Dazn, Bundesliga-RĂŒckzug

Dazn hĂ€lt Bundesliga-RĂŒckzug fĂŒr möglich

19.09.2024 - 11:37:33

Kurz vor der Entscheidung eines Schiedsgerichts im Streit um die Vergabe der Bundesliga-Medienrechte wehrt sich der Streaminganbieter Dazn gegen Zweifel an seiner Finanzkraft und hĂ€lt einen RĂŒckzug aus der Bundesliga fĂŒr möglich.

"Unter den Bietern gibt es niemanden, der so stark und profitabel wÀchst wie wir", sagte Dazn-Deutschlandchefin Alice Mascia dem Wirtschaftsmagazin Capital. Zwischen 2021 und 2023 sei der Umsatz in der DACH-Region um 199 Prozent gewachsen. Im zweiten Halbjahr 2024 werde man erstmals auf Halbjahresbasis schwarze Zahlen schreiben, 2025 dann auf Jahresbasis.

"Wir beweisen, dass sich mit Livesport ProfitabilitĂ€t erzielen lĂ€sst - entgegen allen negativen Prophezeiungen", so die Dazn-Managerin. Das Auktionsverfahren fĂŒr die Bundesliga-Medienrechte ab der Saison 2025/2026 war im FrĂŒhjahr vorerst gestoppt worden, nachdem die Deutschen Fußball Liga (DFL) den Zuschlag fĂŒr das wichtigste Paket mit Liverechten an den Pay-TV-Anbieter Sky vergeben hatte - trotz eines finanziell offenbar deutlich besseren Angebots von Dazn. Daraufhin rief Dazn ein fĂŒr StreitfĂ€lle vorgesehenes Schiedsgericht an. Ungeachtet dieser Eskalation gebe es mit der DFL aber weiterhin eine "normale Arbeitsbeziehung", sagte Deutschlandchefin Mascia. Nötig sei nun eine "Versachlichung" des Streits. "Es geht hier nicht um persönliche Dinge, sondern um eine geschĂ€ftliche Frage." FĂŒr den 24. September wird eine Entscheidung des Schiedsgerichts erwartet. Zugleich deutete Mascia weitreichende Konsequenzen an, sollte das Unternehmen im Streit um das Liverechtepaket mit 196 Freitags- und Samstagsspielen (Paket B) vor dem Schiedsgericht unterliegen: "Wir schließen nichts aus." Dazu gehöre zunĂ€chst eine Klage vor einem Zivilgericht. Zu dem Szenario, dass Dazn bei dem Paket B am Ende aller Rechtsmittel nicht zum Zuge kommt, sagte sie: "In diesem Fall wĂ€re auch ein totaler RĂŒckzug aus der Bundesliga eine Option." Dazn sei "ein global agierendes Unternehmen, fĂŒr uns gibt es nicht nur die Bundesliga". Allerdings sei Deutschland fĂŒr Dazn ein wichtiger Markt. Daher sei ein RĂŒckzug "natĂŒrlich nicht die Option, die wir anstreben". TatsĂ€chlich wolle der Streamingdienst sein Engagement in der Bundesliga gerne noch vergrĂ¶ĂŸern, sagte Mascia.

@ dts-nachrichtenagentur.de