Lindsey Vonn im US-Kader: Comeback-Spekulationen vor Ski-Weltcup
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 12:04 Uhr | dpa, AD HOC NEWSLindsey Vonn und Marcel Hirscher sorgen vor dem Start der alpinen Weltcup-Saison erneut für Comeback-Spekulationen.
Vonn im US-Kader – Start kurzfristig kaum möglich
Der US-Skiverband hat Vonn für die kommende Saison nominiert. Die 41-Jährige gehört damit zu einem 17-köpfigen Aufgebot, obwohl sie sich nach ihrem schweren Sturz bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo noch von mehreren Operationen erholt.
Vonn hatte sich bei dem Unfall vor acht Monaten einen komplexen Bruch des linken Schienbeins zugezogen. Eine Notoperation habe nach ihrer späteren Schilderung eine Amputation verhindert. Im November soll weiteres Metall aus ihrem Bein entfernt und ihr verletztes Kreuzband operiert werden.
Rückkehr frühestens ab 2027/28
Ein Start in diesem Winter ist deshalb nicht zu erwarten. Vonn hatte im April erklärt, dass sie frühestens in der Saison 2027/28 in den Weltcup zurückkehren könne. Ihre Aufnahme in den US-Kader gilt vor diesem Hintergrund vor allem als formale Nominierung, weil sie ihre Karriere nicht endgültig beendet hat.
Die 84-malige Weltcup-Siegerin war 2024 nach fünf Jahren Pause zurückgekehrt und hatte in der vergangenen Saison zwei Abfahrten gewonnen. Ihr Vater Alan Kildow hatte nach dem Olympia-Sturz erklärt, dies sei das Ende ihrer Karriere; Vonn selbst hat einen weiteren Rennstart bislang nicht endgültig ausgeschlossen.
Hirscher könnte in Sölden starten
Marcel Hirscher trainiert derweil für eine mögliche Rückkehr beim Saisonauftakt in Sölden. Der achtmalige Gesamtweltcupsieger fährt inzwischen für die Niederlande und berichtet nach einem Trainingslager im argentinischen Ushuaia von guten Bedingungen und einem stabilen Knie.
Hirscher war 2024 nach mehr als fünf Jahren Pause in den Weltcup zurückgekehrt, wurde wenige Wochen später aber durch einen Kreuzbandriss gestoppt. Für den Start in Sölden liegt erneut eine Wildcard bereit.
Debatte um Sonderregel
Die Wildcard stößt im Skisport nicht überall auf Zustimmung. DSV-Sportvorstand Wolfgang Maier sagte, viele Sportler fragten sich, warum es für Hirscher wiederholt eine Ausnahme gebe. Zugleich betonte Maier, Hirscher müsse selbst verantworten, was er mit dieser Möglichkeit erreichen wolle.
,Comeback-Namen als Aufmerksamkeitstreiber
Die Nominierung Lindsey Vonns für den US-Kader ist vor allem ein formaler Schritt mit hoher öffentlicher Wirkung. Ein Start in der Weltcup-Saison 2026/27 steht wegen der anstehenden Operation und der anschließenden Rehabilitation nicht im Mittelpunkt; Vonn hatte selbst zuvor eine Rückkehr frühestens für 2027/28 genannt.
Bei Marcel Hirscher liegt die Situation anders. Der inzwischen für die Niederlande startende Österreicher trainiert nach seinem Kreuzbandriss weiter und könnte bereits beim Saisonauftakt in Sölden an den Start gehen. Die Wildcard verkürzt seinen Weg zurück in den Weltcup, löst aber zugleich eine sportpolitische Debatte über Gleichbehandlung und Zugangschancen aus.
Bedeutung für den alpinen Skisport
Beide Namen stehen für eine Generation, die den alpinen Skisport weltweit geprägt hat. Ihre möglichen Rückkehrten liefern dem Weltverband und den Veranstaltern zusätzliche Aufmerksamkeit in einer Phase, in der der Sport um herausragende Persönlichkeiten, jüngere Stars und ein breiteres Publikum ringt.
Für Zuschauer bleibt der Unterschied zwischen Kaderzugehörigkeit, Trainingsfreigabe und tatsächlicher Rennteilnahme entscheidend. Vonns Nennung bedeutet keinen bevorstehenden Start; bei Hirscher wird sich erst in Sölden zeigen, ob sein stabilisiertes Knie und die Trainingsform für einen Weltcupeinsatz reichen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „US-Verband nominiert leidgeplagte Vonn und sorgt für riesiges Rätsel“ (07.10.2026)
Der Bericht bestätige die überraschende Aufnahme Vonns in den 17-köpfigen A-Kader der USA und hebe hervor, dass ein kurzfristiges Comeback trotz der Nominierung äußerst unwahrscheinlich sei. Zugleich verweise er auf Vonns weiterhin geäußerten Wunsch, nach der Rehabilitation nochmals Rennen zu fahren; der Beitrag setze damit stärker auf ihre persönliche Motivation als auf die parallele Hirscher-Debatte.
Merkur: „Ski-Hammer um Lindsey Vonn: Olympiasiegerin peilt wohl Comeback an“ (07.10.2026)
Der Artikel bestätige ebenfalls Vonns Kaderzugehörigkeit und die für November geplante Operation. Er betone stärker, dass die Nominierung die Comeback-Spekulationen neu belebe, stelle aber zugleich heraus, dass Leistungssport derzeit noch nicht möglich sei und die Rückkehr in dieser Saison nicht zum Rehabilitationsplan passe.
Beide Berichte seien sich darin einig, dass die Kadernennung die Spekulationen verstärke, aber keinen Start in der laufenden Saison garantiere. Unterschiede lägen vor allem in der Gewichtung: Während n-tv Vonns eigene Comeback-Bereitschaft hervorhebe, betone der Merkur die medizinischen Hürden und den engen Zeitplan.
