England mĂŒht sich zum Gruppensieg - Slowenen feiern
25.06.2024 - 23:12:01 | dpa.deDie englischen Profis um Harry Kane applaudierten nach der Nullnummer artig ihren Fans, doch wie glĂŒckliche Gruppensieger sahen sie ĂŒberhaupt nicht aus. Die Slowenen hingegen setzten nach ihrem dritten Remis im dritten Spiel bei der FuĂball-EM zu einer spontanen Party an und feierten ihr ĂŒberraschendes Weiterkommen wie einen Titel.
Die Three Lions haben mit dem 0:0 immerhin ein frĂŒhes Duell mit Gastgeber Deutschland vermieden, weil DĂ€nemark und Serbien parallel auch 0:0 spielten. «Wir sind in der K.o.-Runde. Wir haben uns immer wieder in den K.o.-Runden gesteigert, das mĂŒssen wir wieder machen. Wir freuen uns auf das Achtelfinale», sagte KapitĂ€n Kane.
DĂ€nen in Fair-Play-Wertung vor Slowenien
Vor 41.536 Zuschauern lieferten der Bayern-Star und seine Kollegen den nĂ€chsten lethargischen Auftritt. Die Kritik in der Heimat dĂŒrfte zunehmen. Slowenien erkĂ€mpfte sich dagegen leidenschaftlich den dritten Platz hinter Deutschland-Gegner DĂ€nemark und ist ebenfalls im Achtelfinale dabei. Nach gleicher Punktanzahl und gleichem TorverhĂ€ltnis entschied die Fair-Play-Wertung zugunsten des Europameisters von 1992, der am Samstag (21.00 Uhr) in Dortmund auf die DFB-Elf trifft.
Bei den Three Lions ist von Titeltauglichkeit bislang nichts zu sehen. Bis zum Achtelfinale am Sonntag (18.00 Uhr) in Gelsenkirchen muss sich England deutlich steigern, um drei Jahre nach dem Finaleinzug von Wembley nicht frĂŒh zu scheitern. Möglicher Gegner ist dann die Niederlande, die am frĂŒhen Abend mit 2:3 gegen Ăsterreich verloren hatte und so auf Platz drei der Gruppe D abgerutscht war.
Gute Erinnerungen an Köln
Zehntausende englische Fans hatten vor dem Spiel einen herrlichen Sommertag am Rhein genossen. Schon um die Mittagszeit waren die Kneipen und Restaurants bestens gefĂŒllt. Die AnhĂ€nger der Three Lions waren deutlich in der Ăberzahl und besangen «Dancing in the Dark» von Bruce Springsteen, was jetzt schon zu dieser EM gehört wie hĂŒpfende NiederlĂ€nder in Orange.
Der eine oder andere besonders treue AnhĂ€nger brachte gute Erinnerungen mit nach Köln, wo England bereits 2006 bei der WM den Gruppensieg perfekt gemacht hatte. Das war auch diesmal das Ziel. Nach einigen harten Tagen mit harscher Kritik machte Coach Southgate dennoch das, was er seit seinem Amtsantritt 2016 macht: Er Ă€nderte nicht viel.Â
Mit dem ĂŒblichen weiĂen Poloshirt und lediglich einem Wechsel - Conor Gallagher fĂŒr Trent Alexander-Arnold - nach dem 1:1 gegen DĂ€nemark sollte Schwung fĂŒr die seit Montagabend sicher erreichte K.o.-Phase aufgenommen werden.
Slowenien traut sich
Doch vieles erinnerte an die ersten beiden verpatzten Auftritte, bei denen fĂŒr den EM-Favoriten lediglich das Ergebnis stimmte. Jude Bellingham und John Stones leisteten sich schlampige Zuspiele, Stockfehler folgte auf Stockfehler. Und obwohl der krasse AuĂenseiter aus Slowenien nur einen Punkt benötigte, traute sich das Team von Trainer Matjaz Kek angesichts des passiven Gegners in die Offensive. Leipzigs Benjamin Sesko (5.) vergab per Kopf die erste Gelegenheit.
Englands Klasse blitzte nur sporadisch auf, so zum Beispiel nach 20 Minuten: Nach einer sehenswerten Kombination ĂŒber Declan Rice und Phil Foden schoss Bukayo Saka das vermeintliche FĂŒhrungstor. Doch Foden hatte zuvor deutlich im Abseits gestanden.Â
England noch lascher als bislang
Auch Kane hatte gegen die wuchtigen Innenverteidiger der Slowenen einen schweren Stand, seine ersten Abschlussversuche wurden geblockt oder von Torwart Jan Oblak gefangen. Gallagher und Kane verpassten kurz vor der Pause eine scharfe Hereingabe, es war Englands beste Chance. Verdient wĂ€re eine englische PausenfĂŒhrung nach erneut schwachen 45 Minuten nicht gewesen. Der Auftritt wirkte noch lascher als in den vorangegangenen Spielen.
Southgate brachte dann Youngster Kobbie Mainoo, der sich mit seiner bisherigen Mini-Rolle sichtlich unzufrieden zeigte. Doch auf dem Rasen tat sich nicht viel. Aus Mangel an sehenswerten Angriffen bejubelten die Fans der EnglÀnder sogar lautstark jeden Eckball ihres Teams, das mit dem körperlichen Gegner sichtlich zu kÀmpfen hatte. Ein wuchtiger Schuss von Rice (73.) strich knapp am langen Eck vorbei.
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