Leichtathletik, Ultimate Championship

Kenneth Bednarek gewinnt 100 Meter bei Ultimate Championship in Budapest – Deutsche hoffen auf weitere Titelchancen

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 21:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Beim neuen Ultimate-Championship-Format in Budapest gewinnt US-Sprinter Kenneth Bednarek die 100 Meter, während Noah Lyles und Usain Bolt auf der Tribüne zusehen. Für die deutschen Athleten bringt das Event gemischte Ergebnisse, aber weitere Titelchancen am Sonntag.

  • US-Sprinter Kenneth Bednarek siegte über die 100 Meter.  - Bild: Matthias Schrader/AP/dpa
    US-Sprinter Kenneth Bednarek siegte über die 100 Meter. - Bild: Matthias Schrader/AP/dpa
  • US-Sprintstar Noah Lyles hatte auch ohne Start Spaß. - Bild: Martin Rickett/PA Wire/dpa
    US-Sprintstar Noah Lyles hatte auch ohne Start Spaß. - Bild: Martin Rickett/PA Wire/dpa
  • Collen Kebinatship gewann die 400 Meter - später muss er in den Rollstuhl. - Bild: Denes Erdos/AP/dpa
    Collen Kebinatship gewann die 400 Meter - später muss er in den Rollstuhl. - Bild: Denes Erdos/AP/dpa
  • Siegerin über 800 Meter: Die Schweizerin Audrey Werro. - Bild: Denes Erdos/AP/dpa
    Siegerin über 800 Meter: Die Schweizerin Audrey Werro. - Bild: Denes Erdos/AP/dpa
US-Sprinter Kenneth Bednarek siegte über die 100 Meter.  - Bild: Matthias Schrader/AP/dpa US-Sprintstar Noah Lyles hatte auch ohne Start Spaß. - Bild: Martin Rickett/PA Wire/dpa Collen Kebinatship gewann die 400 Meter - später muss er in den Rollstuhl. - Bild: Denes Erdos/AP/dpa Siegerin über 800 Meter: Die Schweizerin Audrey Werro. - Bild: Denes Erdos/AP/dpa

Beim erstmals ausgetragenen Ultimate-Championship-Wettbewerb in Budapest hat US-Sprinter Kenneth Bednarek die 100 Meter gewonnen, während die deutschen Athleten am Samstag in den Finals fehlten.

Bednarek siegt über 100 Meter – Bolt und Lyles verfolgen das Rennen

Weltrekordler Usain Bolt und der Weltjahresbeste Noah Lyles verfolgten von ihren Logenplätzen aus das 100-Meter-Finale im Nationalen Leichtathletikzentrum. In Abwesenheit des wegen einer Oberschenkelverletzung pausierenden Olympiasiegers Lyles stürmte dessen Landsmann Kenneth Bednarek bei der ersten Ultimate Championship über 100 Meter in 9,85 Sekunden zum Sieg. Der Jamaikaner Oblique Seville folgte in 9,90 Sekunden auf Platz zwei.

Jefferson-Wooden gewinnt 100 Meter – Deutsche ohne Finalteilnahme

Lyles sah zuvor den Erfolg einer Teamkollegin: Weltmeisterin Melissa Jefferson-Wooden holte sich den Titel über die 100 Meter in 10,62 Sekunden vor Olympiasiegerin Julien Alfred aus St. Lucia, die 10,74 Sekunden lief. Am Tag nach dem Hammerwurf-Sieg von Merlin Hummel waren deutsche Leichtathleten in Budapest in den Finals nicht vertreten.

Agyekum erreicht Hürdenfinale – Fischer-Breiholz scheidet aus

Im Halbfinale über 400 Meter Hürden qualifizierte sich der deutsche Rekordhalter Emil Agyekum in 47,75 Sekunden als Fünfter für das Finale am Sonntag. Für Owe Fischer-Breiholz endete der Wettbewerb vorzeitig, er verpasste das Weiterkommen.

Favoritensiege über 400 Meter und ungewöhnlicher Auftritt von Kebinatshipi

Der Abend hatte mit Favoritensiegen über 400 Meter begonnen. Olympiasiegerin Marileidy Paulino aus der Dominikanischen Republik und Weltmeister Collen Kebinatshipi aus Botswana sicherten sich jeweils das Preisgeld von 150.000 US-Dollar für die Sieger. Kebinatshipi absolvierte nach seinem Erfolg auf der Bahn die obligaten Liegestütze, wurde wenig später jedoch erschöpft im Rollstuhl aus der Arena gefahren.

Speerwurf-Drama und starke 800-Meter-Zeit

Im Speerwurf musste die 18-jährige Chinesin Yan Ziyi den Wettkampf vorzeitig beenden, nachdem sie mit 68,05 Metern zunächst geführt hatte und dann noch von der Japanerin Haruka Kitaguchi mit 68,92 Metern übertroffen wurde. Über 800 Meter triumphierte die Schweizerin Audrey Werro in 1:55,88 Minuten und präsentierte damit eine Zeit, die ihre Chancen unterstreicht, im kommenden Jahr den dann seit 44 Jahren bestehenden Weltrekord anzugreifen.

Weitere deutsche Chancen am Sonntag

Bis zum Sonntag geht es im Nationalen Leichtathletikzentrum in allen Disziplinen um den Titel des Ultimate Champion. Mit dem neuen Wettbewerb will der Weltverband zusätzliche Zuschauer gewinnen. Statt langer Qualifikationsrunden stehen direkte Duelle zwischen Olympiasiegern, Weltmeistern und Topathleten im Mittelpunkt, um die jeweils Besten zu ermitteln.

Weber und Farken greifen an

Wie Hammerwerfer Merlin Hummel hat auch Speerwurf-Europameister Julian Weber eine aussichtsreiche Siegchance. Über 1500 Meter wird Robert Farken an den Start gehen und versucht, sich in dem kompakten Format gegen starke internationale Konkurrenz zu behaupten.

Neue Bühne für die Leichtathletik

Die Ultimate Championship in Budapest markiert einen sichtbaren Versuch des Leichtathletik-Weltverbandes, die Sportart kompakter, medienfreundlicher und stärker auf Stars zugeschnitten zu präsentieren. Statt langer Qualifikationsrunden stehen direkte Duelle um hohe Preisgelder im Mittelpunkt, was den Charakter von klassischen Meisterschaften in Richtung Showformat verschiebt. Dass prominente Namen wie Usain Bolt und Noah Lyles auf der Tribüne präsent sind, unterstreicht die strategische Ausrichtung auf globale TV-Bilder und soziale Medien.

Sportliche Bedeutung der Ergebnisse

Sportlich zeigt der 100-Meter-Sieg von Kenneth Bednarek in 9,85 Sekunden, dass die US-Sprinter ihre Dominanz auch in einem neuen Format behaupten. Die Erfolge von Weltmeisterin Melissa Jefferson-Wooden über 100 Meter und der Schweizerin Audrey Werro über 800 Meter fügen sich in eine Tendenz, nach der etablierte Titelträger auch in Show-Wettkämpfen vorn liegen. Für die deutsche Mannschaft ist die Lage gemischt: Merlin Hummels Hammerwurf-Sieg verdeutlicht das aktuelle Niveau in den Wurfdisziplinen, während das Fehlen deutscher Athleten in den Finals des Folgetages zeigt, wie hart der Konkurrenzkampf in dem exklusiven Teilnehmerfeld ist.

Chancen und Risiken für Athleten

Die hohen Preisgelder und die prominente Bühne können für Topathleten zusätzliche Motivation und finanzielle Sicherheit bedeuten. Zugleich erhöht das verdichtete Programm den Druck, in wenigen Wettkämpfen Bestleistungen zu bringen. Situationen wie der erschöpfte 400-Meter-Sieger Collen Kebinatshipi, der nach Liegestützen im Rollstuhl aus dem Stadion gefahren wird und später sein Preisgeld für seine Hunde verplant, verdeutlichen die Grenze zwischen sportlicher Selbstinszenierung und körperlicher Belastung. Für deutsche Starter wie Speerwurf-Europameister Julian Weber und Mittelstreckler Robert Farken bleibt die Ultimate Championship eine Chance, sich vor großem Publikum zu profilieren und die Wahrnehmung der Leichtathletik hierzulande zu stärken.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv.de: „Weltverband macht mit Glitzer-Show eigene Sportler wütend“ (10.09.2026)

Der Bericht stelle die Ultimate Championship als Versuch des Weltverbandes dar, die Leichtathletik mit einer glitzernden Show und kompakten Wettkämpfen attraktiver zu machen. Zugleich hebe er hervor, einige Athleten seien kritisch, weil das Format stark auf Unterhaltung und Preisgeld ausgerichtet sei. Im Vergleich zur Meldung werde stärker betont, dass die neue Struktur mit kurzen Wettkämpfen und ausgewählten Stars sowohl Chancen für mediale Aufmerksamkeit als auch Spannungen innerhalb der Szene mit sich bringe.

Medienübergreifend werde die Ultimate Championship insgesamt als Experiment bewertet, das die Leichtathletik modernisieren und neue Zuschauergruppen erschließen solle. Während die dpa-Meldung vor allem die sportlichen Ergebnisse und deutschen Beteiligungen darstelle, hebe der ergänzende Bericht die Diskussion um Show-Charakter, Preisgelder und die Reaktionen der Athleten deutlicher hervor. Gemeinsam zeigten die Perspektiven, dass sportliche Spitzenleistungen und die Frage nach der zukünftigen Form von Wettkämpfen eng miteinander verknüpft seien.

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