Olympiabewerbung: München vertritt Deutschland für 2036 bis 2044
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 14:43 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDeutschland wird sich mit München als Austragungsort um die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und DOSB-Präsident Thomas Weikert verkündeten die Entscheidung am Samstag nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds im Kurhaus Baden-Baden.
München erhält den Zuschlag im nationalen Auswahlverfahren
Mit dem Votum ist München der deutsche Bewerber für die drei möglichen Austragungsjahre. Der DOSB hatte zuvor mehrere Konzepte prüfen lassen; neben München waren zuletzt KölnRheinRuhr und Berlin im Auswahlprozess verblieben.
Berlin zog seine Bewerbung kurz vor der Abstimmung zurück. Damit fiel die Entscheidung in Baden-Baden zwischen München und der Metropolregion KölnRheinRuhr.
Nächster Schritt ist das internationale Verfahren
Die Auswahl durch den DOSB bedeutet noch nicht, dass die Olympischen Spiele nach Deutschland vergeben sind. Die deutsche Bewerbung muss nun in das internationale Verfahren mit dem Internationalen Olympischen Komitee eingebracht werden.
Für 2036 ist die Entscheidung über den Austragungsort nach dem derzeit vorgesehenen Zeitplan für 2029 angekündigt. Über die Vergabe der Spiele 2040 und 2044 liegt noch kein abschließender Zeitplan vor.
Mit der Entscheidung für München hat der Deutsche Olympische Sportbund den nationalen Auswahlprozess abgeschlossen. Zuvor waren neben München auch KölnRheinRuhr und Berlin im Rennen; Hamburg hatte seine Bewerbung bereits nach einem negativen Bürgerentscheid aufgegeben. Berlin zog sich kurz vor der Abstimmung zurück.
München kann auf die Austragung der Sommerspiele von 1972 sowie auf vorhandene Sport- und Verkehrsinfrastruktur verweisen. Die Bewerbung steht zugleich in einem historisch sensiblen Zusammenhang: Die Spiele von 1936 in Berlin wurden von den Nationalsozialisten für Propagandazwecke missbraucht, während München 1972 durch den tödlichen Anschlag auf das israelische Team überschattet wurde.
Vom deutschen Bewerber zur internationalen Auswahl
Die nationale Entscheidung ist noch keine Vergabe der Spiele. Für 2036 soll das Internationale Olympische Komitee nach einem Dialog mit den Bewerbern voraussichtlich 2029 über den Austragungsort entscheiden; für 2040 und 2044 ist der Zeitplan offen. Als mögliche internationale Interessenten werden unter anderem Indien, Katar und die Türkei genannt.
Für Deutschland beginnt damit die nächste Phase: Die Bewerbung muss international vorgestellt und mit konkreten Konzepten, Finanzierungszusagen und einer belastbaren Infrastrukturplanung unterlegt werden. München setzt dabei auf kompakte Wege und die Nutzung bestehender Anlagen. Für Bürger und öffentliche Haushalte werden Kosten, Verkehrsplanung, Sicherheitskonzept und eine mögliche Beteiligung der Bevölkerung zentrale Prüfsteine bleiben.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Deutsche Olympia-Bewerbung: Wer macht das Rennen?“ (26.09.2026)
Der Beitrag ordnet die Abstimmung in Baden-Baden ein und erläutert die Zusammensetzung des DOSB-Wahlgremiums. Anders als die dts-Meldung, die bereits das Ergebnis festhält, lag der Schwerpunkt dort vor der Verkündung auf dem Duell zwischen München und KölnRheinRuhr sowie auf den nächsten Schritten im IOC-Verfahren.
Deutschlandfunk: „DOSB München oder Köln-Rhein-Ruhr? Entscheidung über deutschen Olympiabewerber“ (26.09.2026)
Deutschlandfunk beschreibt die Ausgangslage vor der Entscheidung und nennt München sowie KölnRheinRuhr als verbliebene Bewerber. Der Beitrag hebt zusätzlich die internationale Konkurrenz und die früheren deutschen Bewerbungsanläufe hervor; die dts-Meldung konzentriert sich auf die Auswahl Münchens als deutschen Kandidaten.
Übereinstimmend ist, dass der DOSB zunächst einen deutschen Bewerber bestimmen musste und die Spiele für 2036, 2040 oder 2044 angestrebt werden. Die weitere internationale Auswahl, die Finanzierung und die konkrete Ausgestaltung der Bewerbung bleiben die nächsten entscheidenden Themen.
