristiano Ronaldo liegt beim Spiel gegen Kolumbien mit Schmerzen am Boden. - Bild: Rebecca Blackwell/AP/dpa
Kaum zu stoppen: Kolumbiens StĂŒrmer Jhon CĂłrdoba im WĂŒrgegriff von Renato Veiga. - Bild: Lynne Sladky/AP/dpa Portgals Verteidiger Renato Veiga und sein Torwart Diogo Costa behindern sich gegenseitig. - Bild: Lynne Sladky/AP/dpa Portugals Ruben Neves klĂ€rt den Ball kurz vor der Torlinie. - Bild: Marta Lavandier/AP/dpa Nicht sein Tag: Cristiano Ronaldo liegt beim Spiel gegen Kolumbien mit Schmerzen am Boden. - Bild: Rebecca Blackwell/AP/dpa

WM-Mitfavorit Portugal hat nach dem nĂ€chsten schwachen Auftritt den Gruppensieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft verpasst. Im dritten und letzten Vorrunden-Spiel kam das Team von Cristiano Ronaldo nur zu einem sehr glĂŒcklichen 0:0 gegen starke Kolumbianer.

Platz eins in der Gruppe K ging damit völlig verdient an die SĂŒdamerikaner und hat fĂŒr die auch einen vermeintlich großen Wert: Denn in der K.o.-Runde geht es jetzt zunĂ€chst gegen Ghana und im Fall eines Erfolgs danach gegen den Sieger des nĂ€chsten Schweizer Spiels.

Portugal droht frĂŒh Duell mit Spanien

Das liest sich zumindest auf dem Papier deutlich einfacher als der weitere Turnierpfad der Portugiesen: Ihr nÀchster Gegner ist Kroatien. Dahinter lauert Spanien in einem möglichen Achtelfinale. Das sind der aktuelle WM-Dritte und danach vielleicht der Europameister.

Aus Portugals Sicht ist das allerdings auch die Konsequenz fĂŒr eine enttĂ€uschende Vorrunde mit zwei schwachen Auftritten und einem nicht ĂŒberzubewertenden 5:0 gegen den Gruppenletzten Usbekistan. Gerade Ronaldo blieb wie schon beim 1:1 gegen die Demokratische Republik Kongo ĂŒber weite Strecken unsichtbar.

25. WM-Spiel fĂŒr Ronaldo

Sein einziger Benefit aus dieser Partie: Mit jetzt 25 WM-EinsĂ€tzen zog der 41 Jahre alte StĂŒrmer in der entsprechenden Statistik mit Lothar MatthĂ€us gleich. Nur Lionel Messi kommt in der Historie dieses Spiels auf noch mehr Weltmeisterschafts-Spiele. 

Wann immer ein sĂŒdamerikanisches Team in Miami spielt, hat es dort faktisch ein Heimspiel. Rund 40.000 kolumbianische Fans waren gegen Portugal sogar noch lauter als die brasilianischen gegen Schottland oder die uruguayischen gegen Kap Verde. 

Vor allem sahen sie, dass ihr Team von Beginn an deutlich mehr Power entwickelte als die hoch gehandelten Portugiesen. Schon nach 59 Sekunden köpfte der frĂŒhere Bundesliga-Profi Jhon Cordoba (1. FC Köln und Hertha BSC) nur knapp ĂŒber das gegnerische Tor.

Kolumbien mit viel mehr Wucht

Die Kolumbianer setzten den Portugiesen in jedem Drittel des Spielfelds zu. Vorne waren Angreifer Diaz, der wuchtige Cordoba und vor allem der starke Jhon Arias deutlich zielstrebiger als Ronaldo und Co. auf der anderen Seite. Das lag aber auch daran, das Kolumbiens Defensive derart kompakt stand, dass ihr namhafter Gegner kaum RĂ€ume besaß. Zeitweise agierte Portugals Offensive aus dem Stand.

Entsprechend sah in der ersten Halbzeit auch das ChancenverhÀltnis aus: In der 17. Minute zwang Cordoba den portugiesischen Torwart Diogo Costa zu einer starken Reaktion mit der linken Hand. Vier Minuten spÀter klÀrte Ruben Neves den Ball nur kurz vor der eigenen Torlinie (21.).

Portugal wurde nur in einem ganz kurzen Zeitfenster gefĂ€hrlich: In der 39. Minute scheiterte BrĂșno Fernandes aus acht Metern Entfernung mit einem Schuss aus der Drehung am stark reagierenden Torwart Camilo Vargas. Im Nachsetzen versuchte sich Ronaldo erfolglos an einem FallrĂŒckzieher.

Kurz danach legte sich Joao Felix den Ball im Strafraum mit der Brust vor, schloss elegant im Fallen ab - schoss dabei aber knapp ĂŒber das Tor (42.). Mehr war von Portugals Offensive nicht zu sehen. Wie so hĂ€ufig bei vergangenen Welt- und Europameisterschaften gelingt es diesem Team nicht, viele klangvolle Namen zu einem stimmigen Verbund zusammenzufĂŒhren.

Ronaldo im Abseits

Daran Ă€nderte sich auch nach der Pause nichts. Eine Kombination ĂŒber Diogo Dalot, Joao Felix und Ronaldo sah zwar vielversprechend aus (60.). Aber erstens schoss der Superstar den Ball am Tor vorbei. Und zweitens war er zuvor auch noch klar ins Abseits gelaufen.

Hinten waren die Portugiesen viel mehr beschĂ€ftigt. Richard Rios von Benfica Lissabon vergab die nĂ€chste Großchance fĂŒr Kolumbien (62.). Und dass Portugals bester Spieler diesmal der Torwart war, bewies Diogo Costa zum wiederholten Mal in der 66. Minute: Da parierte er einen abgefĂ€lschten Schuss von Jhon Arias.

Je lĂ€nger das Spiel dauerte, desto glĂŒcklicher wurde das Ergebnis aus portugiesischer Sicht. In der 88. Minute flog ein Seitfallzieher von Luis Suarez ĂŒber das Tor. In der Nachspielzeit wurde sogar noch ein Kopfballtor von Davinson Sanchez aberkannt (90.+1). Der TorschĂŒtze stand nur mit einer Schuhspitze im Abseits.

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