MÀrtens ist «so stolz»: Deutsche Staffel schwimmt zu Bronze
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 21:02 Uhr | dpa.deAngefĂŒhrt von Lukas MĂ€rtens reckten die deutschen Bronze-Gewinner die Arme nach oben und genossen den Moment auf dem Podest. Gemeinsam mit Timo Sorgius, Jarno BĂ€schnitt und Cornelius Jahn sorgte MĂ€rtens am ersten Tag der Beckenwettbewerbe der Schwimm-EM fĂŒr die erste Medaille der deutschen Mannschaft. «Ich bin so stolz auf das ganze Team, auf das was wir geschafft haben», sagte MĂ€rtens in der Interviewzone des Centre Aquatique Olympique in Paris und lĂ€chelte.
MĂ€rtens und seine Kollegen im Rennen ĂŒber 4x200 Meter Freistil freuten sich nicht nur ĂŒber Edelmetall, sondern auch ĂŒber ihren deutschen Rekord. In 7:02,28 Minuten verbesserten sie die 17 Jahre alte Bestmarke, die noch Schwimm-Ikone Paul Biedermann mit aufgestellt hatte, um fast eine Sekunde. Und MĂ€rtens blickte schon voraus: «In zwei Jahren haben wir nochmal Olympische Spiele - hoffentlich wieder in der Konstellation - und dann legen wir da weiter nach!»
BÀschnitt: «Das werde ich, glaube ich, nie vergessen»
WĂ€hrend der Olympiasieger, Weltrekordhalter und Weltmeister schon Erfahrung mit Siegerehrungen auf der groĂen BĂŒhne hat, feierten seine Mitstreiter den gröĂten Erfolg ihrer bisherigen Karrieren. «Ich kann gar nicht beschreiben, wie stolz ich darauf bin, mit den Jungs das erreicht zu haben», sagte der 20 Jahre alte BĂ€schnitt. «Das werde ich, glaube ich, nie vergessen.» Nur die favorisierten Briten (7:01,52) und Franzosen (7:02,23) waren schneller als das deutsche Quartett.
WĂ€hrend MĂ€rtens und Co. lĂ€chelten, flossen wenige Minuten zuvor bei ihren Kolleginnen auch TrĂ€nen. Ăber 4x200 Meter Freistil verpassten Maya Tobehn, Linda Roth, Nina Holt und Nicole Maier Bronze um eine einzige Hundertstelsekunde.
In 7:49,14 Minuten verbesserten sie zwar einen 20 Jahre alten deutschen Rekord, den unter anderem Britta Steffen aufgestellt hatte. Die EnttĂ€uschung war ihnen dennoch ins Gesicht geschrieben. «Es ist hart, aber so ist der Sport», sagte Holt. «Wir werden eine Nacht drĂŒber schlafen und morgen geht's weiter. Das können wir nicht lange auf uns sitzen lassen.»
Gose an diesem Dienstag mit guten Medaillenchancen
Weiter geht's bei den TitelkĂ€mpfen in der französischen Hauptstadt auch fĂŒr MĂ€rtens. FĂŒr den deutschen Vorzeigeschwimmer soll die Staffel der Auftakt in eine erinnerungswĂŒrdige Europameisterschaft werden. Gewinnt er ĂŒber 400 Meter Freistil, wĂ€re er dort gleichzeitig Olympiasieger, Weltrekordhalter, aktueller Weltmeister und Europameister. Ăber 200 Meter Freistil hat der 24-JĂ€hrige ebenfalls gute Medaillenchancen. Bis auf der Strecke am Donnerstag die VorlĂ€ufe anstehen, genieĂt MĂ€rtens jetzt aber erst einmal eine Pause.
Unter anderem fĂŒr Luca Nik Armbruster gilt das nicht - zum GlĂŒck. Er darf sich nĂ€mlich an diesem Dienstag auf das Finale ĂŒber 50 Meter Schmetterling freuen. Im Halbfinale verbesserte der 24-JĂ€hrige mit seiner Zeit von 22,71 Sekunden seinen eigenen deutschen Rekord um 13 Hundertstelsekunden. Den Endlauf erreichten auch Lise Seidel ĂŒber 200 Meter RĂŒcken und Melvin Imoudu ĂŒber 100 Meter Brust. Zu den Topfavoriten auf Edelmetall zĂ€hlen sie am zweiten Beckentag nicht - anders als Isabel Gose.
Die 24-JĂ€hrige will ihr Medaillenkonto bei dieser EM aufstocken. Gose, die in der Seine in der vergangenen Woche schon zweimal Freiwasser-Gold holte, qualifizierte sich als Zweite der VorlĂ€ufe fĂŒr das Finale ĂŒber 800 Meter Freistil. Schneller war nur ihre Dauerrivalin Simona Quadarella aus Italien. Goses Magdeburger Teamkollegin Maya Werner macht sich ebenfalls Hoffnungen auf einen Podestplatz. Die VorlĂ€ufe beginnen um 09.30 Uhr, die Finalsession startet um 18.30 Uhr (ZDF-Livestream).
