Olympiabewerbung: Berlin zieht mit vier Ländern zurück
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 10:32 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Berlin und seine Partner haben ihre Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele offiziell zurückgezogen. Der Berliner Senat teilte die Entscheidung am Donnerstag mit und bestätigte damit entsprechende Medienberichte.
Bewerbung im Verbund endet
Berlin hatte sich gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern für die Spiele beworben. Mit dem Rückzug der Hauptstadt scheidet das länderübergreifende Konzept aus dem Auswahlverfahren des Deutschen Olympischen Sportbunds aus.
Zuletzt hatte Berlin im Evaluierungsbericht des DOSB den letzten Platz belegt. Die Bewerbung der Hauptstadt wurde damit schwächer bewertet als die Konzepte der noch verbliebenen Konkurrenten.
Linke gegen Spiele in Berlin
Zusätzlichen politischen Druck erzeugte die Abgeordnetenhauswahl am Wochenende. Die Linke, die die Wahl gewann, hatte sich gegen Olympische Spiele in Berlin ausgesprochen.
DOSB entscheidet am Samstag
Eine außerordentliche Mitgliederversammlung des DOSB soll am Samstag in Baden-Baden über den deutschen Bewerber entscheiden. Im Rennen sind nur noch München und die Region Köln-Rhein-Ruhr.
Der ausgewählte Standort soll Deutschland im weiteren Bewerbungsverfahren für Olympische und Paralympische Spiele vertreten.
Der Rückzug verändert das Verfahren zur deutschen Olympia-Bewerbung unmittelbar. Berlin hatte sich nicht allein beworben, sondern gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern ein länderübergreifendes Konzept vorgelegt. Mit dem Ausstieg der Hauptstadt endet damit zugleich die Bewerbung dieses Verbunds.
Für die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbunds bleiben München und Köln-Rhein-Ruhr. Der DOSB bewertete München im Evaluierungsverfahren mit 87 Punkten und Köln-Rhein-Ruhr mit 85 Punkten; Berlin kam auf 74,6 Punkte. Die Bewertung war als Empfehlung angelegt, prägte aber die Ausgangslage vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung.
Politische Bedeutung des Rückzugs
Hinzu kommt die veränderte politische Lage in Berlin. Die Linke, die die Abgeordnetenhauswahl am Wochenende gewann, hatte sich gegen Olympische Spiele in der Hauptstadt ausgesprochen. Damit fehlte der Bewerbung nach dem Wahlergebnis eine wichtige politische Perspektive, auch wenn die konkrete Regierungsbildung und die weitere Zusammensetzung des Senats davon getrennt zu betrachten sind.
Am Samstag entscheidet der DOSB in Baden-Baden, welche der beiden verbliebenen Bewerbungen Deutschland weiterverfolgt. Eine nationale Auswahl wäre noch keine Zusage für die Spiele: Über den späteren Austragungsort entscheidet das Internationale Olympische Komitee. Für die Bürger in den Bewerberregionen stehen damit weiterhin Fragen zu Finanzierung, Infrastruktur, Akzeptanz und langfristiger Nachnutzung im Mittelpunkt.
