Olympia-Bewerbung: Rauhe wirbt für München oder Köln-Rhein-Ruhr
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 06:22 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSSportstaatsminister Ronald Rauhe hat nach dem Rückzug Berlins aus dem Rennen um die deutsche Olympia-Bewerbung zur Geschlossenheit hinter den verbleibenden Kandidaten aufgerufen. Zwischen München und Köln-Rhein-Ruhr wollte der frühere Olympiasieger keinen Favoriten benennen.
Entscheidung zwischen zwei Bewerbern
„Für mich stand immer über allem, dass wir eine gute deutsche Bewerbung haben“, sagte Rauhe dem Magazin Politico. Nun gebe es zwei verbliebene Bewerber, von denen einer tragbar sei.
Die Sportverbände würden sich nach Rauhes Darstellung für den Kandidaten entscheiden, der international die besten Chancen habe. Die Auswahl zwischen München und Köln-Rhein-Ruhr soll bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes am Samstag in Baden-Baden fallen.
Rauhe weist negatives Signal zurück
Den Eindruck, Deutschland sende durch die Rückzüge von Hamburg und Berlin ein negatives Signal, wies Rauhe zurück. International werde vor allem wahrgenommen, dass Deutschland als Deutsche wieder auf das sportpolitische Parkett zurückkehren wolle.
Deutschland gelte weiterhin als verlässlicher Partner, sagte der Sportstaatsminister. Mit dem Rückzug Berlins ist die deutsche Auswahl auf München und Köln-Rhein-Ruhr reduziert.
Olympia als gesellschaftlicher Impuls
Rauhe begründete eine deutsche Olympia-Ausrichtung vor allem gesellschaftlich. Olympische Spiele seien „viel, viel mehr als nur eine Sportveranstaltung“.
Sie könnten nach seiner Einschätzung einen Impuls geben, wieder etwas Positives gemeinschaftlich anzupacken. Daraus könne eine Energie entstehen, die die Gesellschaft wieder zusammenbringe.
Mit dem Rückzug Berlins ist die deutsche Auswahl für eine Olympia-Bewerbung auf zwei Konzepte geschrumpft: München und Köln-Rhein-Ruhr. Die Entscheidung über den deutschen Kandidaten soll am 26. September bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes in Baden-Baden fallen.
Die Bewertung der DOSB-Evaluierungskommission hat München mit 87 Punkten knapp vor Köln-Rhein-Ruhr mit 85 Punkten gesehen. Beide Konzepte erhielten damit die Einstufung „sehr gut“. Berlin lag mit 74,6 Punkten deutlich dahinter. Die Bewertung ist zwar nicht bindend, prägt aber die Ausgangslage für die Abstimmung.
Zwei unterschiedliche Konzepte
München steht für eine stärker gebündelte Bewerbung, während Köln-Rhein-Ruhr auf die Nutzung mehrerer Standorte in einer dicht besiedelten Region setzt. Neben sportfachlichen Kriterien spielen damit auch Fragen der Infrastruktur, der vorhandenen Veranstaltungsstätten, der regionalen Zustimmung und der politischen Unterstützung eine Rolle.
Für den Deutschen Olympischen Sportbund geht es zunächst um die nationale Auswahl. Erst danach müsste Deutschland die Bewerbung international weiterverfolgen. Rauhes Appell zur Geschlossenheit zielt deshalb auf die Phase nach der Entscheidung: Der unterlegene Bewerber und die Sportverbände sollen den ausgewählten Kandidaten unterstützen, damit Deutschland geschlossen auftreten kann.
Politischer und gesellschaftlicher Rahmen
Die Debatte über Olympische Spiele ist in Deutschland nicht nur eine sportpolitische Frage. Frühere Bewerbungen stießen wiederholt auf Vorbehalte wegen Kosten, langfristiger Infrastrukturfolgen und der Verbindlichkeit von Finanzierungszusagen. Volksentscheide und politische Mehrheiten können deshalb ebenso entscheidend sein wie technische Bewertungen.
Rauhe stellt dem die mögliche gesellschaftliche Wirkung einer Austragung gegenüber. Seine Argumentation verbindet die Bewerbung mit dem Anspruch, gemeinschaftliche Projekte anzustoßen und Deutschland international wieder stärker als verlässlichen Partner des Sports zu positionieren.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
WDR: „Olympia-Bewerbungen aus NRW und München auf Augenhöhe“ (24.09.2026)
Der Bericht bestätigt das Duell zwischen München und Köln-Rhein-Ruhr und hebt die sehr ähnliche Bewertung durch die DOSB-Kommission hervor. Anders als Rauhes Appell zur Geschlossenheit liegt der Schwerpunkt auf dem offenen Ausgang und den unterschiedlichen politischen sowie regionalen Voraussetzungen.
BR24: „Olympia-Bewerbung: München-Kontrahent Berlin ist raus“ (24.09.2026)
BR24 beschreibt den offiziellen Rückzug Berlins und verweist auf die DOSB-Bewertung als wichtigen Faktor. Der Beitrag konzentriert sich damit stärker auf die veränderte Wettbewerbslage, während Rauhe die internationale Wirkung einer gemeinsamen deutschen Bewerbung betont.
Gemeinsam ist beiden Berichten die Feststellung, dass nur noch München und Köln-Rhein-Ruhr im Rennen sind. Offen bleibt bis zur DOSB-Versammlung, welches Konzept die Mehrheit erhält und wie geschlossen sich der jeweils unterlegene Bewerber anschließend hinter die nationale Auswahl stellt.
