Boll-Berater, MultifunktionÀr

Boll-Berater und MultifunktionÀr: Hans Wilhelm GÀb gestorben

18.04.2025 - 13:13:37

Seine Sportart war Tischtennis. Doch Hans Wilhelm GĂ€b wirkte im deutschen Sport weit darĂŒber hinaus. Kaum jemand war einflussreicher und lĂ€nger dabei als dieser MultifunktionĂ€r.

Der deutsche Sport trauert um einen seiner einflussreichsten FunktionĂ€re. Der frĂŒhere Tischtennis-Nationalspieler, Auto-Manager und Sporthilfe-Chef Hans Wilhelm GĂ€b starb am vergangenen Sonntag im Alter von 89 Jahren. Das teilten der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) und sein ehemaliger Verein Borussia DĂŒsseldorf am Karfreitag unter Berufung auf die Familie mit.

45 Jahre lang gehörte GĂ€b dem PrĂ€sidium des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) an. Von 1981 bis 1994 war er dessen PrĂ€sident. Als aktiver Spieler nahm er 1959 an der Weltmeisterschaft in Dortmund teil. Jahrzehnte spĂ€ter wurde er zu einem engen Berater des bekanntesten deutschen Spielers Timo Boll. «Hans Wilhelm GĂ€b, der weitsichtige Sportpolitiker, der weltoffene Gentleman mit Intellekt, Humor und Haltung – er wird dem deutschen Tischtennis und dem deutschen Sport insgesamt fehlen wie kein anderer», schrieb der DTTB.

Aus Protest: GĂ€b gibt Olympischen Orden zurĂŒck

GĂ€b wirkte jedoch weit ĂŒber «seinen» Sport hinaus. 1981 stieg er in den Vorstand des Opel-Konzerns auf und baute das Sportsponsoring des Automobilherstellers auf. Steffi Graf, Bayern MĂŒnchen, AC Mailand, Franziska van Almsick: Sie alle warben in den 80er- und 90er-Jahren fĂŒr die Marke.

Dem Vorstand der Stiftung Deutsche Sporthilfe gehörte GĂ€b erstmals 1988 an. 2005 wurde er ihr Vorstands-, zwei Jahre spĂ€ter ihr Aufsichtsrats-Chef. Auch im PrĂ€sidium des Nationalen Olympischen Komitees saß er zweimal.

2006 verlieh ihm das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Olympischen Orden. Zehn Jahre spĂ€ter gab GĂ€b diesen freiwillig wieder zurĂŒck. Er protestierte damit gegen die Entscheidung des IOC, Russland nach der Aufdeckung eines großen Doping-Skandals nicht von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro ausgeschlossen zu haben.

@ dpa.de